„Mitläufer“ Initiative „Wir gehen mit“ für ein solidarisches Sozialsystem gestartet

Duisburg – „Gemeinsam zum Amt – keiner wird allein gelassen“, das ist der Grundgedanke der Graswurzelbewegung der „Mitläufer“. Die Mitglieder begleiten ehrenamtlich Menschen bei Jobcenter-Terminen. Gemeinsam wollen sie den Verein „Wir gehen mit“ in den nächsten Wochen gründen, um Menschen vor Ort zu helfen. 

 

Der öffentliche „Rücktritt vom Amt“  des politischen Geschäftsführers der Piratenpartei Deutschland Johannes Ponader, hat eine öffentliche Debatte über die Behandlung von Hilfesuchenden durch das Jobcenter angefacht. Betroffene fühlen sich nicht selten allein gelassen. Sehr schnell entwickelte sich die Idee zur Gründung eines Vereins mit Namen und Ziel „Wir gehen mit“. In einer beispiellosen Welle der Solidarität erklärten sich in kürzester Zeit bundesweit zahlreiche Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten bereit, als „Mitläufer“ den Betroffenen beizustehen und sie zu begleiten.

 

„Es war für mich selbstverständlich mich hier zu engagieren“, erklärt Frank Knott, einer der Mitläufer in Duisburg, „ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist nicht allein vor dem Mitarbeiter des Jobcenters zu sitzen. Da fühlt man sich oft völlig hilflos. Eine zweite Person kann da viel helfen und Rückendeckung geben.“

 

Die rechtliche Grundlage der Begleitung ist das Sozialgesetzbuch (§13 Abs.4 SGB X): „Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand vorgetragene gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht.“

 

Besonders wichtig ist allen Mitläufern die Parteiunabhängigkeit der Initiative. Der Verein „Wir gehen mit“ soll völlig autark agieren. Die Initiative lebt von der Unterstützung vieler Menschen, die sich für ein solidarisches Miteinander einsetzen wollen. Seit dem Start im Juni 2012 haben bereits viele Begleitungen erfolgreich stattgefunden.

 

„Bei den Mitläufern geht es nicht um eine politische Demonstration“, stellt auch der Initiator Till Riebeling klar,  „sondern um die soziale Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen in dieser Gesellschaft. Deshalb gehen wir mit und stellen uns an die Seite der Menschen, die sonst in diesem System oft allein gelassen werden.“

 

Ansprechpartner in Duisburg:

Frank Knott, Tel: 02065-7923199
Hans-Peter Weyer, Tel: 0203-92860230

Kontakt zu den Mitläufern (bundesweit):

Telefon: +49 (0) 02065-7923199

E-Mail: mitlaeufer@wirgehenmit.org

Twitter: @wirgehenmit 

Facebook: http://www.facebook.com/groups/376167139104489/

 

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2 thoughts on “„Mitläufer“ Initiative „Wir gehen mit“ für ein solidarisches Sozialsystem gestartet

  1. wir Mitläufer agieren nach dem folgenden Kodex

    im Konsens ausgearbeitet und beschlossen)

    1. Mitläufer begleiten ehrenamtlich Hilfesuchende zu Terminen bei Ämtern und zum Jobcenter.
    Sie unterlassen dabei alles was dem Hilfesuchenden in seiner Sache schaden könnte.

    2. Mitläufer erstellen nach einer Begleitung, in Absprache mit dem Begleiteten, ein Gedächtnisprotokoll welches dem Hilfesuchenden auf Wunsch übergeben wird. Das Protokoll wird vom Mitläufer und dem Begleiteten unterschrieben.

    3. Verschwiegenheit über persönliche Daten ist uns sehr wichtig und wir behandeln die uns zur Kenntnis gebrachten Informationen absolut vertraulich!

    4. In der Regel ist der Mitläufer ein stummer Begleiter, der sich gegebenenfalls Notizen macht. Nur nach vorheriger Absprache mit dem Begleiteten, wird der Begleiter in die Diskussion mit dem Sachbearbeiter eingreifen.

    5. Es findet keine Missionierung statt: Keine Beeinflussung zum Zwecke politischer, religiöser oder wirtschaftlicher Anwerbung oder der aktiven Mitarbeit bei den Mitläufern. (Nur zur Information: Wir dulden KEINE Nazis bei uns!!)

    6. Zuverlässigkeit: Ein Mitläufer hält sich gerne an die getroffenen Vereinbarungen.

    7. Das Protokoll wird nur auf Wunsch des Hilfesuchenden anonymisiert veröffentlicht!

    8. Der Begleitete kann jederzeit (auch während des Termins) den Mitläufer ohne Angabe von Gründen aus seiner Funktion entlassen. Hierauf weist der Mitläufer hin und respektiert den Wunsch des Hilfesuchenden.

    9. Bei Verstößen gegen die gemeinsam beschlossenen Verhaltensregeln ist eine Beschwerde über einen Mitläufer unter folgender Adresse möglich:
    mitlaeufer@wirgehenmit.org
    Wir versuchen dann gerne zu schlichten (und müssen es uns natürlich letztendlich auch vorbehalten, einzelne Mitläufer die sich nicht an die Regeln halten, auszuschließen).