SPD Duisburg hat HELIOS im Blick

Duisburg – “Der Transaktionsprozess ist fast abgeschlossen“. So fasste Hans-Walter Singer, Regionaler Geschäftsführer der Helios-Klinikgruppe und damit auch zuständig für das Helios-Klinikum Duisburg, das bis vor kurzem noch als Katholisches Klinikum Duisburg (KKD) firmierte, den aktuellen Stand zusammen.

Singer war der Einladung von Bezirksbürgermeister Uwe Heider in die Sitzung der Bezirksvertretung Hamborn gefolgt.

 

Ende letzten Jahres war das KKD nach schweren Turbulenzen – die betriebsbedingte Kündigung von 108 Mitarbeitern am KKD hatte im Raum gestanden –  vom Helios-Klinikkonzern aufgekauft worden.

„Wir als SPD-Fraktion sind froh, dass das Johannes-Hospital gerettet wurde“, stellte Fraktionsmitglied Volker Thierfeld heraus. „Die SPD konnte nicht damit leben, dass an einem Hamborner Krankenhaus 108 Stellen verloren gehen sollten und hat sich dementsprechend engagiert.“

Trotz dieser für den Stadtbezirk und die Mitarbeiter positiven Entwicklung waren für die SPD einige Fragen offen.

 

Besonders kritisch befassten sich die Fragen der Sozialdemokraten mit der Zukunft der Klinikstandorte und der Arbeitsplätze.

„Das Barbara-Hospital war ein gut funktionierendes Krankenhaus mit Vollversorgung, bevor es systematisch leer gezogen wurde“, widersprach der Neumühler SPD Ratsherr Heiko Blumenthal den Äußerungen Singers. „Wir wollen keine Bauruine in Neumühl.“

Der Ratsherr forderte ein Konzept ein, durch das das Johannes-Hospital wieder höhere Akzeptanz im Stadtteil erfährt.

 

Dass die jetzt noch im Barbara-Hospital noch existierenden Abteilungen (Hautklinik, Plastische Chirurge und Rheumatologie in Hamborn bleiben sollen, wurde von den Sozialdemokraten positiv aufgenommen.

 

Die Sorge, es könne am Duisburger Helios-Klinikum, wie am Krefelder Helios-Klinkum geschehen, genauso zu Auslagerungen (Outsourcing) von Betriebsteilen  und damit zu Lohnabsenkungen für die Mitarbeiter kommen, konnte Singer nicht ausräumen: „Ja, wir werden in Duisburg auch outsourcen“, so der Geschäftsführer. „Wenn es ein Angebot gibt, die Reinigung für 8,50 € durchführen zu lassen, zahlen wir nicht 12,50 €.“

Auch Thierfelds Kritik, die Krankenpflege arbeite schon jetzt mit dem Prinzip „3 Beschäftigte im Früh-, 2 im Spät- und 1 im Nachtdienst“ am Limit, bestätigte Singer und begründete dies mit dem Vergütungssystem für Krankenhäuser: „Die DRGs sind Schuld. Uns stehen 20 Millionen Euro pro Jahr für die Pflege zur Verfügung, mehr kann ich nicht ausgeben.“

 

Wenngleich die Sozialdemokraten eine positive Entwicklung ausmachen konnten, will die Fraktion doch kritisch bleiben: „Dass betriebsbedingte Kündigungen bis 2014 ausgeschlossen sind, ist nur zu begrüßen“, so Ratsherr Blumenthal und Bezirksvertreter Thierfeld. „Ebenso ist es gut, dass Helios sich die Einrichtung eines Sozialpädiatrischen Zentrums für Hamborn auf die Agenda geschrieben hat. Dennoch werden wir die Entwicklung sehr genau beobachten. Wir werden mit der Geschäftsführung und auch mit dem neu gegründeten Betriebsrat Gespräche vereinbaren und so sehr nah bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sein“, so Thierfeld.

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