Internetzeitalter stellt wohnungslose Menschen vor große Herausforderungen – Diakonie RWL unterstützt bei der Job- und Wohnungssuche im Web

Viele Wohnungslose haben keinen Zugang zum Internet. „Mehr als 26 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung haben noch immer keinen Internetzugang, darunter sind viele wohnungslose Menschen, die deshalb Schwierigkeiten haben bei der Job- und Wohnungssuche“, so Jan Orlt, Geschäftsführer des Westfälischen Herbergsverbandes – Fachverband für Wohnungslosenhilfe in der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe (WHV). Die zu diesem Personenkreis der „Offliner“ gehörenden Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten werden vom Westfälischen Herbergsverband beraten, betreut und unterstützt. Wohnungslose nutzen das Internet nicht, weil ihnen sowohl die notwendige Hardware, aber vor allem auch Kompetenzen und Erfahrungen im Umgang mit dem Internet fehlten. „Wir setzen uns dafür ein, dass wohnungslose Menschen Zugänge zum Internet erhalten und Kompetenzen erwerben“, betont Jan Orlt. In den diakonischen Beratungsstellen und vielen stationären Wohneinrichtungen stehen Computer für die Nutzerinnen und Nutzer zur Verfügung. Persönliche Beratung gehört inzwischen selbstverständlich zum Angebot.

Internetzugang in der Beratungsstelle
„Ich finde es gut, dass die Einrichtung einen PC mit Internetzugang zur Verfügung stellt, weil ich zu Hause keinen habe“, sagt ein regelmäßiger Besucher der Beratungsstelle in Schwelm. Dort steht ein PC im Aufenthaltsraum. Er benötige den Computer auch, um seine Chancen am Arbeitsmarkt zu erhöhen und nach offenen Stellen oder Wohnungen zu suchen. „Ich nutze den PC, wenn ich irgendwas mit dem Jobcenter oder mit Firmen zu erledigen habe. Manchmal schreibe ich hier auch E-Mails.“ Er recherchiert Informationen über die Firmen, bei denen er sich bewirbt. Dann schreibt er in der Beratungsstelle die Bewerbungen und druckt sie aus. „Ich will kein handschriftliches Gekritzel bei Behörden oder möglichen Arbeitgebern abgeben“, betont er.

Eigene Homepage für Wohnungslose notwendig
Um dem Informationsbedarf der Klientinnen und Klienten zu begegnen, benötige man eine eigene Homepage für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen in NRW, so Jan Orlt. „Zur Weiterentwicklung der Hilfen in Wohnungsnotfällen gehört heute die Bereitstellung von Informationen im Internet auf jeden Fall dazu. Wir müssen das Internet als Raum der Teilhabe am gesellschaftlichen und sozialen Leben für unsere Nutzerinnen und Nutzer erobern.“ Für Jan Orlt zählen zu den wichtigen Bestandteilen dieser Internetpräsenz eine Datenbank der Hilfsangebote mit Kontaktdaten, Informationen über trägerübergreifende sowie überregionale Hilfs- und Unterstützungsangebote in NRW, Hilfe bei Rechtsfragen und Arbeitshilfen zum Thema „Wohnungsnot“. Die Internetseite solle Einrichtungen und Dienste der Wohnungslosenhilfe vernetzen und „so dazu beitragen, dass wir noch effizienter helfen können“, meint der Geschäftsführer des WHV.

Der Westfälische Herbergsverband wurde 1885 gegründet und kümmert sich als Fachverband um die Belange der Wohnungslosenhilfe und die Beratung seiner Mitglieder. Der Fachverband in den Diakonischen Werken der Evangelischen Kirchen von Westfalen und der Lippischen Landeskirche vertritt 35 diakonische Träger und 80 Einrichtungen in Westfalen und Lippe. Mitarbeitende in den Einrichtungen sind Ansprechpartner für die Wohnungslosen vor Ort.

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