Kuhls Kolumne: DUISDOOF – STADT OHNE WORTE

ob-kuhl-0206Jahrzehntelange systematische Vernachlässigung des Kultursektors „Wort“ hat Duisburg blöd gemacht. Im Kernbereich demokratischer Wertevermittlung ist Ebbe. Inzwischen ist der Lobotomisierungsprozeß soweit fortgeschritten, dass Comedy unter „Kultur“ läuft. Höchste Zeit, auf Literatur, Kabarett und Schauspiel hinzuweisen, die in der 14.größten Stadt Deutschlands nur noch in Nischen existieren. Wir wollen doch nicht, dass die Tradition der Dichter und Denker in der Universitätsstadt im Scharnier von Rhein und Ruhr zu einer Praxis von Debilität und Lachäffchen verkommt. Eine Tour de force kultureller Wertevermittlung von den hellenischen Ursprüngen bis in den Duisburger Sumpf.

In seinem Hauptwerk „Von der guten Verfassung“, hierzulande falsch mit „Der Staat“ übersetzt, schrieb Platon „Die Polis ist der großgeschriebene Mensch“ – und meinte damit, dass die Verfassung des Staates der seiner Bürger entspräche. Charakterbildung als Politische Bildung sah er als Voraussetzung von Demokratie. Verfassung, individuell als Bewusstsein von Recht und Unrecht. Gerechtigkeit als Maß der Dinge. Seele (griech. Psyche) als Ort des Geschehens.

Aischylos, Euripides und andere thematisierten in ihren Tragödien ewige Menschheitsfragen in Anwendung auf aktuelle politische Probleme. Drei Tragödien und anschließend zum Runterkommen ein Satyrspiel – das sah man sich an und diskutierte nachher auf der Agora (Marktplatz) oder bei Symposien (Trinkgelagen) in Triklinien (Kneipen). Die Anschauung (Theoria) dieses Zyklus war Thema unter den Politikern, in sokratischen Zirkeln und bei den Sophisten.

Nun hat Duisburg gar kein Schauspiel – aber die protzige „Deutsche Oper am Rhein“ (direkt am Dichterviertel!) – weil renommiersüchtigen Sozialdemokraten schrilles Gejodel wichtiger war als kulturelle Grundversorgung. Alibinöse Hobby-Nano-Inszenierungen in der „Säule“ und Gastspiele von Theatern anderer Städte oder sehr bemühte Szene-Vorstellungen in Ruhrort können dieses Defizit nicht annähernd beheben.

In Dostojewskij’s „Schuld und Sühne“ kann man nachlesen, dass Rauchverbote sich gut eignen, um mörderische Zustände zu kaschieren, was Rabe und sein Ordnungsamt sehr gut wissen. Bei Balzac findet man das Gemisch aus Kriminalität, Bürgertum und Kapitalismus in seinem Entstehungsprozeß unterhaltsamst, worüber man Sauerland, Hellmich und Funke sicherlich nicht mehr informieren muß. Freud erklärt plastischst Verdrängungsprozesse, wie wir sie hier seit der Love-Parade erleben. Hammett und Chandler zeigen Grade von krimineller Energie auf, die sogar die GEBAG-Führung erblassen liessen. Von Bukowski könnten die Bandidos noch was lernen.

Doch da ist das bildungsbürgerliche Brett zu dick und zu dicht vorm Kopp. Noch nie habe ich erlebt, dass die „Duisburger Akzente“ ein inhaltliches Konzept gehabt hätten. Man erfindet ein Thema und lässt gute Freunde machen, was ihnen so dazu einfällt. Umgekehrt bei der „Duisburger Filmwoche“: Da kommt jede Menge Super-Dokumentarfilmmaterial und die Jury versteht es nicht oder Chef Rudzika findet es nicht relevant: Diese Woche wieder: Filme im Filmforum, Diskussion (unbedingt hingehn: ungewollte sublime Satire!) im Grammatikoff.

A propos: Das Ex-Hundertmeister eröffnet unter dem Namen des Teufelsgeigers aus Weimarer Zeiten neu. Musikalisch ist der Name ein fast unerreichbares Ziel. Im Bereich Wort macht man sich gleich blöd mit zwei Comedians, womit der Schimpfname „Comedy-Bunker“ weiterhin für das Haus gelten dürfte. Selbiges gilt für die Feuerwache unter neuer Führung.

