Ferienende: Demokratie in bester Ordnung – Gefahren in Duisburg

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adolf-sauerland2 (Photo credit: xtranews.de)

Was für eine Hitze! Unglaublich. Da kann man nur noch die Polizei rufen. Was will man auch sonst machen?! Aber die kann auch nichts daran ändern, dass die Sommerferien jetzt zu Ende sind. Das heißt: es geht wieder los. Spätestens jetzt. Die Kanzlerin ist ja schon eine ganze Weile wieder im Einsatz. Urlaub zu Ende, sofort eine Kabinettssitzung und dann erst einmal ab nach Kanada. Wieder zuhause die Untertanen empfangen, um Ihnen zu sagen: „…“ (Sorry! Ich finde jetzt das Zitat nicht. Aber irgendetwas hat sie gesagt. Ganz bestimmt). Und mit ein bisschen Glück konnte man sogar ein Autogramm ergattern. Angela Merkel. Klasse.

Hatten Sie, wenn ich fragen darf, im Urlaub, wenn Sie im Urlaub waren, einen Internet-Anschluss? Ich frage deshalb, weil ich doch gar nicht weiß, was Sie im Urlaub überhaupt mitbekommen haben. Von der Politik, meine ich. Nur mal angenommen, Sie hätten rein gar nichts mitbekommen, was ich mir bei Ihnen eigentlich gar nicht vorstellen kann… – aber nur mal angenommen. Dann kann ich Ihnen sagen: Sie haben eigentlich nichts verpasst. Wie das so ist: Sommerpause, Sommerloch, tote Hose. Ja sicher: der Euro. Sehr schön auch: die Beschneidung. Und natürlich, als Extra nicht nur für die Sozis unter Euch/Ihnen: die K-Frage.

All diese spannenden Themen in dieser Affenhitze. Schweißtreibend! Wäre schade, wenn Sie – nur mal angenommen – das verpasst hätten. Demokratie as usual. Die Dinge nehmen ihren demokratischen Lauf; alles geht seinen demokratischen Gang. Alles in bester Ordnung – außer vielleicht in Duisburg. Das ist das sympathische Örtchen, wo die Bürger (siehe oben) nach der Polizei rufen, wenn´s draußen mal etwas wärmer wird. Man kann sowieso nicht schlafen, und dann hören die Nachbarn auch noch Musik. Bei geöffnetem Fenster! Der Duisburger an sich – müssen Sie wissen – ist nämlich ein äußerst sensibles Wesen. So etwas braucht das Land!

 

Beispiel Demokratie: da gibt es innerhalb der CDU eine Initiative, die sich Sorgen um den „Erhalt der Demokratie“ macht. Schöne Sache! Sie müssen nämlich wissen, dass es in Duisburg eine Christdemokratin gibt, die jetzt im Düsseldorfer Landtag sitzt, aber – und jetzt kommt der Hammer! – gleichzeitig auch im Duisburger Stadtrat. Sie heißt – Sie brauchen sich aber den Namen nicht zu merken – Petra Vogt. Die Frau hat jetzt – einerseits – eine Heidenarbeit, gefährdet aber andererseits genau damit unsere Demokratie. Schlimm sowas! Noch schlimmer als Musik Hören bei offenem Fenster, wenn Sie mich fragen. Die schlimmste Kombination sind freilich CDU-Politiker und Musik draußen.

Wo wir gerade bei Adolf Sauerland sind: diese wackeren CDU-Dissidenten hatten schon Ende letzten Jahres „mehr Demokratie“ angemahnt, besser gesagt: anmahnen wollen. Denn selbstredend, hatten sie eingeräumt, dass zunächst einmal die „Solidarität mit Adolf Sauerland“ alle Kräfte binden müsse, und erst dann die Demokratie, sorry: mehr Demokratie auf der Tagesordnung stehen könne. Verstehen Sie?! – Okay, so 100%ig kann man das auch nicht verstehen. Kurzfassung: jetzt ist es so weit. Und wenn dann auch noch eine Frau (habe den Namen vergessen) die Demokratie in Gefahr bringt.

