Offener Brief an die Duisburger Kulturpolitik: Traumzeitfestival erhalten

Duisburg, den 29.02.2012

Offener Brief
an die Verantwortlichen in der Kulturpolitik und -verwaltung
der Stadt Duisburg

Sehr geehrte Damen und Herren !

Vor dem Verdacht der Ketzerei floh Gerhard Mercator vor 460 Jahren nach Duisburg in der Hoffnung, hier einen Ort der Freiheit der Gedanken, der wissenschaftlichen Arbeit und der schönen Muse zu finden. Würde Mercator auch heute noch zu diesem Schluss kommen und sich für Duisburg als Wohnort entscheiden? Sicher nicht angesichts der kulturellen Abwärtsspirale in unserer Stadt.

Wir sind mit vielen anderen Bürgerinnen und Bürgern der Überzeugung: Das jährliche TRAUMZEIT-Festival ist zu retten. Denn manche Chancen sind noch ungenutzt und viele Fragen noch offen. So unter anderem

Ø Welche Taten folgten ab November 2011 auf die einmütige Willenserklärung des Kulturausschusses für den Erhalt des Musikfests unter dem Hochofen?
Ø Wie könnte die einzigartige künstlerische Strahlkraft des Festivals jetzt und künftig für das bundesweite und internationale Image der Stadt genutzt werden?
Ø Ein Festival ohne Großsponsor RWE muss nicht ausfallen. Wurden die anderen bisherigen Geldquellen erhalten und alle denkbaren Möglichkeiten der Ersatzfinanzierung aufgespürt und ausgeschöpft?

Wir Unterzeichner wollen uns einmischen, um die seit langem diagnostizierte kulturpolitische Erstarrung der Stadt aufzubrechen. Wir möchten die Kultur schaffenden und liebenden Menschen Duisburgs ermutigen, sich einzubringen in eine breite öffentliche Debatte zum Erhalt der jährlichen TRAUMZEIT. Denn sie berührt im Kern die Frage, in was für einer Stadt wir leben wollen. Im Vorfeld jeglicher Entscheidung laden wir Sie ein zu einem

Öffentlichen Podiumsgespräch
No Blah-Blah! – TRAUMZEIT ist zu retten !
am Samstag, den 03. März 2012, Beginn 16.15 h
im MercatorQuartier (ggü. Rathaus am Burgplatz)
Eingang Gutenbergstr./ >>> Kunstetage 3.Stock Trakt B Raum 320

Wir erwarten von den Verantwortlichen der Kulturpolitik und -verwaltung, dass sie Transparenz herstellen in ihren Bemühungen, alle Möglichkeiten für eine Entscheidung pro TRAUMZEIT als jährliches Festival auszuschöpfen. Eine negative Beschlussfassung durch die Sitzung des Aufsichtrats der Duisburg Marketing Gesellschaft am kommenden Freitag negierte die noch immer vorhandenen Chancen und die Verantwortung aller Beteiligten für eine lebendige und reichhaltige Stadtkultur. Durch Dialog dagegen wird sich ganz sicher der Weg hin zum Festival vom 6. – 08.Juli 2012 beschreiten lassen.
Mit großer Zustimmung vieler DuisburgerInnen im Rücken:

gez. Ruth Bamberg, Philippe Micol, Luise Hoyer, Eckart Pressler, André Meisner

One thought on “Offener Brief an die Duisburger Kulturpolitik: Traumzeitfestival erhalten

  1. Sehr schön als erster Ansatz aus meiner Sicht.

    Das ist genau der Weg bürgerschaftlichen Engagementes, den dieses Kaff jetzt braucht.

    Aber: Von der Phase des Forderns von herzustellender Transparenz – das ist ja alles nur benehmensrechtlich und bittstellerhaft zu interpretieren – muß es natürlich zur Bereitschaft von ‚Ärmel hochkrempeln und Anpacken‘ kommen.

    In einem gewagten, erweiterten Kontext will ich darauf hinweisen, daß das größte europäische Musikfestival, das Roskildefestival, ohne jedwede Alimentierung, nur durch das Engagement aller Beteiligten entstanden ist.

    Auf diese Ideengeschichte läßt sich auch im Kleinen bauen.