Soeben hat im Volksempfänger ein volksverblödendes Volksbildungsspektakel „Den klügsten Deutschen“ gekürt: Ein Duisburger Junge namens Runge verfügte über genügend Wissensmüll, um eine kreuzdebile Jury namens Rakers und Hirschhausen sowie die moderierende Pflaume von einem Satz meines Berufskollegen Karl Kraus zu überzeugen: „In einen hohlen Schädel geht viel Wissen“. Immerhin: Deutschland suchte mal wieder nach irgendwas – und fand es hier… Genau darum geht es mir nicht.

Seit der Weimarer Klassik hat Deutschland, das es bekanntlich zu Schillers Zeiten noch gar nicht gab, eine Axt im Kopf, die Kultur und Politik trennt. In Konkurrenz zum revolutiönären Frankreich fand man politisches Engagement prollig – aber apolitische Kultur etepetete. In Unkenntnis der Tatsache, dass schon die alten Griechen, auf die man sich sonst gerne berief, den Privatier (privare – berauben), der sich nicht fürs Gemeinwohl interessierte, als „Idiotes“ bezeichneten, fanden die neuen Bürgerlichen diese amputierte Kultur „fein“ – und wurden zu Bildungsbürgern, worunter in Duisburg sowohl die Stadtbibliothek als auch die VHS heute noch zu leiden haben.

Den Franzosen waren solche Sorgen nicht unbekannt. Ein Menschenalter nach der Revolution waren sie von Bismarcks Horden überfallen worden und die Kultur lag danieder. Es ergab sich eine Situation wie im heutigen Duisburg. In den Theatern lief nur noch Erbauungsquark. Die Music-Halls (Grammatikoff, Feuerwache, High 5 Club) lieferten Unterhaltungsmusik am laufenden Band, die Kulturinstitutionen (Bibliothek, VHS, Szene) warteten mit Belanglosigkeit auf, hier und da ein Zirkus, ansonsten Comedy.

Nach zehn Jahren Pariser Commune hatte Rudolphe Salis gerade „Der schwarze Kater“ von Edgar Allan Poe gelesen, wo ein Mörder einen lebendigen schwarzen Kater zusammen mit seinem Opfer einmauert. Dieser Kater treibt den Täter mit seinem Geheule in den Wahnsinn und letztlich die Polizei auf die richtige Spur, was dem Mordbuben seine gerechte Strafe und dem Kater die Freiheit einbringt.

Salis trommelte seine Kumpels zusammen und eröffnete im Puffviertel von Paris, auf dem oberen Montemartre (Märtyrerberg) eine klitzekleine Kaschemme, die er „Chat Noir“ (Schwarzer Kater) nannte. Als Genre gab er „Cabaret“ an, was bis dahin als gemischte Dessert-Delikatessen-Platte galt. Maler wie Toulouse-Lautrec gestalteten den Raum, Dichter und Schauspieler rezitierten revolutionäres Dichtwerk und singend ging es um den Eros. Anfangs ein Vergnügen für Boheme, Ganoven und Nutten, begannen nach und nach auch bürgerliche, den Laden „tres chic“ zu finden – obwohl sie dort aufs unflätigste beleidigt wurden. Seitdem bezeichnet man die Kunstgattung, die aufklärerisch, politisch und erotisch die Genres verknüpft als Cabaret oder Kabarett.

Das kann ein gläubiger unpolitischer Spießer wie Kai Magnus Sting oder ein Thekenproll namens Trepper, das wissen die nicht, weshalb sie auch keine Kabarettisten sein können, was wiederum deren ungebildetes bildungsbürgerliches Publikum nicht ahnen kann. Man erinnert sich: Wo die Politik fehlt, da ist Idiotes. Und dass sich Kabarettasten als Kabarettisten bezeichnen, geht nur, wo Dummheit herrscht – oder der klügste Deutsche wohnt – oder überall nur noch Comedy lallt. Das muß aufhören!

