Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Duisburg

Duisburg – „Trotz vermehrter Arbeitslosmeldungen zum Quartalsende war im Oktober die Arbeitslosigkeit in Duisburg weiter rückläufig und die Schwelle von 30.000 Ar-beitslosen ist nur knapp verfehlt worden“, so Angela Schoofs, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg zur aktuellen Entwicklung am Duisburger Arbeitsmarkt.
Arbeitslosenzahl im Oktober: – 142 auf 30.168
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: – 699
Arbeitslosenquote im Oktober: – 0,1 Prozentpunkte auf 12,4 Prozent
Mit 30.168 arbeitslos gemeldeten Duisburgerinnen und Duisburgern waren im Oktober 142 oder 0,5 Prozent weniger Personen als im Vormonat arbeitslos gemeldet. Damit sind aktuell 699 Personen oder 2,3 Prozent weniger Menschen als im Vorjahresmonat arbeitslos gemeldet.
Die Arbeitslosenquote sank dadurch im Oktober um 0,1 Prozentpunkte auf 12,4 Prozent. Im Oktober des Vorjahres lag die Quote bei 12,7 Prozent.
Betrachtet man die Entwicklung getrennt nach den Rechtskreisen, so ist die Arbeitslosenquote im Oktober im Versicherungsbereich (SGB III) leicht um 0,1 Prozentpunkte auf jetzt 2,3 Prozent gestiegen. Im Vorjahresmonat lag sie bei 2,4 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte höher als in diesem Oktober.
In der Grundsicherung (SGB II) sank die Arbeitslosenquote in diesem Oktober um 0,1 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent. Sie ist damit um 0,2 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahresmonat, wo sie noch bei 10,4 Prozent lag.
„Die saisonüblichen Entlassungen zum Quartalsende spiegeln sich insbesondere in den Zahlen des Versicherungsbereichs wider. Als Indikator für eine Trendwende am Arbeitsmarkt taugen diese Zahlen aber nicht, bewegen sie sich doch auf dem üblichen Niveau eines Oktobers“, erläuterte Schoofs.
Wie schon in den Vormonaten, so wird auch im Oktober die günstige Entwicklung gegenüber dem Vorjahr unterzeichnet, weil der statistische Entlastungseffekt durch den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen geringer ausgefallen ist als noch vor einem Jahr. Die Zahl der Personen, die in Qualifizierungen, Aktivierungsseminaren und Arbeitsgelegenheiten beschäftigt waren, und deshalb nicht als Arbeitslose gezählt werden (Unterbeschäftigung im engeren Sinne), lag im Oktober 2011 um 3.096 oder 7,5 Prozent niedriger als vor ei-nem Jahr.
Der Rückgang der Unterbeschäftigung im engeren Sinne ist damit deutlicher ausgefallen als der in der Arbeitslosenstatistik ausgewiesene Rückgang der Arbeitslosigkeit, die sich gegenüber Oktober 2010 um 699 oder 2,3 Prozent verringert hat.
Im Oktober waren 5.531Duisburgerinnen und Duisburger im Versicherungsbereich arbeitslos gemeldet. Absolut sind das 109 oder 2,0 Prozent mehr als im September. Die aktuellen Werte liegen damit im Bereich des Arbeitslosengeld I-Bezuges weiter unter den Werten des Vorjahresmonats. Diesmal um 226 oder 3,9 Prozent.
In der Grundsicherung sank die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen im Oktober weiter auf jetzt 24.637 Menschen (- 251 Personen oder – 1,0 Prozent gegenüber dem Vormonat). Die Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung lag damit um 473 Personen oder 1,9 Prozent unter den Oktober-Zahlen des Vorjahres.
Die Zahl der Zugänge in Arbeitslosigkeit war im Oktober rückläufig. Lag sie im September noch bei 5.741, so ist sie im Oktober auf jetzt 5.243 gesunken (- 498 oder – 8,7 Prozent). Im Oktober des Vorjahres verzeichneten wir 5.755 Zugänge in Arbeitslosigkeit (- 512 oder – 8,9 Prozent gegenüber Oktober 2010).
Von den 5.243 neu gemeldeten Arbeitslosen kamen 1.709 aus einer vorher-gehenden Erwerbstätigkeit. Gegenüber dem Vormonat, wo dieser Wert noch bei 1.582 Personen lag, bedeutet dies eine Steigerung um 127 oder 8,0 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der Zugänge aus vorheriger Erwerbstätigkeit aber leicht rückläufig (1.760 im Oktober 2010, was einen Rückgang um 51 oder 2,9 Prozent bedeutet).
Die Rückkehr in die Erwerbstätigkeit ist im Oktober weniger Menschen als im Vormonat gelungen. Mit 1.432 Personen sind es 233 oder 14,0 Prozent weniger als im September 2011. Auch gegenüber dem Vorjahresmonat gelang dies 244 Personen (- 14,6 Prozent) weniger als im Oktober 2010, wo dieser Wert noch bei 1.676 lag.
Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit insgesamt betrugen im Oktober 5.413 Personen. Das waren 1.679 weniger als im September 2011 und 975 weniger als im Oktober 2010.
