Galerie Wilms zeigt ‚Maedchen’ des Lüpertz-Schülers Piot Brehmer in Venlo

Das malerische Schaffen des Düsseldorfer Malers Piot Brehmer (*1965, Beuthen) kreist seit Jahren um zwei Themen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Er nennt sie ‚Landungen’ und ‚Mädchen’. Bildet er unter ersterem Titel stark abstrahierte Lichteffekte nächtlicher Start- und Landebahnbeleuchtungen ab, so widmet er sich unter dem zweiten Themenfeld dem ewigen gültigen Thema des Frauenbildnisses.

Ruhend, lümmelnd, sich träge räkelnd, sinnend und selbstvergessen, teils in seltsamen Haltungen verharrend, so posieren junge, begehrenswerte Frauen in Umgebungen, derer man die meisten als sinnlich-feminin aufgeladene ‚Boudoirs’ bezeichnen könnte.

 

Seine Motive bezieht der Lüpertz-Schüler aus dem schier unerschöpflichen Fundus öffentlich verfügbarer Bilder junger Frauen aus Magazinen, die er mit den Mitteln der Ölmalerei ‚nachgestaltet’, neu interpretiert. Wer aber nun erwartet, dass sich der Zauber des lebenden Modells nach der Fotografie, der anschließenden drucktechnischen Reproduktion und endlich der malerischen Neuinterpretation abschwäche oder gar verlöre, sieht sich im Angesicht von Brehmers kleinen Formaten aufs Angenehmste überrascht.

Denn fast scheint es, als würde der Maler die Gegenstände seiner Faszination suchend ertasten, mit dem Pinsel liebkosen, wenn er sich einfühlsam und voller Hingabe einem malerischen Ergebnis nähert, das so unmittelbar anrührt, dass es dem Betrachter die Tränen in die Augen treibt.

Brehmers treffsicherer Duktus zeigt sich im Fall geöffneten Haares, im malerisch noch gesteigerten Ausdruck einer Augenbraue, in den suchenden Konturen von Hautpartien vor dem Hintergrund eines Interieurs und im in der Sommerluft flirrenden unscharfen Vegetationsgrün am eigentlich marginalen Bildrand – aber auch wenn er Haut verheißungsvoll durch hauchzarte, transparente Stoffe schimmern lässt.

Zu geradezu Gänsehaut erregender Intensität versteht der Maler den Ausdruck von Augen und Händen zu steigern. Blicke, so tief beseelt, derartig lebendig, dass es dem Betrachter die Kehle zuschnürt – Hände, so zartgliedrig und in graziöser Geste eingefangen, dass man verzweifelt nach ihnen greifen möchte…

Bei aller emotionalen Ladung überzeugt Brehmer aber schließlich und endgültig durch die nachdrücklich malerische Anmutung seiner Werke. Ein Pinselhieb bleibt als solcher sichtbar, modelliert in Farbauftrag und Richtung die Plastizität, tut aber nie mehr als das Notwendige, ordnet sich immer der jeweiligen bildnerischen Notwendigkeit unter und verleiht dem Ergebnis eine lebhafte zeichnerische Qualität, die das suchende Auge des Betrachters nie ermüden lässt. Da wundert es nicht, wenn Piot Brehmer als sein großes Vorbild Egon Schiele nennt.

Brehmer beweist, wie überzeugend große Malerei auch auf kleinem Format funktionieren kann.

 

Piot Brehmer – ‚Maedchen’

Ölmalerei auf kleinen Formaten

 

Eröffnung:

Samstag 12. Mai um 15.00 Uhr

 

Sonntag 17. Juni 2012 (Finissage)

 

Galerie Wilms

Paul Wilms & Carla Scheffers
Bolwaterstraat 30
NL 5911 GC Venlo
Tel. 0031 (0) 6 43599407
info@galeriewilms.nl

www.galeriewilms.nl

 

 

Öffnungszeiten:

Mittwoch 13.00 Uhr – 18.00 Uhr

Donnerstag 13.00 Uhr – 18.00 Uhr

Freitag 13.00 Uhr – 18.00 Uhr

Samstag 12.00 Uhr – 17.00 Uhr

  1. Sonntag im Monat 13.00 Uhr – 17.00 Uhr und nach Absprache

 

 

 

 

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