Warum Sokrates’ Xanthippe eine tolle Frau war, warum Nietzsche in dem Moment, den Dostojewskij schon Jahre vorher beschrieben hatte, wahnsinnig wurde (ein früher Juhnke), ob es Jesus überhaupt gegeben haben kann, inwiefern sich Hitler erfolgreich als Messias etablieren konnte, was Karl May besser konnte als heutige Werbefuzzies – das ist der Stoff, aus dem Kabarett besteht.

„Der satirische Schriftsteller ist … nur in den Mitteln eine Art Künstler. Hinsichtlich des Zwecks, den er verfolgt, ist er etwas ganz anderes. Er stellt die Dummheit, die Bosheit, die Trägheit und verwandte Eigenschaften an den Pranger. Er hält Menschen einen Spiegel, meist einen Zerrspiegel, vor, um sie durch Anschauung zur Einsicht zu bringen. Er begreift schwer, dass man sich über ihn ärgert. Er will ja doch, dass man sich über sich ärgert. Er will, dass man sich schämt. Dass man gescheiter wird. Vernünftiger. Denn er glaubt, zumindest in seinen glücklicheren Stunden, Sokrates und alle folgenden Moralisten und Aufklärer könnten recht behalten: dass nämlich der Mensch durch Einsicht zu bessern sei.“ sagt Erich Kästner.

Duisburg braucht nicht bildungsbürgerliche Verpeiltheit. Ein provokantes Kabarett wäre vonnöten. Es gibt da einen Kabarettisten (den einzigen dieser Stadt), der das gerne machen würde (und auch als Oberbürgermeister kandidiert). Demnächst gibt er wieder sein Judas-Kulturmagazin heraus. Er sammelt gerade Künstler und Unterstützer für den „Schwarzer Kater“. Nen Raum hat er schon im Auge. Und freut sich drauf, von dort aus Literatur, Schauspiel und Politik zu machen.

Wer das wohl sein mag…

30 thoughts on “Kuhls Kolumne: DUISDOOF – STADT OHNE WORTE

  1. Lieber Thomas,

    man muss in Duisburg aufpassen.
    Jetzt, wo der Adolf Sauerland zum besten Duisburger aller Zeiten gewählt wurde musst du Dir als Kandidat was einfallen lassen.

    Muhahahaha,
    ich empfehle Hildegard als PR-Fachfrau.

    • mein lieber kollege krause

      alldieweil hildegard von bingen wiewohl die knef vonn dannen gegangen sind

      sintemalen mir eine hiesige hilde noch nicht vorgestellt wurde

      stelle er mir doch die erkorene debütantin bei gelegenheit vor

      mit vorzüglicher hochachtung

      ihr ob z.a.

      • Stadt-Kultur bei Depression
        KULTUR Duisburg. Ein Drittel von Duisburg leidet an Depression. Adolf Sauerland ist der Schirmherr von „Duisburg gegen Depression!“ http://www.duisburg-gegen-depression.de/netzwerk.html

        Das hat nichts genutzt, wenn ich mir so die Tageszeitungen angucke. Gut ist es jedoch, wenn unsere Journalisten ein Abbild der Bevölkerung sind. So escht voll dran am eschten Leben.

        Die „Kultur Wort“ Duisburg lebt so vollproll-reviermäßig unterhalb HARTZ IV. Das Prollregiem plant die systematische Ausrottung gut-funktionierender, dem Gemeinwohl-verpflichteter Tageszeitungen. NRZ und WAZ als Teil der Kultur gehen kaputt!

        Als Ausweg wird es neben dem Palliativ-Studio Duisburg WDR-Lokalzeit einst die WAZ Duisburg als ewige Verkündung geben„ Ähh, iss doch schön hier! Ähh boar man, ich leb gern hier! Ähh, Kultur, ähh, escht voll prima Klasse. Ähh, wir sind doch escht voll Proll Hafen Wasser Stahl!“

        Wir müssen über kulturelle Schwachmaten in der Kulturhauptstadt RUHR.2010 nachdenken.

