Duisburg – SPD, Grüne und Linke wollen Wirtschaftsbetriebe als Partner

Duisburg – Die rot-rot-grüne Rathauskooperation leitet bereits im Vorfeld der Haushaltsberatungen einen möglichen organisatorischen Umbau bei den städtischen Gesellschaften ein. Mit einem Antrag für die Ratssitzung am Montag soll in einem Gutachten geprüft werden, die Gesellschaft für Beschäftigungsförderung (GfB) als Untergesellschaft an die Wirtschaftsbetriebe zu hängen. 

Herbert Mettler (SPD), Dieter Kantel (Grüne) und Hermann Dierkes (Linke), die jeweiligen Fraktionsvorsitzenden, wollen hiermit ein Zeichen setzen. „Die Beschäftigungsgesellschaft ist eines der sozialpolitisch wichtigsten Instrumentarien in Duisburg. Aber man darf nicht so tun, als koste Beschäftigungspolitik kein Geld, und die Stadt hat es eben nicht.“ Durch den Vorschlag wird kein Geld gespart, aber eine neue Perspektive eröffnet. Die Starken helfen den Schwachen, nach diesem Motto soll die Sinnhaftigkeit des Vorschlages geprüft werden. SPD, Grüne und LINKE versprechen sich davon mehr Stabilität für die GfB, deren Wirtschaftsplan zuletzt nur nach mehrmaliger Beratung durch den Rat kam. Probleme bereiten der Gesellschaft vor allem Kürzungen von Bundesmitteln bei der Förderung von Arbeitslosen.

„Bei 32.000 arbeitslos gemeldeten Menschen brauchen wir ein Instrument, das auch wirkungsorientiert arbeiten kann, ohne permanent ums Überleben zu kämpfen“, so die drei Akteure übereinstimmend. Neben üblichen Synergieeffekten durch gemeinsame Tätigkeiten versprechen sich die Politiker auch durchaus inhaltliche Verknüpfungspunkte. „Wir glauben, dass man hierauf auch inhaltliche Konzepte aufsetzen kann, die sowohl dem Klientel der GfB als auch den Wirtschaftsbetrieben dienen.“

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10 thoughts on “Duisburg – SPD, Grüne und Linke wollen Wirtschaftsbetriebe als Partner

  1. „Die Beschäftigungsgesellschaft ist eines der sozialpolitisch wichtigsten Instrumentarien in Duisburg.“

    Ist dem wirklich so oder geht es nicht vielmehr darum, den Pöstchenträgern innerhalb der GfB den Arbeitsplatz zu erhalten?

  2. Dass die wirtschaftliche Bilanz der GfB nicht in Ordnung ist, weiss man seit 2010. Wie sieht es denn aus mit einer Erfolgsbilanz dieser Gesellschaft. Was wurde in den letzten Jahren dort geschafft? Die Bürger haben einen Anspruch darauf, nicht nur über die Aktivitäten dieser Gesellschaft, sondern auch über die Ergebnisse informiert zu werden.
    Oft weiss ich gar nicht mehr, mit welchem Kopf ich schütteln soll. Duisburg leistet sich eine grosse Presseabteilung und eine Marketing-Gesellschaft. Beide sollten die Aufgabenstellung haben, über Erfolge und Misserfolge der städtischen Gesellschaften umfänglich zu berichten. Und von beiden kommt – Zero!

    • @ Bandellier. Das Ende des Kopfschüttelns ist Hartnäckigkeit.

      Bei der GfB Duisburg gibt es einen 10-Jahres-Bericht bis 2007, mehr nicht.

      Wir müssen doch alles positiv sehen. Wie glücklich kann Duisburg sein. Alle meckern und nichts ändert sich – seit ewig. Das sind doch stabile Verhältnisse. Woll!?

    • Liebe XN-Gemeinde,
      lasst uns doch mal ehrlich sein. Bei XN tummeln sich doch viele Exzentriker, oder anders ausgedrückt: Kreative jenseits des MainStreams.
      Jetzt frage ich mich ernsthaft, ob es nicht besser ist, vor der eigenen Haustüre zu kehren oder Schnee zu schieben. So mal ganz praktisch gedacht.
      Nach EHEC kommt DSMV (Duisburg Stadt Montan Virus) als Seuche. So süße Städtchen wie Moers oder Bönen, Fröndenberg, Menden sollten sich besser immunisieren lassen: gegen Revier-Schweinerei-Grippe.

