DGB-Krefeld: Schluss mit unterschiedlicher Bezahlung von Frauen und Männern

Krefeld – Immer noch verdienen Frauen im Durchschnitt rund ein Viertel weniger als Männer. Der DGB in Krefeld fordert deshalb die Politik auf, endlich Maßnahmen zu ergreifen, um diese Missstände zu beseitigen. Ihre Forderungen bekräftigten Angelika Lommes, Vorsitzende des DGB-Kreisfrauenausschusses, und Ralf Köpke, DGB-Vorsitzender in Krefeld.

„Es ist nicht hinnehmbar, dass sich an der ungleichen Bezahlung von Frauen und Männern seit Jahren nichts ändert. Die Politik muss mit einem gesetzlichen Mindestlohn, Verpflichtungen für Unternehmen und einer Absage an das Betreuungsgeld endlich handeln“, erklärte Lommes. Frauen in Deutschland hätten genug davon, bei Löhnen und Gehältern von Männern abgehängt zu werden. „Wir wollen nicht Jahr für Jahr die Entgeltlücke analysieren. Es ist Zeit, dass Betriebe und Gesetzgeber sie endlich schließen.“

Deshalb machen Gewerkschafterinnen zum fünften Equal Pay Day in Deutschland mit zahlreichen Aktionen unter dem Motto „RECHT auf Mehr!“ auf die Entgeltlücke aufmerksam. Der Equal Pay Day markiert den Tag, bis zu dem Frauen über den Jahreswechsel hinaus weiterarbeiten müssten, um rechnerisch auf das durchschnittliche Jahresgehalt eines Mannes zu kommen – in diesem Jahr der 23. März.

„Wie man es dreht und wendet – der Lohnabstand von Frauen zu Männern verharrt bei 23 Prozent“, so Köpke. „Der Niedriglohnsektor ist weiblich. Gerade Frauen werden besonders oft mit Dumpinglöhnen abgespeist. Sie arbeiten in Bereichen, in denen es keine Tarifverträge gibt. Deshalb muss der gesetzliche Mindestlohn eine Grenze definieren, die nicht unterschritten werden darf. Die DGB-Frauen fordern am Equal Pay Day einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro“, so Angelika Lommes.

Zudem will der DGB Unternehmen und Verwaltungen gesetzlich in die Pflicht nehmen, ihre Entgeltpraxis zu überprüfen. „Solange eine Frau für die gleiche Arbeit weniger verdient als ein Mann, besteht Handlungsbedarf“, sagte Lommes weiter.

Scharfe Kritik übten Lommes und Köpke am geplanten Betreuungsgeld der Bundesregierung: „Den Ausstieg von Frauen aus dem Erwerbsleben zu subventionieren, wäre genau der falsche Weg. Wir wollen, dass Frauen für sich selbst sorgen können, gerecht bezahlt werden und faire Aufstiegschancen haben. Wer die Gleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben realisieren will, muss überholte Rollenbilder überwinden, qualitativ hochwertige Betreuungseinrichtungen für Kinder und Pflegebedürftige ausbauen und die Umverteilung von bezahlter Erwerbsarbeit und unbezahlter Familienarbeit zum Thema machen.“

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