Die Zahl der Kurzarbeiter für den Monat März 2011 lag bei 643 Personen in 68 Betrieben. Für den Monat Mai 2011 zeigt sich im Moment in der Hochrechnung folgende Situation: 57 Betriebe mit 775 betroffenen Personen.
„Der Stellenzugang hat im Oktober ein wenig an Dynamik verloren. Auch wenn ein Rückgang beim Zugang von 18,6 Prozent bei den neu gemeldeten Arbeitsstellen dramatisch klingt, gilt es zu beachten, dass wir uns von äußerst guten Werten in den Vormonaten auf einen „normalen“ Oktoberwert eingepegelt haben“, so Schoofs.
Mit 992 neuen ungeförderten Stellen lag der Stellenzugang deutlich unter den Zugangszahlen vom September 2011 mit 1.219 neu gemeldeten Stellen (- 227 oder – 18,6 Prozent) und auch unter denen vom Oktober 2010 mit 1.063 neu gemeldeten Stellen (- 71 oder – 6,7 Prozent).
Der Bestand an Stellenangeboten ist im Oktober gegenüber dem September um 65 oder 2,0 Prozent auf nun 3.140 Stellenangebote gesunken. Im Vorjahresmonat waren 2.713 Stellenangebote im Bestand (427 oder 15,7 Prozent weniger als in diesem Oktober).
„Auch im Oktober ist die Jugendarbeitslosigkeit dank Studien- und Ausbildungsbegin weiter gesunken. Wenn wir auf den Zeitraum ab dem Jahr 2000 zurückblicken war nur im Oktober 2008 die Jugendarbeitslosigkeit mit 2.308 arbeitslosen jungen Menschen niedriger als in diesem Oktober. Auf diesem erfolgreichen Weg müssen wir weiter fortfahren“, mahnt Schoofs.
Die Jugendarbeitslosigkeit sank im Oktober auf 2.532 Personen. Im Vormonat lag dieser Wert noch bei 2.678 (- 146 oder – 5,5 Prozent). Im Oktober 2010 waren noch 2.810 junge Menschen arbeitslos gemeldet (- 278 oder – 9,9 Prozent).
Die Zahl der über 50 Jahre alten arbeitslosen Personen ist im Oktober auf jetzt 8.104 gestiegen (+ 100 oder + 1,2 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnen wir eine Steigerung um 908 oder 12,6 Prozent.
Die darin enthaltene Zahl der arbeitslosen Personen über 55 Jahre ist eben-falls auf jetzt 4.463 gestiegen (+ 132 oder + 3,0 Prozent). Auch hier haben wir gegenüber dem Vorjahreszeitraum höhere Werte (+ 700 oder + 18,6 Prozent).
Im Berichtsmonat waren 8.300 Ausländerinnen und Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen, dies sind 50 oder 0,6 Prozent mehr als im Vormonat, aber 193 oder 2,3 Prozent weniger als im Oktober des Vorjahres.
Die Langzeitarbeitslosigkeit ist im Oktober weiter auf 13.849 Personen gesunken (- 72 oder – 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat). Seit dem diesjährigen Höchststand von 14.564 langzeitarbeitslosen Personen im Juni 2011 ist die Zahl bis zum Oktober kontinuierlich abgeschmolzen. Im Oktober 2010 wa-ren 13.525 Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen (+ 324 oder + 2,4 Prozent).
„Den Zuwachs an Langzeitarbeitslosen im Oktober 2011 gegenüber dem Vorjahresmonat müssen wir vor dem Hintergrund einer deutlichen Reduzierung der Arbeitsgelegenheiten sehen. Deren Zahl hat sich gegenüber dem Oktober des Vorjahres um 1.753 oder 55,9 Prozent verringert. Auf der anderen Seite haben wir einen Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den Langzeitarbeitslosen um 324 oder 2,4 Prozent. Die Arbeitslosigkeit in dieser Personengruppe ist dem-nach nicht im gleichen Umfang gestiegen, wie sich die Zahl der Arbeitsgelegenheiten verringert hat. Dies zeigt, der erste Arbeitsmarkt hat auch diesen Menschen zahlreiche Chancen zu bieten“, so Schoofs.
„Die Ziele von Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik erscheinen oft sehr verschieden. Gemeinsam ist ihnen aber immer, dass jeder Mensch ein Leben in Würde le-ben soll. In Würde, darüber besteht Konsens in dieser Stadt, bedeutet insbesondere ein Leben durch eigenes und ausreichendes Einkommen auf dem ersten Arbeitsmarkt“, so Schoofs. „Der zweite Arbeitsmarkt kann immer nur eine zeitlich befristete Etappe auf diesem Weg und so nie auf Dauer angelegt sein. Zudem müssen wir stets individuell prüfen, welche Hilfe die richtige ist und dem Menschen am meisten hilft.
Würde man jedoch Menschen auf Dauer einem zweiten Arbeitsmarkt überstellen, so bedeutete dies, sie auch dauerhaft ihrer Chancen auf ein Leben in Würde zu berauben.“

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