Uranium-Action-Day in Duisburg unter dem Motto: Uran – Dreckig, giftig, tödlich! Uranindustrie stoppen in Duisburg und weltweit

Foto: Michael Zerkübel

AntiAtom-Bündnis-Niederrhein macht mit fantasievollen Kostümen und einem Augenzwinkern auf die Problematik der internationalen Urangewinnung und -verabeitung aufmerksam.

Anlässlich des 55. Jahrestages der Atomkatastrophe von Majak – nach Tschernobyl und Fukushima der drittschwerste atomare Unfall überhaupt – fand am 29. September ein internationaler Protesttag gegen den Abbau und die Weiterverarbeitung von Uran zu Brennelementen statt. Es gab Protestaktionen in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Russland, der Türkei, Finnland und weiteren Staaten.

In der Bundesrepublik Deutschland gerät dabei der international tätige Urenco-Konzern, der in Gronau die einzige deutsche Urananreicherungsanlage betreibt, in den Fokus der Atomkraftgegner. Hier wird Uran für den Einsatz in Atomkraftwerken in aller Welt vorbereitet.

Das AntiAtom-Bündnis Niederrhein betont  u. a.: „Permanent wird nach weiteren Uranabbaugebieten gesucht. Die Produktion in der atomaren Spirale geht nach dem Uranabbau weiter mit Urananreicherung und Brennelementefertigung. In jedem der Schritte entsteht radioaktiver Müll, von dem niemand weiß, wo er gelagert werden soll – weltweit gibt es kein sicheres Endlager. Auch die zeitweise Abschaltung aller Atomkraftwerke in Japan hat gezeigt: Wir brauchen keinen Atomstrom! Die Stromversorgung der Zukunft liegt bei Erneuerbaren Energien, gepaart mit einer effizienteren Nutzung und Einsparung von Energie.“

Dass auch das Ruhrgebiet und Duisburg direkt von den Risiken der Uranverarbeitung betroffen ist, betont Kerstin Ciesla vom BUND: „Es wird nicht nur verschwiegen, dass der Uranabbau und die Weiterverarbeitung zu Brennelementen  alles andere als sauber ist und zudem schwerwiegende soziale Probleme verursacht. Vielmehr kommt es im sogenannten Urankreislauf  zu einer Vielzahl an riskanten Transporten, die auch Duisburg und das Ruhrgebiet betreffen. So startete am 24.September ein Transport von 450 Tonnen radioaktivem Uranhexafluorid, einem Abfallprodukt bei der Herstellung von Brennelementen, von der Urananreicherungsanlage von Gronau aus ins französische Pierrelatte. Die Transportrouten verlaufen an den Metropolregionen Ruhrgebiet, Düsseldorf und Köln mit nahezu 5 Millionen Einwohnern vorbei. Nicht auszudenken, was im Falle eines schwerwiegenden Unfalls passieren könnte. Gerade der mangelhafte Zivil- und Katastrophenschutz im Zusammenhang mit dem jüngsten Großbrand in Krefeld zeigt doch auf, dass diese Transporte vollkommen unverantwortlich sind.“

Die Aktivisten des AntiAtom-Bündnisses Niederrhein beteiligten sich  an den vielfältigen Aktionen und traten verkleidet als Atommüll-Fässer, Figuren aus der TV-Serie „Die Simpsons“ oder als Tod kostümiert am Samstag ab 10.00 Uhr auf dem  Hochfelder Markt auf. Dieser ungewöhnliche Auftritt erregte die Aufmerksamkeit vieler Marktbesucher.  Im Rahmen dieses „Walk-Acts“ informierten die AtomkraftgegnerInnen die Bürgerinnen und Bürger über die vielfältigen Risiken und die internationale Verflechtung der Atomindustrie. Anschließend begaben sie sich zu einer kurzen Abschlusskundgebung zum Duisburger Firmensitz der Firma Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF), der sich auf der Wörthstraße in Duisburg-Hochfeld befindet. Diese Firma stellt für die Urananreicherung unerlässliche Röhrensysteme her.

Im Rahmen der Protestaktion verteilten die AtomkraftgegnerInnen Hunderte Informationsblätter und kamen mit zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch. Michael Zerkübel vom AntiAtom-Bündnis Niederrhein hierzu: „Viele der angesprochenen Passanten zeigten sich überrascht, dass sie den Risiken des atomaren Brennstoffkreislaufs doch so unmittelbar ausgesetzt sind. Hier ist weitere Information nötig. Dies bestätigt uns in unserer Arbeit.“

 

 

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