Trainer Kontra appelliert vor dem Frankfurt-Spiel an die Stärken der Duisburger Löwinnen

Andreas Kontra

Die letzten zwei Bundesligaspiele verloren, zudem weitere traurige Meldungen von der Verletztenfront und ausgerechnet jetzt kommt der Tabellenführer: Die Voraussetzungen für einen sorgenfreien Fußball-Nachmittag könnten für den FCR 2001 Duisburg wahrlich besser sein; doch die Devise der Löwinnen vor der Partie gegen den 1.FFC Frankfurt (Sonntag, 14 Uhr, PCC-Stadion) lautet gerade deshalb ‚Bange machen gilt nicht‘ oder wie es Trainer Andreas Kontra formuliert: „Frankfurt ist Favorit, ganz klar, aber wir müssen einfach wieder mehr an unsere Qualitäten glauben und unsere Fehler im Defensivverhalten abstellen.“

Mit welchem Personal diese Vorlage umgesetzt werden soll, ist noch völlig offen – vor allem wegen der Fragezeichen aus der medizinischen Abteilung. So trainiert Marina Himmighofen zwar mit, ob es aber nach ihrer Knieverletzung aus dem Freiburg-Spiel schon für einen Starteinsatz reicht, entscheidet sich wohl erst nach dem Samstag-Training. Dasselbe gilt auch für Mandy Islacker, die Sturmführerin leidet ebenso wie Jackie Groenen an einem eingerissenen Meniskus im linken Knie und ist zunächst einmal für diese Woche krankgeschrieben. Interims- und Co-Trainer Kontra weiß aber: „Mandy möchte unbedingt spielen, wenn die Schmerzen es zulassen.“ Allerdings: Beide Stammspielerinnen müssen wohl spätestens in der Winterpause operiert werden.

Somit bestimmen die medizinischen Diagnosen größtenteils auch, in welcher Formation der FCR 2001 dieses wichtige Spiel angeht, aber auch über die taktische Grundordnung hat das neue Trainer-Duo Kontra/ Petra Hauser noch nicht endgültig entschieden: „Das 4-1-4-1-System hat zumindest im ersten Durchgang in Wolfsburg recht gut funktioniert, aber auch ein 4-4-2 ist denkbar.“ Wichtiger ist für die Trainer aber die Einstellung der Mannschaft: „Bei der Entstehung der beiden ersten Gegentoren waren wir nicht entschlossen genug, da müssen wir auch körperlich präsenter sein“, hat Kontra von der Mannschaft in dieser Woche mehrfach eingefordert – und auch erste kleine Konsequenzen gezogen: „Wir haben wesentlich länger trainiert pro Einheit und werden auch Samstagmorgen sicher noch mal mindestens eine Stunde auf den Platz gehen.“

Dabei sollen besonders Standards trainiert werden – ein weiteres Defizit, das der Trainer ausgemacht hat, genauso wie die mangelnde Chancenauswertung; denn lediglich ein Treffer in den letzten 180 Minuten ist sicherlich unbefriedigend: „Uns gelingen immer wieder sehr schöne Ballpassagen, aber wir vergessen dabei zu oft, entschlossen abzuschließen. Dabei schießt die Mannschaft im Training und beim Aufwärmen immer wie die ein Weltmeister.“

 

„Frankfurt ist sicherlich Favorit“

 

Auch diese Punkte sollen Samstag bei der Spielvorbesprechung natürlich erwähnt werden, zum Gegner Frankfurt gibt es dagegen aus Trainersicht nicht allzuviel zu sagen: „Frankfurt ist eine absolute Spitzenmannschaft; da mag das eine oder andere Spiel nicht ganz optimal verlaufen sein, aber die Gäste kommen als Tabellenführer hierher und haben so viel Qualität im Kader, dass sie auch ein oder zwei Ausfälle locker kompensieren können.“ In diese Bewertung bezieht der Trainer ausdrücklich auch das Fehlen so wichtiger Offensivspielerinnen wie Bajramaj und Crnogorcevic mit ein.

Konsequenz: „Wir werden auch gegen Frankfurt so auftreten, dass wir auf keinen Fall ins offene Messer laufen“, will sagen: Die Grundordnung wird etwas defensiver ausfallen als in den ersten Saisonspielen – besonders weil die Trainer ein überragendes, spielstarkes Mittelfeld beim Gast ausgemacht haben, wo sich Ex-Löwin Simone Laudehr inzwischen eine dominante Stellung erarbeitet hat.

Mindestens so wichtig wie alle taktischen Finessen wird aber die Einstellung sein – und da ist Kontra durchaus optimistisch: „Die Stimmung in dieser Woche im Training ist sehr gut, die Mannschaft will unbedingt zeigen, was sie kann und ist auch sehr bereit, an den erkannten Fehlern zu arbeiten.“ Ob das am Ende für ein Erfolgserlebnis gegen das mit Nationalspielerinnen geradezu gespickte Gästeteam reicht, wird man sehen; feststeht allerdings, dass „Mannschaft und Trainer alles geben werden, um unseren Fans ein attraktives Heimspiel zu bieten. Wir wollen alle unsere Tugenden abrufen und 90 Minuten auf der Hut sein.“

 

 

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