    • City Wagging Duisburg. Die Alternative für Heimchen.
      Statt Nordic Walking in einer netten Gemeinschaft können sie auch allein zu Hause am Computer sitzen und City Wagging machen. Wagging = wackeln oder schwänzeln. Gelegentlich das Körperteil wechseln, also von Kopf, Hand bis Fuß.

    • An alle StraßenkehrerInnen und SchneeschieberInnen von Duisburg und angrenzende Ruhrgebiet-Regionen.
      Zusammenarbeit gibt es nicht umsonst. Zusammenarbeit hat einen Preis.

      XN ist ein BürgerIn-Portal und verbreitet Gemeinsamkeiten bei Standpunkten. Im Vierten Reich des Regional Sozialismus wurde Kooperation nicht gefördert. Jeder und jederin kann überlegen, wie Zusammenarbeit geht und was es wert ist.

      Die Null-Euro-Revier-Proll-Mentalität ist ein Spiegelbild griechischer Verhältnisse im Ruhrgebiet. Griechenland geht durch seine jahrzehntelange Kultivierung von Partei-Gesöcks kaputt.

      Stadt Duisburg, Landtagswahl 13.05.2012
      Wahlkreis 62 Duisburg III Ralf Jäger Wahlbeteiligung 45,49%,

      21.928 von 77.088 Stimmen: Das ist der alte und neue Landesinnenminister von NRW, der gewählte Volksvertreter von Duisburg.

  3. Eigenartige Konstruktion. Jetzt wird’s verfrickelt. Sollen die von der GfB betreuten Arbeitslosen zu Dumpinglöhnen in der Stadtreinigung und der Müllabfuhr eingesetzt werden? Was wird aus den derzeitigen zwei Geschäftsführern der GfB (nicht, dass ich mir Sorgen um ihre finanzielle Zukunft machen würde …)? Wie und in welcher Funktion sollen sie in die Organisationsstruktur der Wirtschaftsbetriebe eingeflochten werden? Wenn wir davon ausgehen, dass 2 (Ex-) Geschäftsführer bei den Wirtschaftsbetrieben untergebracht werden müssen (?), frage ich mich, was das für die Ambitionen des Herrn Dr. Greulich auf einen 2. Vorstandsposten bei eben jener Tochtergesellschaft bedeuten könnte. 2 oder 3 überflüssige Ex-Häuptlinge, die von den Wirtschaftsbetrieben – und damit von den Duisburger Kunden – alimentiert werden sollen und damit eine Nebenkostenexplosion für die Duisburger Mieter auslösen? Die Stadt darf ihre Haushaltsprobleme nicht auf dem Rücken der Hauseigentümer und Mieter lösen. „Häuptlingsstellen“ müssen dringend abgebaut werden. Sog. „Leitende Mitarbeiter“ – sofern nicht verbeamtet – fallen nicht unter das Kündigungsschutzgesetz. Eine „unternehmerische Entscheidung“ muss her, dann fällt die Trennung von ihnen finanziell wesentlich leichter.

    • Eine “unternehmerische Entscheidung” muss her! Der weitaus größte Teil des angesprochenen Personenkreises hat ein Parteibuch einer sog. Volkspartei.

      Das System wird weiterhin durch Versorgungssicherheit stabilisiert werden, damit traditionelle Machtstrukturen erhalten bleiben.

      Darauf kann sich auch ein Herr Dr. Peter Greulich verlassen.

      i-pod, die informelle Prämigranten Organisation Duisburg -> -> -> Erhebet Euch, hinweg!

  4. @JanundPitt

    „frage ich mich, was das für die Ambitionen des Herrn Dr. Greulich auf einen 2. Vorstandsposten bei eben jener Tochtergesellschaft bedeuten könnte“

    Komisch, als erstes hatte ich genau den Gedanken 🙂

  5. Liebe Grüße aus Wennemen.
    Interessant, ich lese hier gern mit. Ich freu mich, wenn sich Leute aus dem Sauerland wie @b für Duisburg einsetzen, ich beobachte das schon eine ganze Weile.
    Aber eins ist mir klar geworden. Es gibt Alternativen zu Duisburg.
    Glück auf, so nennt ihr Duisburger das doch. Woll?
    … und kommt doch einmal in Wennemen vorbei. Willkommen in Wennemen.