        Der Kulturdezernent Duisburg hat die Zukunft von Duisburg und ihr Motto in einem Ratsbeschuss durchgesetzt: Kulturhauptstadt Duisburg RUHR.2010, „Hafen Wasser Stahl!“ – Der CDU-Dezernent Karl Janssen („Münster: Alphatier als Wurstkringel“) ist ein Protagonist der Verprollung von Duisburg!, so meine Sicht. (Proll und Verprollung = P-R-O-L-L: Projektion Ruhrgebiet Ohne Langfristige Lösung, wie ich es meine.)

        HWS – Hafen Waser Stahl. Ich hab Hals. Wehrt Euch! „Don´t [Neinzeichen] Disturb [Ausrufezeichen]. Die neue Leseart und Übersetzung von ‚Don’t Disturb‘.

  2. So, so. Wir leben in Duisdoof und sind alle blöd. Das möchte der Verfasser Thomas Kuhl mit seiner Wort Diarrhoe zum Ausdruck bringen? Das Intelligenz mit Bildungsbeflissenheit gleichzusetzen und das Judas-Kulturmagazin das Maß aller Dinge sei? Das Duisburg angeblich blöd gemacht sein soll, entnehme ich noch nicht einmal dem verklemmten Versuch in Kuhls Artikel, Oberstufenwissen zu signalisieren. Hören Sie also bitte auf, Herr Kuhl, wie ein Staubsauger Sokrates, Erich Kästner, Jesus, Hitler und Dostojewskij für ihren Wortbrei anzusaugen. Der Medizinmann in Afrika strebt die Übertragung von Macht und Größe an, indem er das Fell eines Tigers überstreift. Die Nennung von Personen der Zeitgeschichte in ihrem Artikel belegt nur, wie klein Sie eigentlich sind.

    • hier sind alle verblödungsgefährdet

      das kann man erkennen

      da muß man gegensteuern

      wenn hier alle blöd wären wäre ich schon weggezogen

      möglicherweise sind sie der einzige blöde hier herr rohn

      aber zu blöd das zu merken

      • Schon vor ein paar Jahren wurde verbreitet: Duisburg, Ruhrgebiet. Wir sind die Zukunft der Nation.

        Jetzt setzt die ZEIT eins drauf. Japan und Deutschland sind das soziale Entwicklungslabor der Weltgeschichte. Wir nehmen jetzt schon vorweg, was die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) in 50 oder 100 Jahren Jahren erwartet.

        Schön, dass Duisburg an dieser neuen Front der Schöpfungsgeschichte dabei ist. Der eine oder andere Kommentar beleuchtet das – oder man guckt einfach in die Duisburger Tageszeitungen. Die sind wahrhaftig dem Verfall angepasst: Mietfinger, Parteischreiberlinge, Polderlinge – einfach alle auf einer längst geplanten Flucht. … und tschüss …

        Hier riskiert keiner mehr seinen A….h für DUISDOOF. Duisburg ist Transit, so escht voll „Hafen Wasser Stahl“, wie der Kulturdezernent das Motto der Kulturhauptstadt RUHR.2010 erläutert.

        Für „Duisburg doof und bescheuert“ gibt es ein Synonym: „Ähh, Hafen Wasser Stahl“ Das steht im Ratsinformationssystem der politischen und kulturellen Voll-P-R-O-L-Ls Duisburg. (Projektion Ruhr Ohne Langfristige Lösung).

        Und jetzt noch was Lustiges: Dieses unser aller Geschreibsel interessiert keinen einzigen poltischen oder administrativen Proll in Duisburg.

          • Prollkeule gegen Feuerwehr Do, 03 Nov 2011 at 20:12:21 -

            Frust bei der Duisburger Feuerwehr. Rund 400.000 unbezahlte Überstunden.

            Doch als sich die Retter vor der WDR-Kamera über die Stadt Duisburg beschwerten, gab es Drohungen mit disziplinarrechtlichen Konsequenzen.

            WDR Lokalzeit Duisburg:

            Thema des Tages: Frust bei der Feuerwehr
            Donnerstag, 03.11.2011, 19:30 Uhr
            http://www.wdr.de/studio/duisburg/lokalzeit/beitrag10.html

            Ob Feuerwehr, Krankenschwester oder Bürger. Wer in der Stadt Duisburg aufmuckt, kriegt mit der Prollkeule eins drüber. Das ist voll „Hafen Wasser Stahl“. So erläutert der Kulturdezernent das Motto der Kulturhauptstadt Duisburg RUHR.2010

            Ich hab Hals! (HWS – Hafen Wasser Stahl).

