FDP Duisburg aktuell: Sauerland Abwählen – Ja oder Nein?

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Eigentlich hatte ich angenommen (und in einem meiner Texte behauptet), auch die FDP in Duisburg unterstütze das „Duisburger Bündnis Abwahl“. Verflixt noch mal! Ich muss das doch mal gelesen haben. Irgendwie, irgendwo, irgendwann … Doch solange ich auch gesucht habe, nirgendwo konnte ich dazu etwas finden. Sollte ich mich also bei den Liberalen am Ort entschuldigen müssen? Muss ich etwas richtig stellen?

Dass sich Richard Wittsiepe sehr engagiert für die Abwahl von Oberbürgermeister Sauerland einsetzt, steht außer Zweifel. Doch Wittsiepe allein wird ja wohl kaum für die ganze FDP sprechen können. Wie auch immer: dass die FDP nicht auf der Homepage des Abwahlbündnisses auftaucht, ist mir ziemlich verdächtig vorgekommen. Also: wie ist das jetzt? Wie halten es die Liberalen am Ort mit dem Abwahlverfahren?

Nun stellt es ja in der heutigen Zeit kein allzu großes Problem mehr dar, auf Fragen solch fundamentaler politischer Bedeutung in kürzester Zeit eine zuverlässige Antwort zu bekommen. Früher – ja früher – musste man für so etwas extra zum Telefonhörer greifen und in der Geschäftsstelle anrufen. Fremde Leute, gar noch Liberale: für Menschen mit Telefonangst nicht gerade eine angenehme Aufgabe.

Doch selbst abgebrühtere Zeitgenossen standen unausweichlich vor dem Problem, dass die FDP zwar schon seit langem eine ziemlich liberale Position beim Thema Ladenschluss vertritt (wobei ich mir – ehrlich gesagt – auch hier nicht ganz sicher bin), jedoch die Öffnungszeiten ihrer Geschäftsstelle vermutlich nicht ihren weltanschaulichen Prinzipien ausgerichtet haben dürfte.

Egal, alles Schnee von gestern. Heute geht´s – egal wann – ab auf dieHomepage der FDP Duisburg, und schon … sieht man … drei aktuelle Mitteilungen der Duisburger Freidemokraten. Und zwar in dieser Reihenfolge: „FDP trauert um Hans-Georg Michael“ (20. Januar 2012), „Neujahrsempfang der Duisburger FDP im Stadthistorischen Museum“ (29. Januar 2012) und „Zu große Klassen in Duisburger Gesamtschulen und Gymnasien“ (16. Januar 2012).

Na prima! Die Seite ist „gepflegt“, wie man so sagt. Die Pressemitteilungen sind durchweg ziemlich aktuell, und ihre etwas eigentümliche Chronologie mag sich aus dem Respekt vor dem Verstorbenen erklären, ein jahrzehntelanges FDP-Mitglied, sehr aktiv in der Duisburger Kommunalpolitik. Einen wie Herrn Michael lässt man freilich eine ganze Weile oben auf der Webseite der Partei stehen. Verständlich.

Der Neujahrsempfang am 29. Januar – wirklich eine topaktuelle Homepage. Inzwischen hat die Lokalpresse auch darüber berichtet. Gastredner war der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion und Vorsitzende des FDP-Bezirksverbandes Westfalen Süd, Christof Rasche, MdL Warum auch nicht? Respekt! Auf der Homepage steht: der „Fraktionsvorsitzende der FDP-Landtagsfraktion“. Kann man natürlich machen. Oder es war ein Versehen. Egal.

Das Thema seines Gastvortrages lautete übrigens: „FDP – heute, morgen, übermorgen!“ Das hat der sich doch irgendwie, irgendwo, irgendwann aus der DDR abgekupfert, der „stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP-Landtagsfraktion und Vorsitzende des FDP-Bezirksverbandes Westfalen Süd“. Die hatten auch immer sowas: „DDR – heute, morgen, übermorgen!“ Na okay: „heute“ kam jedenfalls hin.

Wie hieß der nochmal? Richtig! Rasche. Gut aufgepasst! Ja, und von der Anfrage des Duisburger FDP-Chefs und Landtagsabgeordneten Holger Ellerbrock zu den vermeintlich „zu große Klassen in Duisburger Gesamtschulen und Gymnasien“ hatte ich auch schon gelesen. Fand ich auch eine ziemlich gute Sache. Dummerweise war überhaupt nichts dran. An dieser Sache. Hätte er nicht gedacht, hatte Ellerbrock dann gesagt. Okay, ich auch nicht.

