Email und Festnetz sind für Deutsche immer noch wichtige Informationsmittel

Klassische Kommunikationsmittel sind für den Großteil der deutschen Internetnutzer noch lange nicht abgeschrieben. Dennoch nutzen Deutsche auch vermehrt Social Media.

Eine repräsentative Umfrage unter 1.035 deutschen Internetbenutzern ab 16 Jahren, die das Marktforschungsinstitut YouGov Deutschland im Auftrag des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. durchgeführt hat, ergab: Im privaten Bereich vertrauen über 90 Prozent immer noch dem Festnetz, dem Mobiltelefon oder eMails. Allerdings: Sechs von zehn deutschen Internetnutzern nutzen daneben bereits soziale Netzwerke zum Austausch mit Freunden oder zu Informationszwecken. „Die deutschen Internetnutzer kommunizieren insbesondere im privaten Bereich hochgradig über klassische Kommunikationskanäle. Wir erwarten hier eine wachsende Bedeutung der mobilen Endgeräte. Dabei wirken sich soziale Netzwerke positiv auf die Nutzungsintensität aus. Neue, intelligente Smartphones werden dank der Kombination aus Telefonie, E-Mail und sozialer Kommunikation gerade für die Verbraucher attraktiv“, sagt Olav A. Waschkies (Pixelpark), Stv. Vorsitzender der Fachgruppe Mobile im BVDW.

E-Mail als Kommunikationskanal nach wie vor wichtig

„Auch wenn sich mittlerweile fast 90 Prozent der Unter-25-Jährigen in sozialen Netzwerken bewegen: E-Mails sind auch in dieser Altersgruppe noch das am meisten verwendete Kommunikationsmittel. Parallel ist der Trend hin zu stärkerer und häufigerer Nutzung von Facebook und Co. als Kommunikationskanal erkennbar“, betont YouGov-Vorstand Holger Geißler. Beinahe für jeden 
deutschen Internetnutzer zählt das Mobiletelefon (95,3 Prozent), das Festnetztelefon (92,3 Prozent) sowie die an stationären Rechnern versendete E-Mail (92,6 Prozent) zu den am meisten im privaten Bereich eingesetzten Kommunikationsmitteln.

Laut der BVDW-Umfrage haben SMS und Kurznachrichtendienste für 88,2 Prozent einen festen Platz im privaten Alltag. Bereits 62,9 Prozent aller Bundesbürger mit Internetanschluss nutzen soziale Netzwerke an stationären Rechnern zum Austausch mit Freunden und Bekannten oder zu Informationszwecken. Auch die mobile Nutzung von sozialen Netzwerken spielt für 38,0 Prozent eine Rolle in ihrer privaten Kommunikation. E-Mails über das Handy empfangen oder verschicken bereits 33,1 Prozent, während 19,2 Prozent der Deutschen Microblogs wie Twitter zur Information und Unterhaltung an stationären Rechnern nutzt (13,2 Prozent mobil).

Frauen dominieren bei der Nutzung von Social Media am Rechner

In der aktuellen Detailbetrachtung wurden die intensiven Nutzer von E-Mails und sozialen Netzwerken hinsichtlich mobiler und stationärer Anwendung analysiert. Hiervon setzen überwiegend Männer (60,7 Prozent) mobile E-Mails zu Kommunikationszwecken ein. Hingegen erfolgt die starke Nutzung von E-Mails an stationären Rechnern gleichermaßen  von Männern (50,6 Prozent) und Frauen (49,4 Prozent). Bei sozialen Netzwerken dominieren Frauen am Rechner mit einem Anteil von insgesamt 54,2 Prozent der Gesamtnutzer, bei der mobilen Nutzung von sozialen Netzwerken sind die Männer mit 55,9 Prozent stärker vertreten.

Als ein Ergebnis der Analyse steht fest, dass ein Großteil der Befragten E-Mails insbesondere im privaten Bereich mobil (40 Prozent) oder stationär (38,2 Prozent) intensiv einsetzt. Nur bei 3,1 Prozent dieser Nutzer  kommen mobile E-Mails aus rein beruflichen Gründen zum Einsatz (stationär 1,7 Prozent). Ganze 57 Prozent der Befragten kommunizieren mit mobilen E-Mails (stationär 60,2 Prozent) sowohl privat als auch beruflich. Die intensive Nutzung von sozialen Netzwerken steht hierzu in einem starken Gegensatz. Diese  erfolgt bei 81,4 Prozent ausschließlich aus privaten Gründen (mobil 76,8 Prozent). Nur 0,5 Prozent der Befragten geben an, soziale Netzwerke über stationäre Rechner rein aus beruflichen Gründen einzusetzen (mobil 2,9 Prozent). Ganze 18,1 Prozent nutzen Soziale Netzwerke über stationäre Rechner sowohl privat als auch beruflich, bei den mobilen Nutzern beträgt dieser Anteil 20,4 Prozent.

Nutzungsintensität im Vergleich zur vorherigen Messung

Im direkten Vergleich der Skalenwerte der ersten Erhebung des Dynamic Communication Index (DCI) des BVDW zur aktuellen Welle lassen sich erste Veränderungen in der Nutzungsintensität feststellen. Signifikante Zuwächse finden sich im September gegenüber Juli diesen Jahres beim Telefonieren über Mobiltelefon (+4,8 Prozentpunkte gegenüber der ersten Erhebung) und bei der Nutzung von SMS (+3,4 Prozentpunkte). Hingegen nimmt die Nutzungsintensität bei Instant Messaging (-3,2 Prozentpunkte) ab. Am deutlichsten verlieren Microblogs als Kommunikationsmittel sowohl stationär (-4,4 Prozentpunkte) als auch mobil (-11,0 Prozentpunkte).

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