          • Ihr seid alle unflätige Sünder. Schämt Euch! Pfui!

            Lest die Worte des WAZ-Chefredakteurs.
            Rettungs- und Sparpaket
            Sollen Griechen abstimmen?

            Kommentar Ulrich Reitz, WAZ-Chefredakteur Essen, 3.11.2011. „… In Deutschland gäbe es keine Autobahn, keinen Flughafen, wenn Bürger entscheiden dürften. Der sog. Wutbürger tarnt seinen oft biedermeierlichen Egoismus gerne mit dem angeblichen Gemeinwohl. Man darf ihm nicht nationale Schicksalsfragen überlassen.“
            http://www.derwesten.de/nachrichten/waz-2-contra-xml-id6040558.html

            „Jawohl, Herr Chefredakteur Ulrich Reitz! Ruhr Heil, Ruhr Heil, Ruhr Heil.“ WAZ-Reitz stellt keine regionalen Schicksalsfragen. Die WAZ geht mit dem Ruhrgebiet unter. Das ist ein Neinzeichen wert.

            Zum Glück zählt Duisburg zum Rheinland. Wir sind das Tor zum Niederrhein. Von den Toren im Ruhrgebiet wollen wir nichts wissen. Essen ist fertig!

          • WAZ-Reitz ist reif für Düsseldorf (NRW) oder Berlin (D). Und dann kommt Brüssel (EU). Da passt er hin! Aber nicht zu uns – pfui!

            Man könnte Reitz glatt mit seiner persönlichen Mission aussenden, in der Hoffnung: „…, dass er auf der Strecke bleibt!“ Das ist nicht charmant, aber nützlich für Stadt und Region.

            Wir wollen eine DUISDOOF Bannmeile.

          • Duisburg Glück – Tempo der Verprollung Fr, 04 Nov 2011 at 21:20:31 -

            Irgendwie geht es uns in Duisburg noch recht gut. Ein Ausblick auf die bessere Zukunft:

            Die WAZ und NRZ Duisburg und Essen haben in den letzten acht Quartalen (2 Jahre) einen Auflagenverlust von um die sieben Prozent hingelegt. Dortmund fast das Doppelte, auch andere Titel wie die BILD in Dortmund.

            Die Duisburger WAZ- und NRZ-Zeitungsdruckauflage sank bloß von 67.000 (Jahreswechsel 2009/2010) auf 62.700 (30. Sept. 2011). Der Niedergang der WAZ Mediengruppe war im Zukunftsloch des Revier-Ostens fast doppelt so groß.

            Nun, die WAZ und NRZ sind ja der http://derwesten.de. Zeitungsauflage im Osten: Und tschüß, liebe Südwestenfalen. Das ist der Niedergang. Duisburg kämpft und lässt sich nicht von den untergehenden Resten der Parteihochburg in den Abgrund reißen.

            „untergehende Reste der Parteihochburg“ – eine steile These: Wer Lust hat, kann sich mal die 53 Städte und Gemeinden ansehen, die an der Kulturhauptstadt RUHR.2010 teilnahmen und zu welchen Regierungsbezirken die gehören und welcher Partei die Bürgermeister angehören.

            Wir müssen uns daran gewöhnen, dass Kultur in gewissen Revier-Regionen schneller kaputt geht.

            Die Zeitungsauflage ist ein kultureller Indikator (nicht nur die WAZ, auch die BILD). Ich bin mit dieser Entwicklung zufrieden. Auf eine friedliche Art entscheidet das Volk über die Parteihochburg als das „Vierte Reich des Regionalsozialismus“. Das sage ich immer mehr, weil ich immer zorniger werde.

            Nicht dass ich die SPD nicht mag. Die hat Hand und Fuß. Herz und Verstand war mal. Die sog. großen Volksparteien werden zur Willensbildung gebraucht. Derzeit versagt die SPD-Parteihochburg mehr als die Revier-CDU.

