Piratenfraktion NRW: Stadionbesuche sind sicher

Die Piratenfraktion im Landtag NRW bewertet Besuche von Fußballstadien als sicher. Damit widerspricht sie einer neuen Statistik der Zentralen Informationsstelle Sport (ZIS) über die Saison 2011/12, die diese Woche vom Ministerium für Inneres und Kommunales (MIK) veröffentlicht wurde. In der dazugehörigen Presseerklärung heißt es unter anderem, dass es „von Jahr zu Jahr mehr Ausschreitungen und mehr Gewalttäter im Stadion und im Umfeld der Bundesligaspiele gibt.“ NRW-Innenminister Ralf Jäger spricht von einem „Alarmsignal“.

 

Gegen diese einseitige Auslegung der Statistik wehrt sich Frank Herrmann, Obmann im Innenausschuss. „Die neuen Zahlen der ZIS zeigen, dass die Verletztenzahlen im Verhältnis zu den stark wachsenden Zuschauerzahlen marginal gestiegen sind. Die Zustände rund um die Fußballspiele werden damit wieder einmal dramatisiert.“

 

Laut der ZIS wurden die Spiele der 1. und 2. Bundesliga 2011/12 von 18,7 Millionen Zuschauern besucht, was gegenüber der vorherigen Saison 2010/11 eine Steigerung um 1,3 Millionen darstellt. Diese Tatsache der stark ansteigenden Zuschauerzahlen wird in den aktuellen Medienberichten und in der Presseerklärung des MIK nicht erwähnt. In der Saison 2011/12 wurden 1.142 Menschen verletzt, in der Saison 2010/11 1.077. Auch bei den Strafverfahren ergibt sich ein ähnliches Bild: 2011/12 wurden 8.143 Verfahren eingeleitet, 2010/11 7.123.

 

„Im Übrigen wird in der Statistik der ZIS nicht erfasst, wodurch die Verletzungen aufgetreten sind. Für eine sinnvolle Auswertung wäre die Information aber wichtig, denn oft entstehen Verletzungen auch durch den Einsatz von Pfefferspray seitens der Polizei“, so Herrmann. Die Piratenfraktion veranstaltet regelmäßige Fan-Hearings, um die Position und Bedürfnisse der Fans in die aktuelle Diskussion um die Sicherheit in Fußballstadien einzubringen. So findet das 3. Fanhearing am 3.Dezember 2012 um 18 Uhr im Landtag NRW statt. Auch der Innenausschuss hat heute beschlossen, das Thema Anfang nächsten Jahres weiterzuverfolgen.

 

 

 

 

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