„Finale und abschließende Stellungnahme“ für nächste Woche angekündigt: Geben Traumzeitretter auf?

Selten ist es, dass man als Journalist gespannt auf eine Pressekonferenz wartet. Schließlich stellt Apple nicht alle Tage ein neues iPad Mini vor und Microsoft geht auch nicht jeden Tag mit dem neuen Tablet baden. Wenn allerdings in der Ankündigung einer Pressekonferenz die Worte „final“ und „abschließend“ vorkommen, dann horche ich schon auf. Ich könnte nämlich zwischen den Zeilen lesen, dass die Traumzeitretter den Bettel hinwerfen.

Zugegeben – ich begebe mich hier auf eine rein spekulative Ebene, betrachtet man aber die Tätigkeit des Vereins in der letzten Zeit so ist das Aufgeben nicht unwahrscheinlich. Nachdem man zu Beginn ja ein stattliches Sümmchen für das Traumzeitfestivalzusammen hatte – momentan laut Webseite 25.000 Euro insgesamt – hoffet man ja noch 2012 ein Festival ausrichten zu können. Eine Hoffnung, die ich hier schon frühzeitig skeptisch begutachtet hatte. Nachdem das geplante Minifestival im Landschaftspark Duisburg wegen der DMG-Planungen nicht stattfinden konnte, verebbten die Aufregungswellen des Teams allmählich. Schaut man sich den offenen Brief an die Stadt an, der im September auf der Webseite veröffentlich wurde klingt dieser auch nicht gerade nach einem „Weiter so!“

Insgesamt wurde es in der letzten Zeit recht still. Gab es zu Anfang noch fast wöchentlich Pressekonferenzen und Aktionen zur Rettung des Traumzeitfestivals, so verrandeten diese allmählich. Abgesehen davon, dass die Vertreter des Vereins kaum auf örtlichen Kulturveranstaltungen zu finden waren obwohl man doch auch generell eine Lanze für die Kunst brechen wollte. Diese kann man aber nach dem Turnier wohl wieder unzerstört dem Knappen übergeben. Kooperation? Fehlanzeige. Eigene Projekte? Da gab es einige, aber nach der „Traumzeitnacht“ war vorerst auch nichts mehr geplant scheint es.

Vielmehr erzeugte sich der Eindruck, dass es im Vorstand Mitglieder gab, deren Tendenz sich in den Vordergrund zu spielen der eigentliche Sache nicht dienlich waren. Und wenn Journalisten Einladungen zu Pressekonferenzen kurzfristig erhalten – einen Tag vorher IST kurzfristig – ist es wohl nur der Spekulation auf „den großen Knall“ zu verdanken, dass Journalisten diese PKs dann doch wahrgenommen haben. Abgesehen davon, dass man sich ungeschickt gegenüber den Gesprächspartnern zeigte – der offene Brief in den die DMG angegriffen wurde war kein Ruhmesblatt.

Da der Rat der Stadt sich für ein Traumzeitfestival und für die Duisburger Akzente 2013 ausgesprochen hat, wäre der Auftrag des Vereins eigentlich erledigt: Die Rettung des Traumzeitfestivals 2012 gelangt zwar nicht, dafür aber ist das Festival als solches zumindest für 2013 geplant. Unter welcher Leitung auch immer, denn die Frage wie Tim Isforts Status zu werten ist ist nicht definitiv geklärt. Darauf spielt wohl auch der Satz im Offenen Brief vom September an: „Abgesehen von der noch offenen Frage der konzeptionellen Ausrichtung geht es auch um die Realisierung eines seriösen Planungsprozesses. “ Wie befähigt ein Verein für die Schaffung eines seriösen Planungsprozesse ist – was heißt das eigentlich? – kann ich nicht beurteilen. Da der Auftrag des Vereins nun erfüllt ist – es sei denn, man möchte sich für das Kulturleben der Stadt einsetzen, das müsste dann aber tatsächlich deutlicher zu sehen und zu hören sein – bleibt nur eins übrig: Die Auflösung des Vereins. Und dazu passen Formulierungen wie „final“ und „abschließend“ durchaus – es wäre nicht verwunderlich wenn ich aus Isforts Munde nächste Woche die Auflösung des Vereins hören würde. Denn an eine Neausrichtung zur Förderung und Unterstützung der Kultur mag ich nicht so recht glauben…

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