Duisburg-CD „Meine Stadt“: Fünf Euro gegen den Kulturabbau

Gemeinsam mit Sängerin Anja Lerch und dem Saxophonisten Thomas Käseberg hat die Jam-Session-Band „Marxloh Flowers“ zusammen mit Annegret Keller-Steegmann eine Hymne auf die positiven Seiten der Stadt komponiert. Auf dem Sampler „Meine Stadt“ ist zudem das Potential der Duisburger Musikszene zu hören – von Klassik über Rock bis Jazz.

Für Jan Steegmann, Mitglied der „Marxloh Flowers“ und verantwortlich für den Rap beim Titelsong, war die Abwahl Sauerlands der entscheidende Moment. Der entscheidende Impuls um anzuknüpfen, für die Kultur der Stadt einzustehen. „Wenn die Leute sich bewegen und Kräfte gebündelt werden, dann kann Neues entstehen“, unterstreicht er. Diese positive Kraft fühlte auch Anja Lerch, die nach einem Telefonat bereit war beim Song „Meine Stadt“ mitzumachen. „Wir haben so viele Bands und Musiker mit dem Projekt erreicht, dass wir locker noch eine 2. CD hinterherschieben könnten.“ Zwei Momente sind im Song „Meine Stadt“ verarbeitet: Einerseits die Abwahl Sauerlands, andererseits auch der schon museumsreife Kampf um Rheinhausen. „160 Tage Einigkeit für die Zukunft hier und im Revier und dass keiner auf der Strecke bleibt,“ heißt es im Text. Dabei ist dieser Teil verrät Annegret Keller-Steegmann erst im Studio entstanden: „So wie auch etliche Noten und Töne. Bei einer Jam-Session-Band wird viel herumexperimentiert, was klingt besser, diese Note oder doch eine andere.“

Neben dem Titelsong zeigt der Sampler wie breit die Duisburger Musikszene ist: Von Elektro über Klassik bis hin zur Weltmusik sind alle Musiksparten vertreten. „Sicherlich wird nicht jedem alles gefallen“, so Keller-Steegmann, „aber die CD soll zeigen was alles fehlen wird wenn die Mittel für die Kultur eingespart werden.“ Es ist ein musikalischer Spaziergang durch Duisburg und angesichts der Vielfalt der Musikstile hat man auf eine Sortierung nach Bandnamen oder anderen Merkmalen verzichtet. „Spielen Sie einfach mal die ersten fünf Sekunden eines jeden Titels an, das alleine zeigt schon wie bunt Duisburg ist.“

Das Thema des Spaziergangs greift auch das Musikvideo auf, das beim Pressegespräch in einem Rohschnitt gezeigt wird. Die Crew vom Medienbunker in Marxloh muss noch einige Feinarbeiten leisten – einige Szenen wirken auch noch nicht so ganz, die ein oder andere Einstellung muss farblich nachbereitet werden. Das fertige Video wird dann auf der Homepage des Projektes zu sehen sein. „Duisburg ist ein Teil der Welt“, finden diejenigen, die die ganzen Musikspuren im Octagon-Studio in Moers zusammengemischt haben. Michael Heßhaus ging es dabei um das Einfangen der goldenen Momente, des ganz besonderen Flairs der Musiker. „Die Arbeit mit den Marxloh Flowerz war eine spannende und interessante Geschichte. Bei Anja Lerch und Thomas Käseberg spürte man die Profis, die schon öfters im Studio gearbeitet haben. Bei den Marxloh Flowerz war es eher eine kooperative Zusammenarbeit.“ Beides habe allerdings seine Reize.

Ruth Bamberg, Sprecherin des Vereins „Traumzeitretter“ ist vor allem wichtig, dass eine Vernetzung innerhalb der Duisburger Kulturszene entstanden ist. „In einer Zeit, in der man die freie Szene gegen die städtische ausspielen will ist es wichtig, dass man sich gegenseitig unterstützt und gemeinsam handelt.“ Der Erlös der CD geht dabei zwar an den Verein, aber „er wird nicht für die Traumzeit aufgewendet“, so Bamberg. „Wir haben als Ziel jetzt das Jahr 2013 und möchten in diesem Jahr gegen den Kulturabbau in der Stadt angehen.“ 2012 möchte man eher kleine Festivals veranstalten.

Die CD ist ab dem 11.05. im Handel, die genauen Vorverkaufsstellen kann man der Homepage des Projektes entnehmen. Premiere wird der Song „Meine Stadt“ am 18.05. beim Fest der Kulturen der Duisburger Lions haben – ab 19:30 Uhr tritt Anja Lerch am König-Heinrich-Platz zuerst mit einem Solo-Set auf um ab 20:00 Uhr dann den Titelsong des Samplers zu präsentieren.

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One thought on “Duisburg-CD „Meine Stadt“: Fünf Euro gegen den Kulturabbau

  1. Gut, dass darauf geachtet wurde, dass die maßgeblichen Unterstützer Werner Hüskens (BI Neuanfang für Duisburg), nämlich „Die Bandbreite“ nicht dabei sind! So kann man sich die CDs wirklich guten Gewissens kaufen.