Bündnis gegen Antisemitismus fordert die Aberkennung der Ehrenprofessur für Hanan Ashrawi an der Universität Duisburg-Essen

In einem Brief an das Rektorat der Hochschule, sowie an alle registrierten hochschulpolitischen Gruppen, hat das Duisburger Bündnis gegen Antisemitismus (BgA) die nachträgliche Aberkennung der Mercator-Professur für Prof. Dr. Hanan Ashrawi gefordert. Die palästinensische Politikerin, die Mitglied des PLO-Exekutivkomitee ist, hatte kürzlich den mehr als 800.000 jüdischen Flüchtlingen, die vor und während der israelischen Staatsgründung ihre arabischen Heimatländer verlassen mussten, politisches Kalkül unterstellt. In mehreren veröffentlichten Artikeln behauptete sie, es hätten schlichtweg niemals jüdische Flüchtlinge existiert.

 

Die Frage, dieser oft vergessenen Flüchtlinge, wird in den kommenden Tagen in New York, auf der jährlich stattfindenden Generalversammlung der Vereinten Nationen, erörtert.“Frau Ashrawis Aussagen, dürfen seitens der Universität Duisburg-Essen nicht unkommentiert bleiben und nehmen die Universität in die Pflicht, sich zu den Ausfällen Frau Ashrawis zu verhalten, mit deren Namen sich die Universität Duisburg-Essen in den vergangenen Jahren geschmückt hat“, fordert BgA-Sprecher Felix Möser.

 

Auch um dieses Thema geht es am Donnerstag dieser Woche in einer Veranstaltung im Djäzz Duisburg mit Sebastian Mohr und Dr. Tilman Tarach

 

Der Brief im Wortlaut:

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

 

Seit nunmehr fünf Jahren hat die Anglistin und prominente Politikern der Palestinian Liberation Organisation (PLO) Prof. Dr. Hanan Ashrawi die Ehrung der Mercator-Professur inne, die einmal im Jahr an der Universität Duisburg-Essen für „Weltoffenheit“ und „Weitblick für die wichtigen Zeitfragen“ vergeben wird.[1] Anfang September veröffentlichte Frau Ashrawi mehrere Artikel in arabischen Zeitungen sowie einen längeren Kommentar in der Huffington Post, in denen sie wider jeder historischen Faktizität, die Ansicht vertrat, es hätte im Zuge der israelischen Staatsgründung keine jüdischen Flüchtlinge aus arabischen Staaten gegeben, sondern nur „freiwillige, zionistische Emigranten“. [2] Mehr als 800.000 arabische Juden erzählen jedoch eine andere Geschichte. Nämlich die von Pogromen, Mord und Vertreibung – auch bereits vor der Staatsgründung Israels. Frau Ashrawi, die vorgibt sich für Frieden und die Rechte von palästinensischen Flüchtlingen einzusetzen, verbreitet bewusst Lügen und Unwahrheiten und verdreht historische Tatsachen auf unerträgliche Art und Weise.

 

Sie ist natürlich nicht von ungefähr Mitglied einer Organisation, die ihre Ziele jahrzehntelang mit den Mitteln des Terrorismus zu erreichen versuchte – auch sie hält beispielsweise jüdische Siedler für „legitime Ziele palästinensischen Widerstands“.[3] Als führendes Mitglied der PLO ist sie mitverantwortlich für Verordnungen, die es sämtlichen Palästinensern unter Androhung der Todesstrafe untersagen, Land an Juden zu verkaufen. Für sie ist jede jüdische Präsenz in Israel „Besatzung“: Den jüdischen Staat dämonisiert sie als „Apartheid-Regime“.[4] Damit verhöhnt Frau Ashrawi den antirassistischen Kampf in Südafrika während der Apartheid.

 

Vor allem jetzt, da das Thema der jüdischen Flüchtlinge Ende September auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen besprochen werden wird, stehen auch wir in Duisburg, und vor allem an der Universität, in der Pflicht, uns zu den Ausfällen einer Person zu verhalten, mit deren Namen sich die Universität Duisburg-Essen in den vergangenen Jahren geschmückt hat.

 

Wir bitten Sie daher um eine Stellungnahme innerhalb der kommenden Tage und hoffen, dass Sie sich für eine nachträgliche Aberkennung der Ehrenprofessur einsetzen werden.

 

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

 

Studierende der Universität Duisburg-Essen und Mitglieder im Bündnis gegen Antisemitismus Duisburg [per E-Mail].

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