Gedanken zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember 2011

Image by Wikipedia/Gary v.d. Merwe

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Wie jedes Jahr, seit 1988, findet am 1. Dezember der Welt – Aids – Tag statt. Viele engagierte Menschen, rund um den Globus, nutzen die Gelegenheit um diese, nach wie vor unheilbare, Krankheit ins kollektive Bewusstsein der Weltbevölkerung  zu bringen. Seit 1996 wird dieser Tag von der UNAIDS organisiert.

Zeit, um an dieser Stelle auch einmal den vielen AIDS-Organisationen in unserem Land zu danken. Vielerorts arbeiten ehrenamtliche Mitarbeiter unentgeltlich und mit großem persönlichem Engagement für die Belange von AIDS-Kranken und HIV-Infizierten. Aber auch nicht erkrankten Menschen stehen die Türen der AIDS-Organisationen offen. Denn gerade die Vorbeugung, die Prophylaxe, steht an vorderster Stelle.  Noch immer ist die Infektionsrate hoch. Hier ist der afrikanische Kontinent am stärksten betroffen. Aber auch Europa und Deutschland sind keineswegs ausgenommen.

Der wirksamste Schutz gegen eine Ansteckung ist das Kondom. Das gilt nach wie vor. Safer Sex ist das wirksamste Mittel um sich nicht zu infizieren. Vielen Menschen weltweit ist dies bewusst. Vielleicht wird es auch eines Tages in die Köpfe der Führer einer der größten Weltreligionen gelangen, dass das Benutzen eines Kondoms beim Sex kein Teufelswerk ist. So wie AIDS auch keine Strafe für „irgendein unmoralisches Fehlverhalten“ ist, oder gar etwa nur schwule Männer betrifft. Diese alten Klischees sind längst überholt. Aber sie werden immer wieder gern verwendet von Kleingeistern, die der heutigen modernen Zeit um Längen hinterher laufen.

Unmoralisch sind nicht die Menschen die Liebe praktizieren und ausleben, sondern die, die meinen das absolute Mitspracherecht auf die Lebensführungen- und Lebensplanungen der Menschen zu besitzen. Sie haben es auch nicht im Hinblick auf die sexuelle Orientierung der Menschen. Und auch der Wunsch nach eigenen Kindern – oder nicht-, bleibt allein den Individuen vorbehalten.

Neben den offiziellen und öffentlichkeitswirksamen Events rund um den Welt-Aids-Tag, wie beispielsweise die AIDS-Gala in der Berliner Oper, finden anlässlich des Welt-AIDS-Tages in vielen Orten Deutschlands regionale, oftmals selbst finanzierte, Informationsveranstaltungen der verschiedenen Organisationen statt.

Aufklärung tut auch heute noch Not. Gerade jungen Menschen muss die ernsthafte Problematik dieser unheilbaren Krankheit nahe gebracht werden. Bundespräsident Wulff sagte anlässlich der Berliner Aids-Gala: “ „Die drei Buchstaben HIV haben für junge Menschen vieles von ihrer Bedrohlichkeit verloren. Viele Warnungen laufen heute ins Leere“.  Es mag auch daran liegen, dass die Krankheit heute relativ gut medikamentös behandelt werden kann und Todesfälle scheinbar seltener geworden sind. Allerdings sind die Symptome einer AIDS-Erkrankung, als auch die Dauereinnahme von Medikamenten, weiterhin physisch und psychisch sehr belastend. Viele Infizierte und Erkrankte leiden zudem noch unter einer sozialen Isolation, sie fühlen sich stigmatisiert. Hinzu kommen, bei den oftmals noch im arbeitsfähigen Alter Betroffenen, massive wirtschaftliche Probleme, die die eigentliche Krankheit noch zusätzlich stark beeinflussen.

Die AIDS-Hilfe verzeichnet aber auch deutliche Fortschritte in der Behandlung von HIV-Infizierten. Auf ihrer Website schreibt sie dazu: „Die gute Nachricht, dass man heute lange und gut mit dem Virus leben kann, ist noch nicht überall angekommen. Und wer weiß schon, dass die Medikamente gegen die Virusvermehrung im Blut unter bestimmten Bedingungen auch die Übertragung des Virus verhindern?“

Vergissaidsnicht e.V. schreibt zum Thema Neuinfizierungen:  „Obwohl die Bedrohung durch Aids unverändert hoch ist, ist sich dessen kaum noch jemand bewusst. Besonders jüngere Menschen halten Aids für behandelbar. Heute bezeichnen nur noch 29 Prozent der Gesamtbevölkerung und 38 Prozent der 16- bis 20-Jährigen Aids als eine gefährliche Krankheit. Dies wirkt sich auf Denken und Handeln aus: Die Menschen schützen sich nicht, weil sie die Gefahr einer Infektion unterschätzen – und Aids einfach vergessen haben.“

Hier hilft nur die kontinuierliche Aufklärung. Und dies nicht nur am 1. Dezember, dem Welt-AIDS-Tag.

Die AIDS-Beratungsstellen sind in Deutschland vielerorts zu finden. Zudem gibt es Hotlines, die auch anonymen Anrufern zur Verfügung stehen. Dort können sich verunsicherte und ratsuchende Menschen die ersten brennenden Fragen beantworten lassen. In persönlichen Einzelgesprächen stehen kompetente MitarbeiterInnen den hilfesuchenden Menschen beratend zur Verfügung.

Gute Beratungstätigkeit kostet Geld. Spenden helfen! Stellvertretend seien hier die Organisationen Deutsche AIDS-HILFE und VergissAIDSnicht e.V. genannt. Auf den jeweiligen Websites finden sich auch die Bankverbindungen für die Spenden. Weitere Organisationen lassen sich mittels GOOGLE leicht finden.

Über 33 Millionen Menschen sind weltweit vom HI-Virus betroffen. Noch immer ist AIDS eine unheilbare Erkrankung. Trotz der intensiven Forschung nach Behandlungs-oder Heilungsmöglichkeiten ist AIDS auch nach 30 Jahren eine große Geißel der Menschheit. Der morgige Welt-Aids-Tag sollte wieder zum Anlass genommen werden über sich selbst, die Krankheit und die betroffenen Menschen nachzudenken. Die Thematik wird uns alle noch lange beschäftigen.

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5 thoughts on “Gedanken zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember 2011

  1. in der erziehungsdiktatur von ulla von der leyen und barbara steffens könnte es passieren daß aids-kranke neben hartz4ern und rauchern als parias auf lepra-inseln verschifft werden

    unser fdp-gesundheitsminister würde seinen kommunions-anzug rausholen und dem staunenden guttenberg-volk vorrechnen daß das aus kostengründen eine vernünftige sache sei

    ich könnte euch dann nicht mehr helfen

    weil sie mich dann schon erschossen hätten