Stützung der Philharmoniker – aber wie?

Befürworter der Zerschlagung der Opernehe weisen darauf hin, dass man ja mit den freiwerdenden Mitteln die Duisburger Philharmoniker stützen könnte. Konkrete Vorschläge wie genau das aber aussehen könnte fehlen bis jetzt.

Das sei alles nur Taktik, wispert man in den kulturellen Hinterstuben der Stadt. Janssen spiele zwar mit einem hohen Einsatz, letzendlich aber werde man die Oper doch wohl kaum drangeben wollen. Ja natürlich hat man sich in Düsseldorf schon in Richtung der verbotenen Stadt – also Köln – genähert, die Kölner sind ja auch nicht gerade mit einer komfortablen Lage gesegnet was deren Oper anbelangt. Aber das ist doch auch nur Taktik, das kennt man doch vom Liebeswerben: Wenn man unbedingt die Freundin eifersüchtig machen möchte, bandelt man zum Schein etwas mit derer festen Freundin an. Alles nicht ernstgemeint, die Oper wird nicht über die Klinge springen, ach was, Janssen kann sich doch diesen Ehrverlust gar nicht erlauben.

Wenn nun aber doch das Band zerschnitten wird, dann bliebe ja – so Kollege Matern – endlich ein Ausweg aus der kulturellen Sackgasse. Dann könnte man ja, so raunte es auch von den Verantwortlichen, darangehen die Philharmoniker zu stützen. Man verkennt natürlich, dass das Orchester auf Dauer seinen A-Status verlieren wird, weil es nicht mehr den Opernbereich bedienen kann. Aber dann könnte das Orchester doch seinem Ruf als bestes Konzertorchester des Ruhrgebietes endlich gerecht werden. Die Ära Darlington habe doch bewiesen, dass das Orchester dies könne, diese fabelhaften CD-Einspielungen von Mahler etwa, das sei doch… Das aber ist eine Ära, die in Duisburg zur Vergangenheit gehört. Nach einer Saison mit lauter Gastdirigenten wird es spannend sein zu sehen was der kommende Generalmusikdirektor für eine Agenda hat. Wird Duisburg weiterhin eine Mischung aus Uraufführungen und alten Werken zu bieten haben? Neuer GMD, neue Impulse – das war schon beim Wechsel zu Darlington so, das wird auch jetzt nach dieser Zwischensaison der Fall sein. Auch das sollte man im Hinterkopf behalten, noch ist nicht klar wie sich das Orchester ausrichten wird.

Überhaupt ist allerdings auch nicht klar, wie denn nun diese Stärkung der Philharmoniker überhaupt aussehen wird. Angedeutet wurde, dass man eventuell ein drittes Philharmonisches Konzert anbieten möchte. Schön und gut, aber versteht man unter einer Stärkung nicht generell mehr als dass man einmal im Monat mehr die Pforten der Mercatorhalle aufschließt? Würde zudem genügend Publikum da sein? Na ja, genügend Zeit hätte das Orchester ja wohl und eine Auslastung von 90% ist etwas, wovon andere Orchester träumen – aber sicher ob das dritte Angebot ein Erfolg werden könnte kann man sich nicht sein. Und sonst wars das dann? Wo ist denn das Konzept? Wo ist die Strategie? Der Berg kreiste und gebar eine Maus.

Ist es aber nicht genau auch das, was momentan zum Unmut führt? Dass einerseits gesagt wird: Wir müssen an der DOR sparen. Dass andererseits aber nicht erklärt wird wo denn jetzt die Vorteile fürs Orchester wären? Eine Sicherung der kulturellen Landschaft möchte man also erreichen. Wie praktisch, dass man gerade diese kulturelle Landschaft in den letzten Jahren abgebaut hat – da wird man nicht viel sichern müssen und so kann etliches von dem Geld schön in der Schatztruhe verbleiben. Man kann ja durchaus Sparvorschläge nennen, aber bitte dann auch gleichzeitig mal auf den Tisch legen wie man sich dann en detail die Stärkung der Kulturszene vorstellt. Aber das, so flüstert man in Duisburg, beweist doch wiederum, dass das alles Taktik ist: Wer nicht ernsthaft vorhat die Oper zu zerstören, der macht sich auch keine genauen Gedanken über die Alternativen…

Enhanced by Zemanta

32 thoughts on “Stützung der Philharmoniker – aber wie?

