Arbeitsmarkt Duisburg: Der Rückgang der Arbeitslosigkeit setzt sich auch im Juli weiter fort

Duisburg – „Der Rückgang der Arbeitslosigkeit setzt sich auch im Juli weiter fort. Dies ist erfreulich, weil im Juli eigentlich ein saisonaler Anstieg der Zahlen zu erwarten gewesen wäre“, so Ulrich Käser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg zur aktuellen Entwicklung am Duisburger Arbeitsmarkt.

Arbeitslosenzahl im Juli: – 43 auf 31.260
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: – 475
Arbeitslosenquote im Juli: – unverändert bei 12,8 Prozent

Mit 31.260 arbeitslos gemeldeten Duisburgerinnen und Duisburgern waren im Juli 43 oder 0,1 Prozent weniger Personen als im Juni 2012 arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Juli 2011 bedeutet dies einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 475 Personen oder 1,5 Prozent.

Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 12,8 Prozent. Im Juli des Vorjahres lag die Quote bei 13,1 Prozent.

Die Zahl der Personen, die in Qualifizierungen, Aktivierungsseminaren und Arbeitsgelegenheiten beschäftigt waren und deshalb nicht als Arbeitslose gezählt werden (Unterbeschäftigung im engeren Sinne), lag im Juli 2012 bei
7.903 und damit um 191 oder 0,5 Prozent niedriger als vor einem Jahr im Juli 2011.

Betrachtet man die Entwicklung nach den Rechtskreisen getrennt, so hat sich die Arbeitslosenquote im Versicherungsbereich (SGB III) im Juli gegenüber dem Juni um 0,1 Prozentpunkte erhöht auf jetzt 2,4 Prozent. Im Juli 2011 lag die Quote im SGB III Bereich ebenfalls bei 2,4 Prozent.
Im Juli 2012 waren 5.873 Duisburgerinnen und Duisburger im Versicherungsbereich arbeitslos gemeldet. Dies ist ein Anstieg um 324 oder 5,8 Prozent gegenüber dem Juni 2012. Im Vergleich zum Juli 2011 (5.726) verzeichnen wir im Bereich des Arbeitslosengeld I-Bezuges ebenfalls einen Anstieg der arbeitslos gemeldeten Personen um 147 oder 2,6 Prozent.

 
In der Grundsicherung (SGB II) sank die Arbeitslosenquote von Juni auf Juli
2012 um 0,1 Prozentpunkte von 10,5 Prozent auf jetzt 10,4 Prozent. Im Juli 2011 lag sie bei 10,7 Prozent. Die Quote im SGB II-Bereich ist damit gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,3 Prozentpunkte niedriger.
In der Grundsicherung verringerte sich die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen im Juli auf 25.387 Menschen (- 367 Personen oder – 1,4 Prozent gegenüber dem Vormonat). Gegenüber dem Juli 2011 (26.009) sank die Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung um 622 Personen oder 2,4 Prozent.

Die Zahl der Zugänge in Arbeitslosigkeit insgesamt ist im Juli saisonüblich angewachsen. Sie stieg von 4.707 im Juni auf jetzt 5.645 im Juli (+ 938 oder 19,9 Prozent). Im Juli des Vorjahres hatten wir 5.376 Zugänge in Arbeitslo sigkeit, dies bedeutet dies ebenfalls einen Anstieg um 269 oder 5,0 Prozent bezogen auf den Vorjahresmonat.

Von den 5.645 neu gemeldeten Arbeitslosen kamen im Juli 2012 1.588 aus einer vorhergehenden Erwerbstätigkeit. Gegenüber dem Juni 2012 mit 1.339 Zugängen aus Erwerbstätigkeit verzeichnen wir hier einen Zuwachs um
249 oder 18,6 Prozent.
„Darin enthalten sind allein 542 Personen, die sich nach einer Ausbildung arbeitslos gemeldet haben, das sind 40 Prozent der Zugänge aus Erwerbstätigkeit. Im Vormonat waren es mit 106 Zugängen aus Ausbildung gerade einmal
8 Prozent aller Zugänge gewesen“, so Käser. Auch die Zahl der Schulabgänger ist im Juli um 168 Prozent höher als noch im Juni mit 66 Zugängen nach Schulbesuch.“
Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2011 ist die Zahl der Zugänge aus vorheriger Erwerbstätigkeit um 269 Personen oder 5,0 Prozent gestiegen (1.609 im Juli 2011).

Die Rückkehr in die Erwerbstätigkeit ist im Juli 2012 mit 1.591 Personen mehr Menschen als noch im Juni 2012 mit 1.289 Personen gelungen (+302 Personen oder + 23,4 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresmonat (1.761 im
Juli 2011) verzeichnen wir jedoch einen leichten Rückgang (- 170 Personen oder – 9,7 Prozent).
Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit insgesamt betrugen im Juli 5.725 Personen. Das waren 776 mehr als im Juni 2012 (4.949) und 357 weniger als vor einem Jahr im Juli 2011 (6.082).

