Massenpanik Selbsthilfe e.V. – Duisburger Selbstorganisation der Loveparade Opfer stellt sich neu auf

Duisburg – Auf seiner gestrigen Mitgliederversammlung im Konferenzzentrum „Kleiner Prinz“ hat derVerein Massenpanik Selbsthilfe e.V. zahlreiche bedeutende Änderungen umgesetzt. Der Verein, in seiner bisherigen Form tendenziell eher ein Zusammenschluss Verletzter und Traumatisierter, führte in den letzten Monaten zahlreiche Gespräche mit der Betroffenengruppe der Hinterbliebenen, um einen Zusammenschluss der beiden Opfergruppen unter einem gemeinsamen Dach zu ermöglichen. Um dieses Ziel gemeinsam umzusetzen, traten Hinterbliebene und ihre Familien in den letzten Wochen dem Verein bei und erarbeiteten gemeinsam mit der bestehenden Vereinsführung die neuen Strukturen. Auch Hinterbliebene aus dem Ausland traten dem Verein bei und nahmen an dergestrigen Mitgliederversammlung entweder persönlich teil oder waren per Videostreamzugeschaltet. Unterstützt durch einen Simultandolmetscher hatte so auch eine hinterbliebene Mutter aus Italien die Möglichkeit, die Versammlung zu verfolgen und aktiv teilzunehmen. Nach außen sichtbares Zeichen für diesen Prozess ist der neue Name für den Verein, der unter Beteiligung aller Mitglieder gefunden wurde:

Loveparade Selbsthilfe Verein der Hinterbliebenen und Verletzten des 24. Juli 2010 und ihrer Angehörigen

Wesentliche Veränderungen betreffen die Strukturen des Vereins. Separate Abteilungen für Hinterbliebene und Verletzte ermöglichen bei Bedarf den Austausch und Treffenangepasst an die Bedürfnisse der jeweiligen Schicksalsgemeinschaft. Auch die Vereinsführung passte sich den neuen Gegebenheiten an. Der Vorstand desVereins erweiterte sich auf sieben Vorstandsmitglieder. Geführt wird der Verein künftig von einer gleichberechtigten Doppelspitze. Im Ergebnis ergaben die Vorstandswahlen des gestrigen Abends eine ausgewogene Teilhabe aus beiden Betroffenengruppen auch in der Vereinsführung, die künftig sowohl imVorsitz, als auch im erweiterten Vorstand gleichberechtigt vertreten sind. Der derzeitige Vorstand trat während der Mitgliederversammlung geschlossen von seinen Ämtern zurück, um sich selbst ebenfalls dem demokratischen Votum aller Mitglieder zustellen.

Der neue Vorstand:
Vorsitz Sabine Siebenlist (Hinterbliebene)

Jürgen Hagemann (Angehöriger einer Verletzten)

Weitere Vorstandsmitglieder

Christiane Krause (Hinterbliebene)

Stefanie Mogendorf (Hinterbliebene)

Evelyn Hagemann (Angehörige einer Verletzten)

Lidija Vujnic (Verletzte)

Detlev Keye (Verletzter)

Eine weitere Neuerung, die den Verein bei der Wahrnehmung seiner Mitgliederinteressen durch externen Sachverstand verstärken wird ist die Einrichtung eines Beirats. Der Beirat setzt sich aus Experten verschiedener Sachgebiete zusammen und wird themenbezogen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ihre Mitarbeit in diesem Gremium haben zugesagt:

Annegret Keller-Steegmann (Kultur)

Elisabeth Höller (Kultur)

Sybille Jatzko (Therapeutin)

Lothar Evers (Journalist)

Dr. Julius Reiter (Jurist)

Prof. Henning Ernst Müller (Jurist)

Der Verein wird künftig zu den unterschiedlichen Themengebieten Arbeitskreise bilden .„Wir sind nun in einer Position, an der zukünftig nicht mehr an uns vorbei gehandelt werden kann“, so Jürgen Hagemann.  Themen gebe es noch reichlich. Sei es die Frageder Offenlegung der Vereinbarung zwischen Stadt und dem Versicherer Axa und des schäbigen Entschädigungsverhaltens der Versicherung, sei es die Frage der Gedenkstätte, zukünftiger Treffen und deren Finanzierung. Mitgestaltung kommender Jahrestage uvm. Die rechtlichen Vertreter des Vereins werden die neu beschlossene Satzung und die Namensänderung nun zügig beim Amtsgericht Duisburg in das Register eintragen lassen.