  1. Triumph des Lebens

    Mi 23. / Do 24. Mai 2012, 20.00 Uhr
    Philharmonie Mercatorhalle

    In Duisburg dirigiert Vladimir Spivakov zwei Schicksalswerke der russischen Musik. Tschaikowskys „Vierte“ ist das tönende Dokument einer schweren Lebenskrise; Schostakowitschs „Fünfte“ reflektiert die Mühlen der stalinistischen Kulturpolitik in den dreißiger Jahren. Am Ende steht in beiden Werken ein schwer errungener Sieg, der Triumph des Lebens über die Kräfte der Zerstörung.
    Aus http://www.duisburger-philharmoniker.de/Konzerte/triumph-des-lebens/

    > die Mühlen der stalinistischen Kulturpolitik in den dreißiger Jahren.

    Dazu eine aufrichtiges Duisburger „Mmh { Fragezeichen, Aufrufezeichen, Neinzeichen}“
    Wenn sich die Landespolitik nicht bewegt, wie es 2009 der Deutsche Städtetag forderte, hagelt es NEINZEICHEN.

  2. Arzt Autonomes Homberg Sa, 12 Mai 2012 at 08:24:34 -

    Kultur und Demografie Duisburg

    Duisburg geht baden! Nicht nur die Kultur Duisburg ist in einer verzweifelten Situation. Jährlich erleben einige Dutzend Duisburger Senioren lebensbedrohliche Hilflosigkeit in der Badewanne. Nach dem Baden gehen fehlt die Kraft, sich aus dem Vollbad zu befreien. Lebensgefahr für Alleinstehende und Alleingelassene.

    Doch es gibt Rettung! „Lassen Sie das Badewasser ab!“, empfiehlt ein Homberger Arzt. „Dann drehen Sie sich auf den Bauch.“ Jetzt reicht die Kraft, sich in die Krabbel-Position hochzudrücken und die Wanne zu verlassen. Die tödliche Gefahr des Untergangs ist überwunden.

    An der Übertragung dieser Methode auf Stadtrat und Stadtverwaltung Duisburg wird noch gearbeitet.

  3. Fragt sich nur, wer den Stöpsel zieht.
    Selber zieht den ja keiner.
    Ansonsten, schöne Metapher 🙂

  4. Vor der Veranstaltung im Theater Duisburg informierte der Dirigent des Philharmonischen Orchesters Duisburg das Publikum über die geplante Schließung der Deutschen Oper am Rheim DOP.

    Er zitierte einen Artikel einer Duisburger Zeitung vor wenigen Tagen: Schließung der DOP, der Rheinhausen Halle in des Kombibad Homberg, damit Geld für die Kitas usw bleibt. Hier würden grundlegende Bedürfnisse in einer Stadt gegen einander ausgespielt, sagte der Dirigent.

    Zu beneiden ist z.B. Oliver Schmeer (Redaktionsleiter WAZ Duisburg) nicht. Er muss das schreiben, was die Leserschaft fordert und die ist 50 Jahre lang vom Vierten Reich des Regionalsozialismus geprägt. Tut er das nicht, klingelt am nächsten Tag das Telefon. Beschwerden und fünf Abos weniger.

    Strukturwandel Ruhrgebiet? Fehlanzeige bei Stadt, Land, Fluss, Kopf – das hat Hand und Fuß. Die Finanznot Duisburg bräuchte Herz und Verstand; längst verschüttet unter den Abraumhalden des Duisburger Stadtmottos Hafen der Kulturhauptstadt RUHR.2010: Hafen Wasser Stahl (Beigeordneter Karl Janssen im Stadtrat 2009).

    Nun, mit freundlichem Stadt Duisburg
    Deutschland Gruß Hafen Wasser Stahl

    Duisburg leidet an „Brain-Drain“ nicht nur durch die Stadtflucht der Leistungsträger.

    • DOPL lohnt sich Sa, 12 Mai 2012 at 19:20:17 -

      Ja, das Grundgesetz garantiert der Bürgerschaft Duisburg die freie Meinungsempfängnis und die freie Meinungsäußerung übernehmen dann die Duisburger Tageszeitungen mit dramatisch schwindender Auflage.

      Neben Oliver Schmeer (WAZ Duisburg) gehören dazu auch Hildegard Chudobba (RP Duisburg) und Ingo Blazejewski (NRZ Duisburg, Nick i-NGO).

