Razzien der Mönchengladbacher Ermittlungskommission im Rockermilieu in Krefeld und Willich

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Krefeld (ots) Am 21.01.2012 kam es in der Mönchengladbacher Altstadt zu einem gewalttätigen Aufeinandertreffen zwischen Rockern der Gruppierungen Bandidos und Hells Angels sowie deren Supportern, an dem ca. 100 Personen beteiligt waren.

Es gab zahlreiche Verletzte, wobei vier Personen, wie von der Polizei festgestellt wurde, Schnitt- und Stichverletzungen davon trugen. Drei Männer wurden durch Stiche lebensgefährlich verletzt.

Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach bewertet die Fälle der lebensgefährlich Verletzten als versuchte Tötungsdelikte. Daraufhin wurde seitens der Mönchengladbacher Polizei die Mordkommission „Kutte“ eingerichtet.

Die Mordkommission wertet die Aufzeichnungen der Videobeobachtung in der Mönchengladbacher Altstadt aus. Ziel ist es, die Tatabläufe zu rekonstruieren und Tatverdächtige der versuchten Tötungsdelikte, aber auch des vielfach begangenen Landfriedensbruchs zu identifizieren.

Diese Ermittlungsarbeit gestaltet sich schwierig, da weder Tatverdächtige noch Geschädigte mit der Polizei kooperieren.

Bereits am 09.02.2012 fanden in Leverkusen, Köln und Duisburg, sowie am 14.03.2012 in Oberhausen, Düsseldorf, Solingen und Langenfeld und zuletzt am 20.04.2012 in Bochum, Herne und Schermbeck Durchsuchungen im Zusammenhang mit den versuchten Tötungsdelikte statt. Hierbei wurden mögliche Beweismittel, darunter mehrere Hieb- und Stichwaffen, aufgefunden und sichergestellt. Eine Auswertung dieser sichergestellten Gegenstände ist nach wie vor noch nicht abgeschlossen.

Die Vorfälle in der Mönchengladbacher Innenstadt vom 21.01.2012 werden sehr ernst genommen. Die dabei festgestellten Straftaten werden konsequent verfolgt. Die Mordkommission „Kutte“, die auch wegen schweren Landfriedensbruchs ermittelt, steht in einem ständigen Informationsaustausch mit anderen Polizeibehörden, dem Landeskriminalamt und Kommunal- und Ordnungsbehörden. Daher kennen wir die Strukturen speziell der örtlichen Rockerszenen sehr genau und nutzen alle rechtlichen Möglichkeiten, um der Rockerkriminalität wirkungsvoll entgegen zu treten.

Die Polizei Mönchengladbach duldet keine rechtsfreien Räume und zeigt „Null Toleranz“ im Umgang mit Rockerkriminalität. Dies gilt auch für Clublokale oder Privatgelände von Rockerclubs und deren Supportern.

Ziel der heutigen Aktion waren Clubräume in Krefeld und Willich

Am heutigen Abend wurden ab 20:10 Uhr in Krefeld und Willich Clubräume- und Gelände von Rockerclubangehörigen durchsucht. Außerdem fanden Durchsuchungen von Privatwohnungen führender Clubmitglieder in Düsseldorf, Köln, Krefeld und Solingen statt.

Dabei setzte die Polizei aus Eigenschutzgründen Spezialeinsatzkräfte ein. Bei den zurückliegenden Durchsuchungen fand die Polizei jeweils diverse Waffen und verbotene Gegenstände.

Ziel dieser Durchsuchungen war es, im Rahmen der Ermittlungsarbeit mögliche weitere Tatbeteiligte der Mönchengladbacher Auseinandersetzung zu identifizieren und weitere Beweismittel aufzufinden.

Im Rahmen des heutigen Einsatzes wurden verschiedene Materialen, hier insbesondere eine Vielzahl elektronischer Speichermedien, wie Sticks, Laptop, PC und Mobiltelefone sichergestellt, die als Beweismittel von Bedeutung sein könnten und die in den nächsten Tagen ausgewertet werden müssen. Waffen wurden nicht aufgefunden.

Von den im Clubhaus der Hells Angels in Krefeld und im Swinger-Club Willich angetroffenen Personen wurden die Personalien festgestellt. Festnahmen sind nicht zu verzeichnen.

Die Polizei war in angemessener Stärke im Einsatz – darunter auch Spezialeinsatzkräfte (SEK) und Bereitschaftspolizei.

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