Kameha Grand Hotel Bonn – Das Wunder am Rhein

Das Kameha Grand Hotel feierte sein zweijähriges Bestehen. Das Bestreben, Luxus neu zu definieren, scheint in eindrucksvoller Art und Weise aufgegangen zu sein. Unser Redakteur Roman Romero erlebte bei seinem wiederholten Besuch sein persönliches Wunder.

Was bedeutet eigentlich Luxus in 5-Sterne Hotels? Das Ambiente? Die Einrichtung verbunden mit der Funktionalität? Der Service? Die Gastronomie? Für mich persönlich ist die Antwort relativ einfach. Die Zeit haben zur Ruhe zu kommen. Mich fallen lassen können mit der Gewissheit fürsorglich behandelt zu werden. Einen erstklassigen Service in Anspruch zu nehmen, der bestrebt ist jeden Wunsch des Gastes erfüllen zu wollen. Das ist wahrer Luxus. Ich durfte ihn erleben und bin dankbar dafür. Kritisch die Hotellerie zu beobachten ist meine Aufgabe. Aber wenn man keinen Anlass zur Kritik sieht, sollte man die Dinge so schildern wie sie eben sind.

Ich besuchte zum zweiten Mal das Kameha in Bonn. Ich wollte einer Sache nachgehen, die mich schon beim letzten Mal beschäftigt hat und was den Unterschied machtzu meinen Besuchen z.B. im Berliner Ritz Carlton, dem Hamburger Park Hyatt oder dem Sofitel München. Ich fühle mich einfach unheimlich wohl im Kameha. Nicht, das ich mich in den anderen genannten Hotels nicht wohl gefühlt habe. Hier ist es einfach anders. Der Service ist überdurchschnittlich gut und vor allem menschlich. Ich habe nicht den Eindruck, dass das Lächeln der Mitarbeiter künstlich wirkt. Es vermittelt Freude beim Dienst am Menschen. Man merkt es zwischen den Zeilen beim Small Talk. Sie lächeln und behandeln den Gast erstklassig, als wenn sie die Dienstleistung im Hotel jahrelang studiert hätten und es zudem aus Überzeugung so handhaben.

Doorman „Markus“ heißt mich willkommen bei der Ankunft mit dem Taxi und stellt meine Tasche direkt auf dasDesk von Rookie „Miriam“. Augenscheinlich war ich der erste „Check-In“ für sie überhaupt. Mit etwas Hilfe Ihrer Kollegin klappte das für den Anfang schon ganz gut. Sie erfüllte die Standards wobei es für mich ein wenig befremdlich ist, zu oft beim Namen genannt zu werden.

Guest Relations Managerin Julia Giesenkamp hat ihre Ausbildung im Berliner Adlon absolviert und anschließend im Londoner „Savoy“, dem „Mandarin Oriental“ und „Jumeirah Carlton“ Erfahrungen gesammelt. Sie ist eine der ganz wenigen Frauen in NRW, die dem „Les Clefs d’Or“ angehört.Quasi die Elite der Concierges im Bereich der Grand Hotels. Am Revers trägt sie stolz die berühmten goldenen Schlüssel. Frau Giesenkamp betreute mich während der gesamten Zeit und war stets zu Diensten. Wunderbar!

Mein Lieblingsplatz im Kameha Grand ist der Spa. Und dort erlebte ich zum wiederholten Male mein persönliches Wunder. Schuld daran ist der „Grand Cocoon“. Ein Ruheraum der besonderen Art. Es ist nun einmal so. In keiner Therme oder einem Spa kann ich wirklich abschalten, geschweige denn einschlafen. Stets liege ich angespannt da, gestresst vom Alltag und gedankenvoll. Nach einem Dampfbad begab ich mich also wieder in diesem Raum und das unfassbare geschah. Nach ca. 10 Minuten schlief ich wie ein Baby. Und das satte 60 Minuten lang. Liegt es an den Wasserbetten und den wunderbaren Kissen? Oder an der asiatischen Chill-Out Musik? Die Kombination dessen ist wohl die Ursache für meinen wundersamen Schlaf. Als ich nach der geschätzten Stunde die Augen öffnete, kam wie gerufen die sympathische Spa-Mitarbeiterin „Honorata“ herein und fragt nach meinem Befinden und ob ich einen Tee trinken möchte. Erholsamer kann ein Besuch im Spa nicht sein.

Topfit verlasse ich den Spa und folge der Einladung Frau Giesenkamps zu einem Glas Sekt zum Start ins Wochenende. Zusammen mit anderen Gästen des Hotels wird dem Small-Talk gefrönt. Bei mir bleibt es nicht bei einem Glas. Dreiste fünf weitere Gläser lasse ich mir einschenken. Ob das Einfluss hat auf Einträge in die „Cardex“? Jenes sagenumwobene Buch in der Hotellerie, welches Einträge über Vorlieben und Gewohnheiten des Gastes beinhaltet?

Als Alleinreisender in den Grand Hotels fürchtet man sie. Die Langeweile. Das diese auch nicht ansatzweise auftaucht, ist ein weiterer Verdienst des Kameha. Als ich das letzte Mal in der famosen Beethoven-Suite nächtigte war ich überrascht angesichts der hochkarätigen Literatur, welche dort auslag. Ich entdeckte doch tatsächlich z.B. das seltene „Ingmar Bergman“-Archiv. Ein gewaltiges Buch über all sein Schaffen. Einer meiner Lieblingsregisseure. Wenn man dann trotzdem nicht in der Lage ist sich selbst zu beschäftigen, dann sollte man unbedingt die „Pure Gold“-Bar aufsuchen. Barkeeper „Frank“ ist ein Meister seines Fachs und hat ein Gespür für den Alleinreisenden. Fachlich und sozial höchst kompetent unterhält er mich bestens während meines einstündigen Aufenthaltes. Sehr schön.

Am nächsten Morgen dann das Frühstück. Es war ein Genuss, Mitarbeiterin „Nicole“ zu beobachten, die während der ganzen zwei Stunden meines Daseins perfekte Arbeit leistete. Enorm fleißig mit einer Umsicht, die seinesgleichen sucht. Die mit mir anwesenden Gäste bediente sie tadellos,und ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus, wie sie die höchst unterschiedlichen Wünsche der Gäste flugs erfüllte. Dazu noch meine Wenigkeit mit Extra-Wünschen. So bat ich um Meersalz für die Eierspeisen und kleinere Dingen vom Buffet. Natürlich geht man grundsätzlich selbst zum Buffet und holt sich die Köstlichkeiten. Ich hingegen bewegte mich so gut wie gar nicht vom Platz und fragte „Nicole“. Trotz doppelten Stress brachte sie mit einem Lächeln die Speisen an meinem Tisch. So kritisch ich sie auch beobachtete, sie vergaß einfach nichts und war zudem mehr als flink. Als ich abschließend Frau Giesenkamp um ein Gefallen bat, war die Überraschung groß. Chef de Commis „Marc“ zeigte mir detailliert wie man pochierte Eier in der perfekten Form hinbekommt. Mein spontaner Wunsch mir dann noch meine Lieblingseierspeise „Eggs Benedict“ zu kochen, wurde zusätzlich erfüllt. Serviert auf eine einzigartige Art und Weise.

Viele Hotels im 5-Sterne Segment habe ich schon besucht. Richtig abschalten fällt mir schwer und ist ein persönliches Dilemma. Hier gelang es bestens. Ich komme wieder, versprochen.

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