      DOPL = Deutsche Oper am Rhein Langfristig

    • Sabrina Florence Sa, 19 Mai 2012 at 07:57:14 -

      Stadtmotto Duisburg: Zusammen Arbeit Blumen

      Kultur Duisburg. Strauchmargerite in pink

      Kultur ist doch so einfach und wunderschön. Ich habe meine Strauchmargerite mit Kameliendünger gegossen, jetzt sind die Blüten leuchtend pink. Das ist doch ein kleines Wunder der Kultur in Duisburg, das Hoffnung weckt.

  5. Stadtmotto Duisburg Hafen Wasser Stahl

    Kultur Duisburg, wie geht das?

    Der Kultur-Dezernent Duisburg ist Karl Janssen. Er leitet das Dezernat für Familie, Bildung und Kultur.
    aus http://www.duisburg.de/vv/10/medien/DVP_2012_Stand_Februar_nicht_in_AM.pdf

    Dem Beigeordneten Karl Janssen sind unterstellt:

    III-01 – Projekt „Kulturhauptstadt Büro Duisburg“, Leitung Dr. Söke Dinkla
    Amt 41 – Kulturbetriebe Duisburg, Leitung Ute Saalmann.
    Das waren die Beraterinnen von Karl Janssen in 2009: „Hafen Wasser Stahl“.

    Deutsche Oper am Rhein, Kultur Duisburg, Sparhaushalt. Jetzt gibt es Voll-P-R-O-L-L Hafen Wasser Stahl. Projektion Ruhrgebiet Ohne Langfristige Lösung.

    Frau Ute Saalmann (Kulturbetriebe Duisburg) kennt das Neinzeichen und erhält jetzt eins persönlich.

    • MIGGER Duisburg Sa, 12 Mai 2012 at 20:58:38 -

      Hafen Wasser Stahl. Kultur Duisburg

      eMigration Duisburg gegen Integration Duisburg. So entstand wohl der Spruch: „Ich mach den MIGGER!“

      • Nexus Energie GmbH (vormals PCC), Baumstr. 40-42,  47198 Duisburg-Hochheide verlegt seinen Hauptsitz nach Düsseldorf.

        Hafen Wasser Stahl. Statt der DDR-Republikflucht gibt es die Stadtflucht Duisburg:

        23.04.2012 http://www.nexus-energie.de/informieren/ueber-nexus-energie/presse/pressemitteilungen/einzelmeldung/artikel//nexus-energie-verlegt-hauptsitz-in-wirtschaftsmetropole-duesseldorf.html

        Ausschlaggebend für den Umzug mit rund 80 am Standort Duisburg beschäftigten Mitarbeitern ist der attraktive Standort Düsseldorf: „Wir sind ein auf Wachstum ausgerichtetes Unternehmen. Von der Standortverlagerung versprechen wir uns, für Fach- und Führungskräfte noch attraktiver zu werden.“, erläutert ein Prokurist bei der Nexus Energie GmbH.

        • Frage an Presse iriwaz: Stehen Politik und Stadtverwaltung dauernd am Fenster. Was machen die da?

          Antwort von Presse iriwaz: Zum Abschied winken. Überstunden sind geplant.

          • Jop, und bei Ermüdungserscheinungen nach heftigstem Winken die Hände wieder in den Schoß legen.

            Und dereinst dann, als best erhaltenster best ager die üppige Pension verbraten, natürlich nicht in Duisburg.

        • Frage an Presse iriwaz: „Was ist Bürgernähe bei Politik und Stadtverwaltung Duisburg?“

          Antwort von Presse iriwaz: „In etwa die gleiche Postleitzahl haben. Das ist doch ganz schön nah!“

    • Jetzt ist es raus: „Hitzig ging es her als es um die Frage ging, ob 2013 ein neuer Kulturdezernent gewählt werden würde.“, so ein Beitrag bei XN.

      Link: „Als OB werde ich mir erstmal alle Mitarbeiter ansehen, dann sind noch Arbeitsverträge abzuwarten und letzten Endes ist dies eine Entscheidung des Rates.”

      Das ist der Stil von Sjören Link als Oberbürgermeister Duisburg. Bürgerbeteiligung gibt es nicht unter ihm, einem Politiker der drei Reviermonopole Montanindustrie, Parteihochburg und Medien-Giganten WAZ/WDR.

