FCR 2001 Duisburg gegen Potsdam ohne Jennifer Oster

Jennifer Oster - Foto: Thomas Rodenbücher

Jennifer Oster - Foto: Thomas Rodenbücher

Duisburg – Wenn am Sonntag Meister und Tabellenführer Turbine Potsdam im PCC-Stadion aufkreuzt (Anstoß 14 Uhr, Liveübertragung auf DFB.TV), hat FCR-Trainer Marco Ketelaer einen kleinen Wunsch: „Das Hinspiel ist für uns alle unvergessen, eine Wiederholung am Sonntag wäre wahrlich ein toller Saison-Abschluss vor heimischen Publikum.“ Und in der Tat war es ein in vielerlei Hinsicht denkwürdiges Spiel, dieses 3:2 des FCR 2001 Duisburg in letzter Sekunde in Potsdam: zum einen wurde die Bundesliga an diesem 27. November wieder spannend und zum anderen hatten die Löwinnen endgültig erkannt, dass sie das Zeug zum Meister haben. Und bis zur unglücklichen Niederlage in München vor 14 Tagen waren Titel und ChampionsLeague denn auch absolut möglich.

Jetzt allerdings „haben wir nur noch eine Mini-Chance“, wie es Cheftrainer Marco Ketelaer realistisch formuliert. Trotzdem gibt es selbstverständlich Gründe genug, um das Rückspiel gegen den 1.FFC Turbine Potsdam mit höchstem Siegeswillen anzugehen: „Die Chance zu haben, gegen den Tabellenführer zu gewinnen, das ist Motivation genug“, gibt ‚Kette‘ die Stimmung seiner Truppe wieder – und außerdem? „Der Weg zum Titel führt über uns, wir können das Zünglein an der Waage sein und Potsdam oder Wolfsburg zum Meister machen. Darüber hinaus wollen wir unseren Nimbus als bestes Heimteam behalten und uns mit einer tollen Leistung von unseren Fans verabschieden.“

Das kann Linda Bresonik nur bestätigen, die mit Eigentor, verschossenem Elfmeter und dem späten Siegtreffer entscheidend zur Dramaturgie des Hinspiels beigetragen hat: „Natürlich ist es schade, dass wir in Bayern nicht gepunktet haben, irgendwie war das Tor wie vernagelt. Aber heute wollen wir uns auf jeden Fall mit einem Heimsieg von unseren tollen Fans verabschieden, für deren Unterstützung zu Hause und auswärts ich mich auch hier ausdrücklich bedanken möchte. Wenn wir den Meister noch einmal schlagen, können wir mit dieser Saison durchaus zufrieden sein – obwohl, ehrlich gesagt, mehr drin war.“

Und diese angesprochenen Fans sind offenbar in großer Zahl gewillt, bei diesem attraktiven Saisonfinale dabei zu sein: „Bis Mittwochmittag waren bereits 800 Karten im Vorverkauf abgesetzt – mehr als vor allen bisherigen Heimspielen in dieser Saison,“ weiß FCR-Medienbeauftragter Rainer Zimmermann und kann zusätzlich von einem großen Medieninteresse berichten: „Allein drei japanische Fernsehanstalten haben sich angemeldet, zudem senden ZDF und der Regionalsender RBB Beiträge von diesem Topspiel; insgesamt haben sich mehr als 50 Journalisten akkreditieren lassen.“

 

Sextett wird verabschiedet

 

Natürlich war dieses große Interesse und das in jeder Hinsicht bittere 0:2 bei den Bayern beim Training der Löwinnen noch einmal Gesprächsthema – erst recht nach dem Pokalsieg der Münchenerinnen: „Dieser verdiente Sieg relativiert unsere Niederlage in Aschheim ein wenig“, analysiert der Löwinnen-Trainer, weiß aber auch, dass diese Erkenntnis nichts an der schmerzlichen Ausgangsposition ändert: „Wir wissen natürlich, dass wir auf Schützenhilfe angewiesen sind, wenn wir noch nach ganz oben etwas reißen wollen, leider.“

Immerhin: Pünktlich zum Schlussakkord vor heimischer Kulisse sind fast alle Verletzten wieder an Bord: Weltmeisterin Kozue Ando ist zurück im  Mannschaftstraining, auch Simone Laudehr hat ihre kleinen Blessuren auskuriert; nur für FCR-Urgestein Jennifer Oster kommt dieses Spiel noch zu früh.

Den Schlüssel, um den Meister zweimal zu schlagen, sieht Ketelaer übrigens in dieser Aufgabe: „Auch ohne die gesperrte Anonma hat Potsdam eine Topoffensive, die müssen wir in den Griff bekommen.“

Vor der Begegnung wird der FCR sechs Spielerinnen verabschieden – und Thomas Hückels, der Vorstandsvorsitzende, bedankt sich auch an dieser Stelle bei dem Sextett: „Simone Laudehr, Alexandra Popp, Luisa Wensing, Christina Bellinghoven, Petra Hogewoning und Anke Preuß haben sich immer bedingungslos und mit großem Ehrgeiz für den FCR eingesetzt. Wir werden sie und ihre Leistungen für die Löwinnen nicht vergessen.“

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