Und ich weiß immer noch nicht, wie jetzt die Duisburger FDP zum Abwahlverfahren Sauerland steht. Ob der Holger Ellerbrock das wenigstens weiß? So als Vorsitzender? Weiß ich auch nicht. Zehn Buttons kann man anklicken in der Menüspalte links, und in der Zeile oben auf der Homepage hat man die Auswahl zwischen fünf Bereichen. Man kann wirklich eine ganze Menge über die FDP Duisburg erfahren.

Dass über das Abwahlverfahren nichts auf der FDP-Website zu finden ist, dürfte auch politisch wohlüberlegt sein. Da bin ich mir ziemlich sicher. Einen Kritikpunkt am Internetauftritt der örtlichen FDP möchte ich aber dennoch anbringen. So aktuell die Homepage ja auch ist: m.E. könnte sie noch eine Idee aktueller sein. Am Montag hätte man es schaffen können reinzustellen, was der Gastredner auf dem Neujahrsempfang gesagt hatte.

Denn im Internet entscheidet Schnelligkeit. „Die Krise der FDP kommt aus Berlin“,hatte er gesagt, der „stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP-Landtagsfraktion und Vorsitzende des FDP-Bezirksverbandes Westfalen Süd“. Menschenskind, wie hieß der nochmal?! Ach ja: Rasche. Ja eben! Der Rasche, der kann nichts dafür. Nichts für die Duisburger, und erst recht nichts für die Berliner. Nicht heute, nicht morgen und schon gar nicht übermorgen.

Die Berliner, die machen die Krise. Die Duisburger – höchstens ein bisschen langsam. Aber ansonsten: top-aktuell. Voll auf der Höhe der Zeit. Und wohlüberlegt. Kein Sterbenswörtchen zum Abwahlverfahren! Denn sicher ist sicher. Und: im liberalen Sinne heißt liberal nicht immer liberal. Die Zeiten sind schwer. Sehr schwer. Jetzt kann uns wirklich nur noch eine starke FDP retten.

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2 thoughts on “FDP Duisburg aktuell: Sauerland Abwählen – Ja oder Nein?

  1. >dass die FDP zwar schon seit langem eine ziemlich liberale Position beim Thema Ladenschluss vertritt (wobei ich mir – ehrlich gesagt – auch hier nicht ganz sicher bin), jedoch die Öffnungszeiten ihrer Geschäftsstelle vermutlich nicht ihren weltanschaulichen Prinzipien ausgerichtet haben dürfte.

    Und auch nicht an Deinen Arbeitsrhythmus, Werner:

    Schließlich sind Deine Lieblingstelefonzeiten von Mitternacht bis zwei Uhr morgens Ortszeit.

    (:

  2. Zunächst ein herzliches Dankeschön für das Lob über die gepflegte Homepage. Wir bemühen uns… Möglicherweise, etwas angeheitzt durch den kommenden Briefwahl-Ladenschluss, gerät in Vergessenheit, wer denn die damalige Sondersitzung des Rates zur Loveparade beantragt hat. In welche Kameras ich überall das Wort „Rücktritt“ gesagt habe, kann ich nicht mehr aufzählen. Weggeschnitten wurde allerdings der Teil, bei dem ich auf die Verdienste Sauerlands hingewiesen habe. Das war aber gestern. Heute – und daran hat sich nichts geändert – sagen wir immernoch „Übernehmen Sie die Verantwortung!“. Es liegt heute aber in der Hand der Bürgerschaft, die Ziellinie zu Erreichen. Bei der Diskussion um einen möglichen Beitritt zur Abwahlinitiative gab und gibt es ein sehr liberales Problem: Setzen wir uns mit dem Innenminister – der zugleich den Verfassungsschutz, den Staat repräsentiert an einen Tisch mit denjenigen, die vom Verfassungsschutz überwacht werden, und kumpeln, witzeln etwas herum? Dazu war unsere Antwort ein klares „Nein“. Wir waren und sind so frei… Ich stelle mir oftmals die Situation mit umgekehrten Vorzeichen vor. Wie würde Duisburg reagieren, wenn ein CDU-Innenminister mit einer zumindest hinterfragenswerten Rechtspartei so umgehen würde? Als Ergebnis und Siegerehrung bleiben für morgen doch eigentlich nur zwei Szenarien übrig. Erstens: Die Bürger wählen den OB Sauerland ab. Das bedeutet schlicht ein komplettes Neuwahlprocedere. Zweitens: OB Sauerland bleibt. Das bedeutet noch reichlich politisches Gewürge – über Jahre hinweg. Somit verbleibt mir als Demokrat, der den Bürgerwillen und die Abstimmung zu akzeptieren hat, nur noch eine Aussage: Leute, geht wählen!

    Wilhelm Bies