            Gemeinsam lehnen sich die niederträchtigen Revierlumpen entspannt zurück: „Ähh, das war schon immer so!“ Duisburg, Ruhrgebiet und NRW hat eine eigensüchtige politische und administrative Kaste: „Ähh, das war schon immer so!“ Es gibt keine Kultur und Zukunft.

            Diese Vollprolls des Reviers – jawohl, bei CDU und SPD – sie sind massiv feineingestaubt vom Reviergeist – müssen gezwungen werden, aus der Loveparade-Tragödie Kulturhauptstadt RUHR.2010 zu lernen.

            Es darf nicht sein, dass ein Prollregiem mit seiner selbigen Keule auf die Duisburger Feuerwehr eindrischt. Das sind Verhältnisse wie Deutsche Verhältnisse im letzten Jahrhundert.

            Noch ein Beispiel: Der Stadtentwicklungsdezernent Dressler wurde alleingelassen und war sehr verzweifelt als er vor der Loveparade schrieb: „Ich lehne jede Verantwortung ab!“ (man muss sich das mal menschlich vorstellen!) Der Stadtentwicklungsdezernent Jürgen Dressler (immer große Schnauze) konnte sich nicht mit seinen Bedenken im Prollregiem durchsetzen.

            So wurden 21 Menschen getötet und hunderte verletzt. Das Prollregiem hat die Kooperation mit Regiem-Kritikern verweigert. Dressler war einer. Die Justiz wird ihn zu einem Oper machen, damit der eigensüchtige Filz und kriminelle*) Sumpf des Revier-Proll-Regiems geschont wird.

            *) Krimineller Sumpf: Dreiviertel der Stadtverwaltungen in der Kulturhauptstadt RUHR.2010 sind Verbrecher wegen Gesetzesbruch. Mehr in einigen Wochen; es läuft eine Studie. Die Landesbehörden NRW sind informiert. Die Parteihochburg-Mietfinger und -schreiberlinge von NRZ und WAZ Duisburg interessieren sich nicht dafür: EGAL wird groß geschrieben. RETTE SICH WER KANN!

      • Ja DUISDOOF, ich glaube auch, Duisburg droht die finale Verprollung und Verblödung. Die Stadt wurde über Jahrzehnte von Politik und Stadtverwaltung fehlgeleitet und geht unter.

        Der Strukturwandel Ruhrgebiet ist gnadenlos gescheitert. Kulturell ist das die finale Verprollung und Verblödung der Stadt Duisburg. DUISDOOF.

        Statt noch mehr unter eigenem Frust zu leiden oder einen Politiker mit sinnlosem Aufwand auf das Übel anzusprechen, ist es besser abzuhauen. So mach ich das. Es hat alles keinen Zweck hier in Duisburg. Das tu ich mit nicht mehr an. Ich hau ab!

        Stadt ohne Worte! Jetzt ist Schluss mit Jammern. Ich such mir eine Stadt, die zu mir spricht. Der wortlose Kerker Duisburg kotzt mich an. So manches sinn- und erfolglose politisches Gesindel scheitert an sich selbst und reißt die Stadt Duisburg noch tiefer in den Abgrund.

        Duisburg ist der größte Schandfleck von Deutschland und Europa. Das sind syrische, oder zumindest aber griechische Verhältnisse.

  3. > von den hellenischen Ursprüngen bis in den Duisburger Sumpf.

    Nun, Duisburger Sumpf ist ein vorauseilender Ausblick, hat aber was!

    Duisburg ist durch Bergsenken zur Polder geworden. Durch den Bergbau liegt die Stadt niedriger als der normale Wasserspiegel des Rheins. Beispiel: Die Emscher muss in den Rhein hochgepumpt werden.

    Dazu gab es auch eine kleine Anfrage im Landtag NRW vor einer Weile. Da steht: Wenn ein rechtsrheinischer Deich bricht oder überschwemmt wird, steht Duisburg unter Wasser. Das kann niemals abgepumpt werden, so der MdL.