      Siehe: http://www.xtranews.de/2012/05/17/harmonieseligkeit-im-djaezz-8-ob-kandidaten-und-kandidatinnen-und-die-kultur/

      Der Kulturdezernent Duisburg Karl Janssen ist ein Garant für Hafen Wasser Stahl – eben Voll Stadt Montan und garantiert Strukturwandel Ruhrgebiet resistent.

  6. bisher zum Thema erschienen:

    27. April 2012 – Die Zukunft der Duisburger Philharmoniker findet nicht statt
    http://fallback2.xtranews.de/2012/04/27/die-zukunft-der-duisburger-philharmoniker-findet-nicht-statt/

    3. Mai 2012 – Goodbye Hochkultur – Goodbye Duisburg
    http://fallback2.xtranews.de/2012/05/03/goodbye-hochkultur-goodbye-duisburg/

    4. Mai 2012 – Ein Weg aus der kulturellen Sackgasse
    http://www.xtranews.de/2012/05/04/ein-weg-aus-der-kulturellen-sackgasse/

  7. Retten Sie Oper, Ballett & Konzert in Duisburg!

    Jetzt unterschreiben – Info-Veranstaltung am 31. Mai, 19.00 Uhr im Theater Duisburg

    Am 10. Mai 2012 wurde vor dem Ballett Reprise o.1 das Publikum informiert, dass schon über 120.000 Unterschriften gesammelt wurden.

  8. Tooooooooor Tooooooooooor Di, 15 Mai 2012 at 11:16:56 -

    Duisburg, RPonline:
    „Duissern wählt am fleißigsten
    VON HILDEGARD CHUDOBBA – zuletzt aktualisiert: 15.05.2012

    Duisburg (RP). Die Wahlbeteiligung am Sonntag war mit 53 Prozent die niedrigste in ganz NRW. In Marxloh machte gerade mal jeder Dritte seine Kreuzchen.
    ………….Ein Blick auf die Zahlen spiegelt wieder, dass es zwischen sozialer Struktur eines Stadtteils, dem Bildungsniveau seiner Einwohner und der Wahlbeteiligung einen direkten Zusammenhang gibt.“

    Demnach wohnen in Duisburg die Bildungsfernsten Menschen ganz Nordrheinwestfalens.

    Also Miriam, die Philharmoniker können ruhig gestutzt werden. Lasset uns dem Rat der Stadt Duisburg die Stutzung jeglicher hochkultureller Veranstaltungen auf Duisburger Gebiet nahelegen.

    Isch will mähr Fusssssssssssball.Es wird Zeit, dass in Duisburg endlich mal Rücksicht auf die Bevölkerungsmehrheit genommen wird. Alles andere wäre ademokratisch, asozial, gar unmoralisch!

    • Hauptsache Fortuna Düsseldorf schafft es jetzt in die erste Liga.

      Es erweckt schon Aufmerksamkeit, wie die MSV-Fans ihre Aufkleber an den Verkehrsschildern verteilen. Kultur Duisburg.

      Kürzlich sah ich einen MSV-Aufkleber mitten auf einem blauen runden Verkehrsschild auf einer Verkehrsinsel – Pfeil nach rechts unten. Drohen uns Dortmunder Verhältnisse?

  9. Kultur in Deutschland
    aus Sicht der Städte

    Positionsbestimmung zum Bericht der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages Beschluss des Hauptausschusses des Deutschen Städtetages in der 196. Sitzung am 05. November 2009 in Berlin

    Seite 1 –

    Kultur in Deutschland aus Sicht der Städte
    Beschluss des Hauptausschusses des Deutschen Städtetages
    in der 196. Sitzung am 05.11.2009 zum Bericht der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages (Bt-Drs. 16/7000)

    1. Der Hauptausschuss begrüßt den Bericht der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ als eine umfassende Bestandsaufnahme der Kultur in Deutschland. Er stellt unbeschadet der im Grundgesetz ge-regelten Zuständigkeiten für Angelegenheiten der Kultur eine geeignete Grundlage für die Kulturpolitik auch der Kommunen dar.

