Samstags in Duisburg, Teil 8: Neu Anfangen

Heute machte die WAZ in Duisburg mit der Schlagzeile auf: „Duisburger CDU steht einig hinter Sauerland“. Die CDU hatte nämlich gestern Abend ihren Kreisparteitag. Es wird berichtet über „heftige Attacken gegen den politischen Gegner“, wie das eben auf den meisten Parteitagen so ist. Und dazu zählt gegenwärtig vor allem die Bürgerinitiative „Neuanfang für Duisburg“, die sich das Ziel gesetzt hat, dass der noch amtierende Oberbürgermeister Adolf Sauerland in einem Bürgerentscheid abgewählt wird. Soweit klar: die CDU steht hinter Sauerland, die Bürgerinitiative will, dass er abgewählt wird. Schon ist sie da: die politische Gegnerschaft. So einfach kann Politik sein. Es kann aber auch sein, dass ich mir das zu einfach mache. Zu platt sehe. Dass man die ganze Angelegenheit differenzierter betrachten müsste.

Zum Beispiel so wie Thomas Mahlberg, seines Zeichens Vorsitzender der Duisburger CDU. Der sieht die ganze Sache nämlich sehr differenziert, bedauerlicherweise sodifferenziert, dass ich sie mal wieder nicht kapiere. Mahlbergs differenzierte Sichtweise, und damit möglicherweise die ganze Sache nicht. Ich zitiere den Abschnitt aus dem WAZ-Bericht mal komplett, nur damit ich nichts durcheinanderbringe: „Der CDU-Kreisparteitag in der Homberger Glückauf-Halle geriet vor allem zur Abrechnung mit SPD und Linken, denen Parteivorsitzender Thomas Mahlberg vorwarf, die Bürgerinitiative unterwandert zu haben, um Unterschriften für die Einleitung des Abwahlverfahrens zu sammeln.“ Zitat Ende. Jetzt frage ich Sie: haben Sie das kapiert? Ich meine: das mit dieser Unterwanderung. Ich jedenfalls nicht.

Unterwanderung – ja klar: kenne ich. Alte Taktik von Sozialisten, Kommunisten und insbesondere vonKryptokommunisten. Also gerade die, aber die anderen auch: die geben ihre wahren Ziele nicht zu erkennen, sondernunterwandern. Ganz schön clever, was?! Also zum Beispiel: die treten ein in den Verein, sagen wir mal in den Kleingartenverein. Erst einer, dann zwei, dann drei. Tun alle so, als würden sie sich für ihren Schrebergarten interessieren. Okay, ist vielleicht auch so, spielt hier jetzt aber keine Rolle. Und ehe Du Dich versiehst, sind sagen wir mal zehn so Kryptokommunisten im Verein. Und dann, ganz locker, abends beim Bier, tasten die sich vor – also bei den Anderen, den Unschuldigen: irgendwie sei der Sozialismus (Sozialismus, nicht Kommunismus – die sind ja nicht blöd!) gar nicht so schlecht, zumindest so als Idee.

Wie gesagt: alles ganz locker, ganz unaufdringlich, fast schon unauffällig. So wühlen die sich durch, diese Kryptokommunisten. Der Tag kommt, und sogar die stolzen Eigentümer der Kleingärten fangen an, vom Sozialismus zu schwärmen. Die denken dann gar nicht mehr daran, dass ihr Schrebergarten sofort in einen VEP umgewandelt würde: volkseigene Parzelle. Nein, diese nützlichen Idioten gehen hin und ziehen eine rote Fahne über ihre Gartenlaube hoch. Dann haben die Unterwanderkommunisten ihr erstes und wichtigstes Ziel erreicht: Umwandlung des Vereinszwecks. Statt der Pflege der schönen Kleingärten jetzt Fahnenappell mit Marx und Lenin, der Internationalen und all diesem Kram. Ja, so läuft das mit der Unterwanderung! Der Schrebergartenverein ist da nur ein Beispiel.

Besonders gefährdet sind natürlich Taubenzüchtervereine. Ebenfalls Arbeiterkultur, aber noch mehr Arbeit und noch mehr Kultur. Und dann die Tauben! Picasso, Sie wissen schon: Friedenstauben. Mehr brauche ich ja wohl nicht zu erzählen. Oder eben diese Bürgerinitiative „Neuanfang für Duisburg“. Das ist doch ein schöner Name! Neu anfangen – kann man doch immer mal machen. Kann eigentlich nichts Schlechtes sein. Sollte man meinen. Aber, was sage ich Ihnen?! Rubbeldiekatz unterwandert. Zack, von den Linken (Klarkommunisten) und von den Sozialdemokraten (Kryptokommunisten). Ergebnis: auf einmal hatte die Bürgerinitiative verfolgt, Unterschriften für die Einleitung des Abwahlverfahrens zu sammeln. Ursprünglich hatten sich die „Neuanfänger für Duisburg“ ja eigentlich vorgenommen, … mmhh … tja …

Ich komme nicht drauf. Daran können Sie sehen: die Unterwanderer, die gehen so beharrlich vor, die machen eine richtige Gehirnwäsche! Die Moral von der Geschicht: am Ende wissen Sie gar nicht mehr, was Sie eigentlich wollten. Aber bestimmt keine Unterschriften sammeln! Wer will das schon? Na ja, nun ist es passiert. Unterschriften hat se genug gesammelt, diese Initiative. Egal: jeder hat eine zweite Chance verdient. Der Adolf Sauerland zum Beispiel. Logisch. Aber auch diese an sich sympathische Bürgerinitiative „Neuanfang für Duisburg“. Die sollte einfach nur diese ganzen Unterwanderer abschütteln und sich darauf besinnen, was sie eigentlich wollte. Bevor die ganze rote Brut ihr den Kopf verdreht hatte. Richtig, das sagt ja schon der Name:Neu Anfangen“.

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One thought on “Samstags in Duisburg, Teil 8: Neu Anfangen

  1. Juristen und Lehrer in den oberen Rängen der Parteien!
    Bleiben meistens unter sich.
    Was wissen die vom einfachen Menschen, vom Arbeiter z.B.?
    Arbeiter und Angestellte?
    Leider nicht vertreten in den oberen Rängen. Ihnen fehlt die Zeit und das Geld. Sie malochen richtig, sind richtig müde und verdienen zudem zu wenig Geld.
    War heute ein kurzer Gedanke, wohl nicht vollständig.