11 thoughts on “Massenpanik Selbsthilfe e.V. – Duisburger Selbstorganisation der Loveparade Opfer stellt sich neu auf

  1. Hoffentlich lernt K.H. daraus etwas: Was der Verein um Jürgen Hagemann auf die Beine stellte und stellt, hätte auch Hendrix schaffen können, wenn es eben nicht Hendrix gewesen wäre. Es muss doch nachdenklich stimmen, das Herr Hagemann mit seinem Verein Abwahlbündnispartner ist, wo Hendrix und ihre Mitstreiter gegen OB Sauerland 2000 Stimmen sammelten. Was ist aus der vollmundig angekündigten Partei geworden, was aus der dann kleingekochten BI? Waren es die feuchten Träume eines Karlings, was viele vorhersagten? Übrig bleibt ein Scherbenhaufen. Freunde und Mitstreiter von K.H., die einfach weggeworfen wurden. Diese Truppe hat sich hier neu aufgestellt und überzeugen durch Ehrlichkeit. Gestammel auf einer heruntergewirtschafteten Forget Seite vermag dagegen auch kein altersdebiler Schmierenjournalist aufzupolieren.

  2. Eine beeindruckende Veranstaltung gestern Abend, ein hervorragender Artikel,
    ein wichtiger Schritt:
    gemeinsame Interessenvertretung für alle Geschädigten der Loveparade…
    Viel Erfolg, Loveparade Selbsthilfe!

  3. Finde ich super auch wenn ich dem Verein aus persönlichen Gründen nicht mehr angehöre.
    Ich wünsche dem Verein und seinen Mitgliedern alles Gute!!!

  4. Elisabeth Höller ist member des „Bürgerkreises Gedenken“, initiiert von der CDU rund um Karl Janssen, Gabriele Grillo etc. Das Interesse der Stadt und der DMG ist es, dass sich die Angehörigen mit Herrn Krieger nicht einigen, damit der ursprüngliche Bebauungsplan durchgesetzt werden kann. Weder die Stadt noch die DMG hat Interesse an einem Gedenk-/Wallfahrtsort. (Prinzip Beton drüber und gut is) Man sollte darauf achten, dass evtl. „U-Boot“ Höller nicht zum Ausspionieren und Richtung angeben installiert worden ist, da sie u.U. nur eigene Interessen vertritt (Vorstand des Duisburger Künstlervereins; Aufträge Akzente Blabla…)
    Und: Frau Höller und Frau Stegmann, bitte keine kulturellen Ausschlachtungen rund um dieses Desaster der eigenen Berühmtheit wegen!

  5. Nichts gegen Paranoia. Aber diese hier verkennt jegliche Tatsachen.
    Der bisher gültige Bebauungsplan widmet das Gelände als Güterbahnhof. Dann gibt es einen Bebauungsplanentwurf, der setzt darauf, dass sich Krieger und die Betroffenen einigen sollen. Das ist versucht worden aber nicht gelungen. Krieger favorisiert eine Minilösung, die bei den meisten Verletzten Gefühle von Platzangst aufkommen lässt.

    Der Rat hat zu entscheiden, welche Fläche des Geländes dem Gedenken gewidmet werden soll. Dazu müssen die Alternativen klar formuliert und begründet werden. Das kann alles offen und transparent geschehen. Es macht Mühe und berühmt wird damit niemand.

    • Die Stadt Duisburg, Politik und Verwaltung, ist bekannt für ihre Bemühungen. Hier bemüht sich jemand seit Jahrzehnten und als Ergebnis ist Duisburg so wie heute. Da setze ich ein NEINZEICHEN.
      Ein Kommentar zu: Es macht Mühe und berühmt wird damit niemand.

  6. Herr Hagemann,
    herzlichen Glückwunsch.
    Bitte tuen Sie mir einen Gefallen und lassen sich NICHT von den Parteien
    vereinnahmen.
    Alles Gute für den neuen Verein.
    Gesegnete Weihnacht und ein friedliches Neues Jahr 2012 für Alle.
    Gruß Katharina