Statement des Hochfelder Klüngelclub zum Besuch des Bundespräsidenten in Duisburg

Bild aus dem Stadtteil HochfeldDer Besuch des Bundespräsidenten Joachim Gauck in Duisburg hatte zunächst beim Klüngelklub, der Haus- und Grundeigentümerinitiative in Hochfeld, Freude und Zustimmung ausgelöst, würde doch endlich ein Berliner Politiker Notiz von den Lebensbedingungen in Hochfeld nehmen. Tausende von Armutsflüchtlingen aus vor Allem Südosteuropa stellen die Integrationsfähigkeit des Stadtteils auf eine harte Probe!
Um so größer nun unsere Enttäuschung:
Unser Angebot, als Bewohner des Stadtteils dem Präsidenten diesen vor Augen zu führen, wurde von den Zuständigen nichtmals abgesagt. Zu groß wohl die Furcht, der Bundespräsident könnte etwas von den Problemen Duisburgs, bemerken. Statt dessen wird ihm vom Oberbürgermeister eine Mustereinrichtung vorgezeigt. Die besuchte Straße ist hermetisch abgesperrt, als habe der Präsident Angst vor seinen Bürgern. Stattdessen werden ihm 25 glockenhelle Stimmchen ein Begrüßungsliedchen trällern; wo sind eigentlich die übrigen etwa 35 Kinder der Tageseinrichtung zu dieser Zeit? Wo die Hunderte von bulgarischen Kindern, die zugewandert sind.
Wir, die Mitglieder des Klüngelklubs, wollten unsere Hinweise auf die wahren Lebensumstände im Viertel vor Ort demonstrieren und die Hilfe der Bundesrepublik Deutschland für eine Stadt(spitze) reklamieren, die ihre Probleme nicht alleine schultern kann. – Zugelassen sind nur die Bewohner der besuchten Straße. Als ehemaliger Bewohner der DDR wird Herr Gauck das ja immerhin kennen.
Es drängt sich auf zu vermuten, dass die Duisburger Stadtspitze ein Interesse an der Verschleierung der Wahrheit hat. Möchte sie vermeiden, dass die eigenen Versäumnisse offenbar werden? So sauber waren die Straßen die letzten 10 Jahre nicht!
Wir sind enttäuscht über die Ignoranz der Düsseldorfer Staatskanzlei sowie des Präsidialamtes, die uns ebenso wie die Bundesregierung ignorieren. Wir sind ebenso enttäuscht von dem OB Sören Link. Wir hatten nach Adolf Sauerland eine Verbesserung erwartet.
Unser Appell: Ein Stadtteil,
– dessen Bevölkerung zu 70% Migrationshintergrund hat,
– in dem mehr als 120 Nationen zusammenleben,
– der mit das niedrigste Durchschnittseinkommen in Duisburg hat,
– dessen kulturelle Schätze schwer zu entdecken sind,
– dessen Kommune schlichtweg „pleite“ ist,
hat ein Problem:
– Wer soll die Integrationsarbeit leisten?
– Mit welchen Mitteln?
Deshalb fordern wir die Bundesrepublik Deutschland auf, den Kommunen zusätzliche Mittel zur Hand zu geben, um die Probleme der Armutswanderung reduzieren zu können. Geradezu genial wäre eine Strategie, die Ursachen der Armut zu beseitigen!

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