    2. Kultur ist seit jeher integraler Bestandteil kommunaler Selbstverwaltung. Ihre Förderung ist in den Gemeindeordnungen respektive Landesverfassungen als kommunale Selbstverwaltungsaufgabe geregelt. Daraus ergibt sich ein eigenständiger Gestaltungsauftrag der Städte und Gemeinden. Dem Ansatz der Enquete-Kommission, Kultur als „pflichtige Selbstverwaltungsaufgabe“ zu regeln, kann solange nicht gefolgt werden, wie sich daraus keine konkreten Finanzierungsansprüche für die Kommunen ergeben. Kultur in der Stadt ist wesentlich mehr als Kultur von der Stadt. Die Aufgabe der Sicherung der kulturellen Infrastruktur beschränkt sich deshalb nicht auf die Bereitstellung durch die öffentlichen Hände, sondern umfasst auch Aktivitäten Dritter, insbesondere des bürger-schaftlichen Engagements und der Wirtschaft.

    3. Die öffentliche Finanzierung von Kunst und Kultur gerät angesichts der prekären Haushaltssituation in vielen Städten unter zunehmenden Druck. Bund und Länder müssen die Finanzausstattung der Städte als Voraussetzung für die Erfüllung ihrer Kulturaufgaben durch eine auskömmliche Gemeindefinanzierung sicherstellen. Die Länder sind darüber hinaus aufgefordert, einen größeren Beitrag als bisher zur Sicherung der kulturellen Infrastruktur zu leisten. Bei notwendigen kommunalen Einsparungen sollte von überproportionalen Kürzungen im Kulturbereich allein unter Hinweis auf den rechtlich freiwilligen Aufgabencharakter abgesehen werden. Gemeinsames Ziel sollte sein, die kulturelle Infrastruktur und die Vielfalt der Kulturlandschaft auch bei schwieriger Finanzlage zu erhalten.

    4. Der Hauptausschuss befürwortet – ungeachtet der derzeit fehlenden politischen Umsetzbarkeit – die Handlungsempfehlung der Enquete-Kommission, Kultur als Staatsziel in das Grundgesetz aufzunehmen.

    5. Der Deutsche Städtetag misst der kulturellen Bildung eine hohe Bedeutung zu. Der Hauptausschuss verweist insoweit auf die in der 356. Sitzung des Präsidiums beschlossenen Thesen zur kulturellen Jugendbildung. Dies gilt insbesondere für die Verzahnung von schulischer

    – Seite 2 –

    und kultureller Bildung. Befürwortet wird, dass der Bund dort weiter-hin in Maßnahmen der kulturellen Bildung eingebunden wird, wo er bereits jetzt tätig ist. Die Erweiterung der Bundeszentrale für politische Bildung um Aufgaben der kulturellen Bildung sollte geprüft werden.

    6. Den Handlungsempfehlungen der Enquete-Kommission, eine gesetzliche Verankerung von Bibliotheksaufgaben und weiteren Aufgaben der kulturellen Bildung als kommunale Pflichtaufgabe vorzusehen, kann nicht gefolgt werden. Um die Gleichwertigkeit der (pflichtigen) schulischen und der außer-schulischen kulturellen Bildung zu gewährleisten, sollten auf Länderebene rechtliche Regelungen zur Förderung kultureller Bildung geprüft werden. Diese sind so zu gestalten, dass auch Städten und Gemeinden in prekärer Haushaltssituation ein Engagement ermöglicht wird.

    7. Kulturelle Vielfalt sollte als Gewinn und Bereicherung für das städtische Leben anerkannt und genutzt werden. Die Städte können maßgeblich dazu beizutragen, dass sich diese Vielfalt in einem ebenso offenen wie aufgeschlossenen Klima entfalten kann. Vielfalt bedeutet aber nicht, individuelle oder kollektive Entwicklungsprozesse im kul-turellen Raum schrankenlos sich selbst zu überlassen. Es bedarf vielmehr einer zentralen normativen Grundlage für ein dauerhaftes gesellschaftliches und kulturelles Miteinander. Zentraler Orientierungsrahmen für das friedliche Zusammenleben, den interkulturellen Dialog und Toleranz ist das Grundgesetz.

    8. Der Hauptausschuss bedauert, dass die Enquete-Kommission auf Aussagen zur Sicherung des baulichen Erbes (Denkmalschutz und Denkmalpflege) und des schriftlichen Erbes (Archive) verzichtet. Denkmalschutz und das Archivwesen sind konstitutiver Bestandteil kommunaler Kulturarbeit.