    Im Mittelalter wurde die Reichsstadt Duisburg durch das Magdalenen-Hochwasser, die Jahrtausendflut (1342), zur „Ackerbürgerstadt“. Die Duisburger Deiche sind auf die Jahrhundertflut von 1926 berechnet.

    Wenn´s ein bisschen mehr wird – also die Zwei- oder Fünfjahrhundertflut kommt, gibt es echt Probleme. „Ähh, das hammer nich geahnt!“, wird das Revier-Proll-Regiem sagen.

    Proll-Regiem. Kuhls Kolumne: DUISDOOF – STADT OHNE WORTE hat es schon heute erkannt. Aus der Duisburg Polder wird der Duisburg Sumpf.

    Oder in anderen Worten: Duisburg wird älter, weniger, bunter, ärmer und fetter. Das Kuhlsche DUISDOOF ist aus meiner Sicht die Maxime des real-existierenden Proll-Regiems, das ich als P-R-O-L-L – eben ‚Projektion Ruhrgebiet Ohne Langfristige Lösung‘ verstehe.

    Und lasset uns deshalb beten und hoffen: „Jürgen Dressler, Du alter Stadtentwicklungsdezernent dieses unseres Duisburg, erhöre uns! Lasst diese Schmach nicht geschehen! Erhebe Dein Wort und spricht zu uns!“

    Ich erwarte deutliche Dressler-Worte – mehr als „der Stadtrat als Verblödungstadl“, der aus meiner Sicht längst das Landesparlament erreicht hat.

  4. Jürgen sein Jürgen Do, 03 Nov 2011 at 13:28:55 -

    Auch ich bete, Jürgen, erhöre uns! Jürgen, Du bist jetzt so alt und so frei, Jürgen erhöre uns! Jürgen sag, wohin soll ich gehen? Jürgen, wo bist Du, Jüüüüüüürgen!

  5. jtk (in Worten „jott-tee-car“) meinte: Eine Tour de force kultureller Wertevermittlung von den hellenischen Ursprüngen bis in den Duisburger Sumpf.

    Duisburg. „It´s a Final Proll Town!“, klingt mir wie ein Refrain in den Ohren. Wer kann noch etwas ändern und was sind die Widerstände?

    • ich sähe zwei wege

      veranstalter zu sensibilisieren

      selbst was aufziehn

      wobei ich zweiteres leichter fände

      und gerade leute für so ein selbstorganisiertes szene-ding sammele

      gut zehn leute und eine vorübergehende location sind gegeben

      • Neinzeichen können einen Weg markieren. Das ist sowas wie Stadt-Pflocking. Also, hier und da steht ein Neinzeichen wie ein Pflock.

        Das Neinzeichen ist eine Markierung: Hier geht´s lang und da nicht! Jeder kann ein Neinzeichen setzen! Klar doch, auch ein Frage- oder Ausrufezeichen gemäß der alten Kultur, so wie es bisher von den Herrschenden erlaubt war.

        http://negationmark.wordpress.com

        Im Gegensatz zu Horst Wackerbarths Roter Couch auf Reisen hat das Neinzeichen viele Farben, tollt nicht flüchtig in der Welt herum und ist nicht im nächsten Augenblick schon weg, sondern ist hier in Duisburg und präsentiert den beständigen und ausdauernden Willen – NEIN so nicht!

        Und dann könnte durchaus eine neue Situation entstehen: „Hoppla, so geht es nicht weiter! OK, lasst uns mal versuchen darüber zu reden.“ Mensch, ich will jetzt endlich einmal Hoffnung für Duisburg.

        Das Statistikamt Duisburg hat für den Herbst die Zahlen des durchschnittlichen Jahresnettoeinkommen 2007 in den Stadtbezirken (pro Steuerfall) zugesagt – hat sie aber bisher nicht herausgerückt. Wer die Zahlen seit 12 Jahren kennt, ahnt nichts Gutes: Es ist ein ständiger Niedergang! Stadtverwaltung Duisburg und die Kommunalpolitik haben massiv versagt – “Duisburg. It´s a final Proll-Town.“

        • Niedergang des Revier NRW Sa, 05 Nov 2011 at 22:07:58 -

          Guten Tag, liebes Neinzeichen und liebe Community von derwesten.de,

          in Duisburg wird sich nichts ändern! Basta! Allenfalls nur langsam.