„Die Schulferien haben gerade erst die Halbzeit überschritten und die Arbeitskräftenachfrage in Duisburg steigt schon wieder an. Diese erfreuliche Botschaft lässt auf die weitere Wirtschaftsentwicklung in der zweiten Jahreshälfte hoffen, ist aber noch mit zahlreichen Fragezeichen behaftet und bewegt sich auf niedrigerem Niveau als noch im Vorjahr“, so Käser.
Mit 930 neuen ungeförderten Arbeitsstellen wuchs der Stellenzugang gegenüber dem Juni 2012 um 157 oder 20,3 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat Juli 2011 mit 1.199 neu gemeldeten Stellen verzeichnen wir hingegen
einen um 269 oder 22,4 Prozent geringeren Stellenzugang.
Der Bestand an Stellenangeboten stieg gegenüber dem Vormonat um 109 oder 3,8 Prozent auf jetzt 2.946 Stellenangebote. Im Vergleich zum Vorjahresmonat fällt der Stellenbestand jedoch um 157 Stellen oder 5,1 Prozent
niedriger aus(3.103 Stellenangebote im Juli 2011).

„Die Zahl der arbeitslosen Personen unter 25 Jahre hat im Juli deutlich zugenommen. Dieser „normale“ saisonale Anstieg fällt in diesem Jahr deutlicher aus, weil das Ende von Berufsausbildungen und das Schuljahresende mit
seinen Schulabgängern zeitlich zusammenfallen. Im Vorjahr waren beide Gruppen durch das spätere Ende des Schuljahres statistisch stärker entzerrt. Der Anstieg der Meldungen fiel dadurch nicht so direkt ins Auge (2011: U 25
Anstieg von Mai bis August= 401; 2012: U 25 Anstieg von Mai bis Juli 363). In den kommenden Monaten werden die Schulabgänger jedoch in aller Regel eine Ausbildung oder ein Studium beginnen und die Jungfacharbeiter in eine Arbeitsstelle einmünden. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten jungen Menschen unter 25 Jahre wird sich damit wieder deutlich verringern“, erläutert Käser.
Die Jugendarbeitslosigkeit stieg damit im Juli auf jetzt 3.240 Personen. Dies ist ein Anstieg um 341 oder 11,8 Prozent gegenüber dem Juni 2012, wo der Wert noch bei 2.899 jungen Arbeitslosen lag. Im Vergleich zum Juli 2011 stieg die Zahl der arbeitslosen jungen Menschen ebenfalls um 228 oder 7,6 Prozent (Juli 2011 3.012).

Die Zahl der über 50 Jahre alten arbeitslosen Personen ist im Juli im Vergleich zum Juni 2012 weiter auf jetzt 8.244 zurückgegangen (-114 oder -1,4 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresmonat (8.182) bedeutet dies eine Steigerung um 62 oder 0,8 Prozent. Die darin enthaltene Zahl der arbeitslosen Personen über 55 Jahre ist im Juli im Vergleich zum Juni 2012 ebenfalls von 4.584 auf jetzt 4.562 weiter gesunken (-22 oder – 0,5 Prozent). Auch hier verzeichnen wir gegenüber dem Vorjahresmonat (4.404) eine Steigerung. In diesem Fall liegt sie bei 158 oder 3,6 Prozent.

Im Berichtsmonat waren 8.513 Ausländerinnen und Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen. Dies sind 17 oder 0,2 Prozent weniger als im Vormonat und 111 und 1,3 Prozent weniger als im Juli des Vorjahres (8.624).

Die Langzeitarbeitslosigkeit ist im Juli im Vergleich zum Juni (14.541) weiter auf jetzt 14.390 Personen gesunken (-151 oder –1,0 Prozent). Im Juli des Vorjahres waren noch 14.806 Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, woraus ein Rückgang im Vorjahresvergleich von 416 oder 2,8 Prozent resultiert.

Die Zahl der Kurzarbeiter für den Monat Dezember 2011 lag bei 330 Personen in 10 Betrieben. Für den Monat Februar 2012 zeigt sich im Moment in der Hochrechnung folgende Situation: 21 Betriebe mit 185 betroffenen Personen.
„Die in den Medien gemeldete Kurzarbeit bei ThyssenKrupp Steel wird in den kommenden Monaten die Kurzarbeiterzahlen wieder steigen lassen. In unseren veröffentlichten Zahlen wird sich dies aber erst in einem Abstand von einem halben Jahr niederschlagen. Dies hängt mit den Meldefristen zusammen, die erst nach diesem Zeitraum belastbare Aussagen zulassen“ so Käser.

 

„Trotz des deutlichen Anstiegs der Jugendarbeitslosigkeit ist die Zahl der Arbeitslosen insgesamt im Juli weiter leicht gesunken – eine erfreuliche Entwicklung“, betont Käser.
„Ich sehe aber in diesem jährlich wiederkehrenden Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit nach Ausbildungsende einen Auftrag an die Agentur für Arbeit. Unsere Aufgabe muss es sein, die jungen Leute, die von ihren Ausbildungsbetrieben nicht übernommen werden, so frühzeitig in den Vermittlungsprozess der Arbeitsagentur zu übernehmen, dass Arbeitslosigkeit gar nicht erst eintritt.
Dies wird die Herausforderung der kommenden Jahre sein, da der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften durch die demographischen Veränderungen kontinuierlich zunimmt. Jungfacharbeiter in die Arbeitslosigkeit zu entlassen werden wir uns nicht länger leisten können.“

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