DFB-Sicherheitsgipfel: PIRATEN fordern Fan-Arbeit statt Fan-Überwachung

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English: Logo of the German Pirate Party Deutsch: Logo der Piratenpartei Deutschland (Photo credit: Wikipedia)

Die Piratenpartei Deutschland übt deutliche Kritik am Ausgang der gestrigen Sicherheitskonferenz des DFB »Für Fußball – Gegen Gewalt« und warnt vor weiteren massiven Einschränkungen der Bürgerfreiheiten durch neue Überwachungstechnologie. Statt flächendeckender Videoüberwachung in Fußballstadien fordert sie mehr Geld für gewaltvorbeugende Fan-Projekte. An der Konferenz nahm neben Vertretern der Profifußballverbände auch Innenminister Hans-Peter Friedrich teil. Die wichtigsten Personen und deren Interessenvertretung blieben ausgeschlossen: die Fußballfans.

 

»Aus freier Fan-Kultur könnte bald Überwachungs-Kultur werden. Setzt sich Innenminister Friedrich durch, werden in Deutschland in Zukunft trotz geltender Unschuldsvermutung auch friedliche Fans präventiv überwacht. Das Kernproblem, die Bereitschaft zur Gewalt, wird nicht gelöst. Fan-Betreuer und Jugendarbeiter, die wirklich etwas bewirken können, gehen in der Gesamtsumme wieder einmal leer aus«, kommentiert Sebastian Nerz, stellvertretender Vorsitzender der Piratenpartei Deutschland.

 

So hat der DFB zwar zugesagt, seine wirtschaftlichen Zuwendungen für Fan-Projekte ab sofort um 50 Prozent zu erhöhen. Damit werden allerdings nur die Länder und Kommunen entlastet, so dass in der Gesamtsumme die Aufwendungen für die direkte Fanbetreuung gleich bleiben. Über weitere Videoüberwachungsmaßnahmen in Stadien wird hingegen nachgedacht. Für Heiko Herberg aus der Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus ist das auch aus technischer und organisatorischer Sicht Unsinn: »Die eigentliche Gewalt findet außerhalb der Stadien und fernab von Fernsehkameras statt. Außerdem werden die ebenso von Fangewalt betroffenen Regionalligen überhaupt nicht in Betracht gezogen. Das zeigt uns einmal mehr, dass die Pläne mehr dem Schutz von Prestigeobjekten als dem Schutz friedlicher Fans gelten«, so Herberg, selbst bekennender Fußballfan.

 

Die Vorhaben des Bundesinnenministeriums ist nach Ansicht der PIRATEN nur einer von vielen Bausteinen hin zu einer umfassenden Bürgerbewachung.

 

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