Was bleibt von der Traumzeit?

Foto: Thomas Rodenbücher, in Aktion: Philippe Micol

Hoffnung! Die Initiativen Kultursprung und Traumzeitretter hatten zum gestrigen Samstag (07.07.2012) eingeladen, eine Demonstration in der Duisburger Innenstadt zu besuchen. Unter dem Motto „Wo bist DU? Wir müssen reden!“ gab es Musik- und Infoveranstaltungen, die nicht allein dem Erhalt des von der Stadt abgesagten Festivals galten, sondern einem neuen Miteinander.

Die spannendste Nachricht gleich zu Beginn: Sören Link (SPD), inzwischen Oberbürgermeister, will sich für eine neue Form des Austausches und der Kooperation mit der freien Szene einsetzen! Im Interesse der Kulturszene steht, einen Kulturentwicklungsplan für Duisburg zu ermöglichen, an dessen Erarbeitung alle Aktiven beteiligt sind, die Stadt, öffentliche Einrichtungen, ebenso die Freien. Ein solches Gremium einzurichten und die Arbeit nicht im Laufe der Zeit im Ruhrsand verlaufen zu lassen, wird nicht einfach werden. Auf den Veranstaltungen auch Mitarbeiter der Oper und der Philharmonie, ebenso der Folkwang-Hochschule gesehen zu haben, lässt hoffen.

Meinen Informationen nach resultierte die Absage des Festivals auch aus personellen Gründen: Die Stadt trennte sich von Tim Isfort, der in den letzten Jahren das Festival als Honorarkraft leitete. Weil gerichtliche Verfahren laufen, ist es schier unmöglich, Aussagen wiederzugeben. Mein Eindruck ist, dass der Honorarkraft ein öffentlicher Aktionismus übelgenommen wird, der begann, als der Hauptsponsor nach der Vertragslaufzeit ausstieg und keine Alternative greifbar war. Dieser Aktionismus verschreckte einen Sponsor der Stadt, mit dessen Unterstützung ein kleines Ersatz-Festival möglich geworden wäre. Isfort wusste sich seinerseits nicht anders zu helfen, als das Heft in die Hand zu nehmen, um das Festival und seinen Job zu retten. Die Lage ist vermutlich komplex und festgefahren. Ein kommunikatives Desaster!

Es müssen tatsächlich Formen der Kooperation gefunden werden, die nicht in Zuständigkeits- und Rangstreitigkeiten enden, Formen, die auf ein kommunikatives Miteinander setzen. Dies betrifft nicht allein die Stadt, auch die Szene, der Verwaltungsvorgänge und manche Sponsorenbedürfnisse ziemlich fremd oder gar obskur vorkommen mögen. Der begangene Sommertag galt neben einigen Ansprachen aber der Musik. Die beteiligten Künstler präsentierten eine Qualität, die man ungern in Duisburg missen möchte! Unter ihnen waren der Klarinettist und Saxophonist Philippe Micol (Bild) und der Pianist Kai Schumacher zu erleben.

Eine Fotostrecke finden Sie unter http://xtranews.de/imagedesk/index.php/Duisburg/reden

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