Im Zugzwang

Bramme für das Ruhrgebiet (Photo credit: Wikipedia)

Von Verwaltung und Politik wird zwar in Duisburg darüber nachgedacht, wie man einen Strukturwandel forcieren und steuern könnte, dennoch gelingt wenig. Zu beobachten waren und sind markante Fehlgeburten (z.B. Theater am Marientor), gebotene Planungsunsicherheiten für Investoren (z.B. Einkaufszentrum Altmarkt), Fehlplanungen, ob nun durch eine zu erwartende neue Verkehrssituation (Outlet Center Marxloh) oder bei der Bauplanung (Küppersmühle). Und währenddessen ist der Bestand gefährdet, weil  notwendige Sanierungen von Gebäuden (Schulen, Lehmbruck-Museum) unterbleiben. In manchen Fällen tragen auch die Bürger dazu bei, dass ein Wandel ins Stocken gerät. Neue Ansiedlungsprojekte benötigen Platz. Alte Siedlungsstrukturen aufzugeben, fällt den betroffenen Menschen jedoch schwer. Von außen betrachtet, z.B. als potentieller Investor, erhält man leicht den Eindruck, die Stadt sei für einen Wandel gar nicht bereit.

Im Gegenzug wird das bislang Erreichte hervorgehoben: der Innenhafen mit seinen Gastronomien und Kulturangeboten, das Forum in der Fußgängerzone …, als sei damit schon die Grenze des Verkraftbaren erreicht. Bleibt es dabei, wird es Duisburg nichts nützen: Die anfängliche Beliebtheit des Innenhafens konnte nicht stabilisiert werden. Über das Neue hinaus fehlte ein bindendes Antlitz. Und das Forum droht traditionellen Einzelhändlern, die ringsumher im mittleren Preissegment anbieten, den Garaus zu machen. War es schon zu viel des Neuen? In der Duisburger Bevölkerung fehlt es an verkonsumierbarem Einkommen.

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Was Duisburg und dem gesamten Ruhrgebiet fehlt, sind Unternehmen, die sich mit ihren Produkten nicht an lokale oder regional ansässige Endkunden wenden, sondern Zwischenerzeugnisse herstellen, Güter und Dienstleistungen, die weiter verwertbar sind und für Einkommen sorgen. In diesem Zusammenhang hat Duisburg sogar noch Glück! Der Hafen ist ein europäisches Logistikzentrum geworden, und die Universität konnte ihren Standort im Verbund mit Essen halten. Um den Standort aber für weitere Arbeitgeber attaktiv werden zu lassen, fehlt es in Duisburg als auch im gesamten Ruhrgebiet an Weitsicht. Die Politik ist nicht willens zu erkennen, dass gemeinnschaftlich mehr zu erreichen wäre. Keine der Städte hat genügend Geld, um kleinräumig zu punkten. Dennoch fehlt der politische Wille, sich gemeinsam als Metropole zu begreifen, über einige Floskeln hinaus. Speziell in Duisburg sieht man sich weiterhin, zumindest öffentlich, als Oberzentrum des Niederrheins. Diese Funktion hat man längst an Düsseldorf abgetreten. Es wird an der Zeit, dass die Bürger, auch die Duisburger, von der Politik fordern, innerhalb des ehemaligen Reviers verstärkt Akzente zu setzen. Ein Strukturwandel in den Städten ist ohne den regionalen aussichtslos.

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