Der Duisburger an sich ist überhaupt ein äußerst sensibles Wesen – gerade in Sachen Demokratie. Auch und sogar, wenn er nicht einmal CDU-Mitglied ist. Er weiß, dass so ein zartes Pflänzchen wie die Demokratie im Grunde immer in Gefahr ist. So war es auch damals schon. Lang ist´s her, man kann sich echt kaum noch dran erinnern. Damals – also kurz vor oder zu Beginn dieser jetzt zu Ende gehenden Sommerferien. Da war sie auch schon in extremer Gefahr, die Demokratie. Ja! Wissen Sie das denn gar nicht mehr?! Diese niedrige Wahlbeteiligung, mit der Sören Link zum Oberbürgermeister gewählt wurde…

 

Gut, das ist Duisburg. Ständig die Demokratie in Gefahr. Eine lokale Spezialität. Schön, dass die Bürger dieser Stadt an Rhein und Ruhr höllisch aufpassen! Denn Duisburg… – ich will ja nichts sagen. Aber sonst, wie gesagt: alles in bester Ordnung. Die Dinge nehmen ihren demokratischen Lauf; alles geht seinen demokratischen Gang. Und damit das auch so bleibt, also nicht auch noch gesamtdeutsch Gefahren auf die Demokratie zukommen, haben wir die Bundeswehr. Die passt auf. Sie erinnern sich: als wir die noch nicht hatten, wurden wir Deutsche ständig überfallen. Aber jetzt passt die Bundeswehr auf; militärisch gesprochen: sie klärt auf.

Aufklärung – das hat jetzt nichts mit der Bravo zu tun oder mit so einer ideengeschichtlichen Epoche oder Idee oder so. Aufklärung – das ist sozusagen so eine Art Fachausdruck für Aufpassen. Auf gar keinen Fall zu verwechseln mit Spionage. Und wie gern werden diese beiden grundverschiedenen Dinge verwechselt! Merke: Spionieren – das machen nur die Chinesen oder die Geheimdienste. Da die Bundeswehr aber weder vornehmlich aus Chinesen besteht noch ein Geheimdienst ist, ist dieses Missverständnis damit auch geklärt. Die Bundeswehr klärt auf, darf – wie das Bundesverfassungsgericht letzte Woche klargestellt hat – auch militärisch im Inland tätig werden, und Oberst Klein wird General.

Dann heißt der natürlich nicht mehr – das ist ja logisch – Oberst Klein, sondern – scharf nachgedacht – General Klein. Der schießt auch schon mal scharf, besser gesagt: lässt scharf schießen, noch besser: bomben. Siehe hierzu auch: wehrhafte Demokratie. Alles in bester Ordnung. Außer in Duisburg, wo die Demokratie mitunter, eigentlich ständig ganz erheblichen Gefahren ausgesetzt ist. Eigentlich sollte das die Bundeswehr mal aufklären. Ohne zu spionieren, versteht sich. Die gibt einfach ihre Informationen an die CIA weiter, die diese wiederum an die Al Qaida weitergibt. Und wenn diese wehrhaften Demokraten keine Lust haben sollten, Duisburg zu bombardieren, schickt sie einfach Oberst Klein. Entschuldigung: General Klein.

 

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2 thoughts on “Ferienende: Demokratie in bester Ordnung – Gefahren in Duisburg

  1. Egal, ob man nun zu den Gegnern oder Unterstützung von Sauerland gehört, die ersten Anschläge auf die Parteihochburg hat Duisburg als Vorboten einer Revolution längst erlebt.

    Historisch betrachtet war es eine maßlose Scham, den Posten des Oberbürgermeisters an einen Schwarzen zu verlieren, und das in einer traditionell Roten Parteihochburg.

    Die verheerende Wahlbeteiligung bei Sören Link kann vordergründig in die Serie von Duisburg als ewig Rotes Schlusslicht beim Städteranking eingereiht werden. Die Geschichtsschreibung wird es jedoch als weiteres Signal für den unaufhaltsamen Niedergang eines monopolistischen Regiems deuten.

    Zumal die schlechte Wahlbeteiligung bei Sören Link und Ralf Jäger kein Einzelfall sind. Schon bei der letzten Landtagswahl NRW standen die beiden als Letzte auf der Liste von allen Landtagskandidaten in NRW. Historische betrachtet ist es schon dreist, wenn die größten Verlierer die höchsten Posten bekommen.

    Die Menschen entziehen dem Monopol und System Parteihochburg ihre Unterstützung. Wie die mittelalterliche Stadtmauer von Duisburg verfallen die Hochburgen (z.B. auch Montanindustrie und Mediengigant).

    Traditionen zu pflegen ist eine „freiwillige Leistung“. Stattdessen entstehen ständig neue Trümmergrundstücke des Versagens – tödlich bei Loveparade und durch Feinstaub.

    (aktuelle Bergschäden: Schimmel durch Drängewasser in einer Schule von Walsum. Die befallenen Räume werden aufgegeben. Das wurde bemerkt, nachdem die Renovierung für 1,3 Mio € gerade abgeschlossen war. Dagegen ist die Mercatorhalle ein Klacks.)

    • Die befallenen Räume werden aufgegeben … und die Schule wird erneut umgebaut.

      Berbschäden können bei Tel. 0800 2 727271 gemeldet werden. Das Angemelden von Ansprüchen ist jedoch zumeist zwecklos, eben reviertypisch.