    – Seite 3 –

    • A U S Z U G

      3. Die öffentliche Finanzierung von Kunst und Kultur gerät angesichts der prekären Haushaltssituation in vielen Städten unter zunehmenden Druck. Bund und Länder müssen die Finanzausstattung der Städte als Voraussetzung für die Erfüllung ihrer Kulturaufgaben durch eine auskömmliche Gemeindefinanzierung sicherstellen. Die Länder sind darüber hinaus aufgefordert, einen größeren Beitrag als bisher zur Sicherung der kulturellen Infrastruktur zu leisten. Bei notwendigen kommunalen Einsparungen sollte von überproportionalen Kürzungen im Kulturbereich allein unter Hinweis auf den rechtlich freiwilligen Aufgabencharakter abgesehen werden. Gemeinsames Ziel sollte sein, die kulturelle Infrastruktur und die Vielfalt der Kulturlandschaft auch bei schwieriger Finanzlage zu erhalten.

      • A U S Z U G

        Die Länder sind darüber hinaus aufgefordert, einen größeren Beitrag als bisher zur Sicherung der kulturellen Infrastruktur zu leisten.

        • Das Dokument ist wieder online, wie der Deutsche Städtetag mitteilt.

          Kultur in Deutschland aus Sicht der Städte
          Beschluss des Hauptausschusses des Deutschen Städtetages
          in der 196. Sitzung am 05.11.2009 zum Bericht der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages (Bt-Drs. 16/7000)

          http://www.staedtetag.de/imperia/md/content/dst/kultur_in_deutschland.pdf

          Der alte Link hieß …imperia/md/content/schwerpunkte/fachinfos/2010/3.pdf

        • Frage an Presse iriwaz: Hören Sie was?

          Antwort von Presse iriwaz: Ja, was denn? … … … Ach, das Klimpern. Ja, Hannelore Kraft und Ralf Jäger füllen einen Geldsack für die Kultur in Duisburg, Solingen, Remscheid, Wuppertal.

          (oder:
          Antwort von Presse iriwaz: Ja, was denn? … … … Ach, die Schanzgeräusche für das Massengrab der Kultur in Duisburg, Solingen, Remscheid, Wuppertal.)

  10. Stützung der Philharmoniker – aber wie?

    Witze über den Haushaltssanierungsplan Duisburg 2012: „Den Sparhaushalt Duisburg kann man sich sparen!“

  11. Warum sich Witze ersparen?

    Anders ist es NICHT auszuhalten.

    Weiter so mit Radio Eriwan, sorry mit Presse iriwaz!

  12. Frage an Presse iriwaz: Kultur Duisburg – raven statt saven?

    Antwort von Presse iriwaz: Och, lustig die Rutsch hochzukrabbeln, wenn oben die Küppersmühle speit. Wie bei den Heinzelmännchen oder Peterchens Rutschfahrt. Duisburg ist international: ‚Have a good fart!‘

    Also mal ehrlich. Mir reicht es, wie fortwährend unerträgliche Schäden durch die Politik und Stadtverwaltung Duisburg entstehen. Menschenopfer und Millionenverluste verlangen eine Aufarbeitung der Loveparade und Küppersmühle. Das können nur die Bürger leisten.

  13. Frage an Presse iriwaz: Kommt jetzt das AUS für die Deutsche Ober am Rhein (DOR)?

    Antwort von Presse iriwaz: Klar doch, escht Out-Dor Duisburg. Das Referat für B&B sucht schon Ehrenamtliche als Duis-Burgrunien-Guide – mit der Werbekampagne „Kommen Sie nach Alt-Duisburg und sehen sie die Ruinen des Oberzentrums vom Niederrhein!
    Free Ruin-Climbing Duisburg. Muskies statt Augenweide und Hörgenuss!“

    Feinstaub Hafen Wasser Stahl, so der Kulturdezernent Karl Janssen (CDU) 2009 im Kulturausschuss.

  14. Ganz akut ist derzeit das Thema Küppersmühle, was, wie sollte es anders sein, in der nächsten nichtöffentlichen Ratssitzung behandelt werden soll. So wie es aussieht, hat der Rechnungsprüfungsausschuss unvorstellbares Geschäftsgebaren der Vorstände zu Tage gefördert, und das soll nun mal wieder hinter verschlossenen Türen abgehandelt werden. Und da müssen in der Tat wieder einmal die Bürger für Druck sorgen, und ich hoffe, dass viele das tun werden, denn nur hinterher moppern reicht wirklich nicht aus. Wer aktiv werden will, kann sich gern bei mir melden, um mit verwaltungsresistenten Argumenten versorgt zu werden. Die mail-Anschrift kann über Xtranews angefragt werden.