DGB Duisburg: Gespaltener Arbeitsmarkt droht bei Nichtdeutschen

Duisburger DGB-Vorsitzender Rainer Bischoff - Foto Thomas Rodenbücher

Duisburg – „Die Tendenz bei der Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Duisburg und am Niederrhein“, so der Vorsitzende der DGB-Region Niederrhein, Rai­ner Bischoff, „ist ja aktuell durchaus positiv. Das Ergebnis ist es aller­dings bei weitem noch nicht: 31.499 gemeldete Arbeitslose in Duisburg und 25.840 im Arbeitsagentur-Bezirk Wesel bieten nun wahrlich keinen Anlass zur Freude. Darüber hinaus entwickelt sich der Arbeitsmarkt bei bestimmten Personengruppen sehr, sehr unterschiedlich.“

 

Positiv würdigt der heimische DGB insbesondere den Rückgang der Ar­beitslosigkeit bei jungen Menschen. Der DGB Niederrhein hatte in der Vergangenheit auf eine sehr negative Entwicklung in unserer Region, insbesondere im Bereich der Agentur Duisburg, hingewiesen. Diese Ne­gativspirale ist nunmehr korrigiert worden.

 

„Allerdings zeigen die Zahlen“, so Rainer Bischoff weiter, „einen schon fast gespaltenen Arbeitsmarkt zwischen Deutschen und Nichtdeutschen. Hier droht ein gesellschaftspolitisches Pulverfass. So sind in Duisburg bei einer Gesamtarbeitslosenquote von 12,9 % bei den Ausländern 23,9 % arbeitslos gemeldet. In der Agentur Wesel sind 15,6 % Ausländer arbeits­los, bei einer Gesamtarbeitslosenquote von 6,6 %. Der heimische Ar­beitsmarkt droht sich zu spalten: Insgesamt sinkt die Arbeitslosigkeit, aber bei Nichtdeutschen ist in Duisburg fast jeder 4. und in Wesel/Kleve jeder 6. arbeitslos gemeldet. Hier ist auch aus gesellschaftspolitischen Gründen eine Korrektur dringend erforderlich.“

 

Darüber hinaus weist der DGB Niederrhein darauf hin, dass die veröf­fentlichten Statistiken keine Aussagen über Qualität und Auskömmlichkeit der Arbeitsverhältnisse machen. Es steigen eher die Anzahl prekärer Be­schäftigungsverhältnisse, von deren Einkommen die Menschen ihr Aus­kommen nicht bestreiten können. Auch hier gelte es weiterhin, den Hebel anzusetzen.

 

„Wir brauchen nicht zusätzliche Aufstocker-Arbeitsplätze“, so Rainer Bi­schoff abschließend, „bei denen die ArbeitnehmerInnen noch HARTZ IV zusätzlich beziehen müssen, sondern reguläre Beschäftigungsverhält­nisse, mit denen die Menschen sich selbst und ihre Familien ernähren können.“

 

 

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