Suhrkamp: Eine Selbstdemontage

UllaBercéwicz (Photo credit: Wikipedia)

Der Lack ist ab, ließe sich angesichts der neuesten Meldungen über den Verlag urteilen, der bereits seit Jahren darum bemüht ist, sein ererbtes Renomee in filigraner Weise aufs Spiel zu setzen. Im jüngsten öffentlich diskutierten Streit wurde Ulla Unseld-Berkéwicz (Siegfried und Ulla Unseld Familienstiftung) vom Berliner Landesgericht die Geschäftsführung entzogen. Derzeit wird auf die schriftliche Begründung gewartet, um den Streit mit dem Mitteilhaber Hans Barlach (Medienholding Winterthur) fortsetzen zu können. Dieser Fall ist nicht der einzige, der gerichtlich zu entscheiden sein wird. Ca. 20 weitere Auseinandersetzungen zwischen den beiden Geschäftspartnern sind anhängig.

Nach dem Urteil sind Schockwellen durch die Medienlandschaft gezogen, so durch die FAZ, den Spiegel, sogar innerhalb der Tagesthemen (ARD). Es lassen sich gar nicht alle Berichterstattungen und Gefühlsäußerungen anführen, die sich mit dem Urteil beschäftigen. Gerichtlich vorgeworfen wird Berkéwicz, in geschäftsschädigender Weise Privates und Geschäftliches unzureichend getrennt zu haben, durch die Vermietung von Räumen ihrer Villa für salonhafte Veranstaltungen an den Verlag. Knapp 300.000 € stehen zur Disposition.

Die Liste der öffentlichen Querelen um den Verlag, die sich seit dem Tod von Siegfried Unseld anfertigen ließe, wäre lang. Der Umzug von Frankfurt nach Berlin führte nach Auseinandersetzungen zu einer neuen Konstellation der Gesellschafter, prominente Alt-Autoren (Reich-Ranicki, Muschg) fühlten sich mit Berkéwicz nicht mehr wohl … Dem Verlag ein neues Gesicht geben zu wollen, wird man der Chefin jedoch nicht vorwerfen können. Zum Problem ist das Geschäftsgebaren geworden. Die Zeit der Sonnenkönige ist offensichtlich vorbei, vermutlich auch die von literarischen Salons im Kreise von … Die aktuellen Probleme der Buchbranche bleiben davon unberührt

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