Zum Abschluss

Duisburger Filmwoche: Das Dokumentarfilm-Festival ist mit der Verleihung der Preise fast zu Ende gegangen.

Heute Nachmittag werden zwei der preisgekrönten Filme nochmals zu sehen sein. Das Filmforum war samt der einbezogenen Ressourcen ein angenehmer Veranstaltungsort. Die Sender 3Sat und Arte, die das Festival unterstützen, vergaben gestern Abend ihre Dokumentarfilm-Preise. Duisburg konnte seinen Förderpreis vergeben und die Zeitung Rheinische Post ihren Publikumspreis. Auch einer der Filme, die ich aus dem Angebot herausgegriffen hatte, um neugierig zu machen, wurde bedacht. „Thorberg“ mit dem 3Sat Dokumentarfilm-Preis.
Einen Überblick und die jeweiligen Begründungen sind auf der Online-Präsentation der Filmwoche zu sehen.

Das Festival stand übrigens unter einem Motto: Räume. Ich habe es bislang außen vor gelassen, weil ich dem durchaus klugen Versuch, der Veranstaltungsreihe durch ein Bild mehr Präsenz zu verschaffen, nicht im Wege stehen wollte. Die Nachricht, dass das Festival finanziell gesichert sei, kam erst spät, nicht allzu viele Tage vor Beginn. Kultur oder das, was man dafür hält, ist längst nicht mehr selbstverständlich. Unter anderem ist die Reichweite von Veranstaltungen zu einem entscheidenden Faktor geworden, und in dieser Hinsicht hatte das Dokumentarfilm-Festival viel zu bieten, besonders durch die involvierten TV-Sender.

Für mich ist die Präsentation von zeitgenössischen Arbeiten aus den letzten Monaten und die Auseindersetzung mit aktuellen Themen jedoch wichtiger. Öffentlichkeit lässt sich zusätzlich auch durch die neuen Medien, werden sie angemessen eingesetzt, leichter herstellen als noch vor Jahrzehnten, als das Festival begann. Dies hilft den Veranstaltungen als auch der Stadt, dem Veranstaltungsort als auch dem gesamten ‘Raum’. Dennoch besteht die Gefahr, Bildern, besonders im Zusammenhang mit Fotographie oder Film, zu erliegen. Die “artifizielle Wirklichkeit”, wie im Programmheft hervorgehoben wird, als “verflochtene Korrespondenzen zwischen Raum und Zeit” auszugeben, geht vielleicht einen Schritt zu weit. Beide, Raum als auch Zeit, sind nicht separat zu haben, nicht poetisch und auch nicht pragmatisch. Da korrespondiert nichts. Sie sind stets eins. Zum Glück. Sonst hätte es das 36. Festival dieses Jahr nicht gegeben.

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Der Beitrag ist zuvor beim Freitag erschienen.

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