          Der WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz ist doch voll im Trend. Alles geht kaputt: Massive Auflagenverluste der Tageszeitungen im WAZ-Land = das ist die sog. Kulturhauptstadt RUHR.2010.

          Jakobswege sagte im Juni 2009: http://jakobswege.wordpress.com/2009/06/14/das-ende-der-partei/
          So könnte man dem Chefredakteur der WAZ empfehlen: „Pack die Badehose ein oder nimm Dein Köfferlein, denn Du gehst bald wirklich Teita“, so Stimmen aus der Polder Duisburg, die einen Trend der Region auf den obersten WAZ-Schreiber projizieren. „Aber da ist er doch in guter fortschrittlicher Gesellschaft“, so die YADOMs des Ruhrgebiets.

          YADOM = Young Adult Duisburger On Migration. Duisburg vergrufftet.

          Die Menschen hauen aus dem Ruhrgebiet ab. Die alten Reviersocken machen immer noch auf anno dazumal. Wie einst bei Tyrannosaurus Reitz gab es Gelegenheit zur Innovation – doch ungenutzt wurden seit Jahren die Chancen verpasst.

          Die Geschichte der Revier-Tageszeitungen ist wie ein Einheitsbrei aus dem Drehwolf vom „Vierten Reich des Sozialsozialismus“, so meine ich und ist ein Abbild des endgültigen Verlusts unserer Heimat. Die Tageszeitungen haben beim Strukturwandel Ruhrgebiet jämmerlich versagt. Wie in einem üblem Alptraum wirkt das als altes Gesöcks vom Typ „Hafen Wasser Stahl“ (Kulturdezernent Karl Janssen / CDU Duisburg).

          Im Dunst des entbirnenden Feinstaubs erscheinen manche real-herrschenden Protagonisten wie die letzten Motten im Licht der längst verglimmenden Leuchttürme des Reviers. Mit unserer Heimat verlieren wir unsere Selbstachtung und die letzten Reste von Anerkennung. Duisburg, wir wurden zu Aussätzigen gemacht.

          Die Diskussion nach der Loveparade wird beginnen. Das ist unsere Schuld bei den Opfern. Nichts darf so bleiben wie es war und ist. Die Opfer mahnen uns!

          • du bist hier nicht auf derwesten.de

            und hört gefälligst auf euch gegenseitig zu zitieren und unter verschiedenen identitäten hier zu täuschen

            neinzeichen ist jakobswege

            n bißchen daneben bist du schon…

          • von da-neben-an So, 06 Nov 2011 at 18:43:35 -

            hallo judas thomas kuhl [http://judasthomaskuhl.de/]

            gut, dass Du nicht ruhr-oder main-stream bist. In dem sinne: ganz schön daneben! Aber es gibt doch noch ein paar dinge, die verbinden.

            Bei vielen bürgern von duisburg schlagen zwei herzen in der brust: bleiben oder gehen?

            Kannst Du mir mal sagen, was ein außenseiter von da-neben-an ist? So wie Du es verstehst.

          • Xtranews ist interessant. Hier zeigt sich wie bei der Stadtverwaltung Duisburg, dass längst das „Wie“ über das „WAS“ entscheidet.

            Pardon: Erkennt Xtranews und seine Kollaborateure, wie sehr es sich der landsmannschaftlichen Revier-Prägung durch die 50-jährige Geschichte unserer Heimat unterwirft? Nun doch – Eine schlechte Mutter ist besser als gar keine! Ehrlich!

            Im Ruhrgebiet gibt es drei historische Monopole: Montanindustrie, Parteihochburg und Mediengiganten wie die WAZ Mediengruppe (NRZ und WAZ Duisburg) und das WDR Fernsehen – als Palliativ-Studio WDR Lokalzeit Duisburg.

            Spott: Das ist der alte REVIERGEIST. Nämlich echt voll „Hafen Wasser Stahl“, wie der CDU-Kulturdezernent Karl Janssen unsere Heimat Duisburg ausrichten will

            Freude und Aufbruchstimmung: judas thomas kuhl schmiedet an der kulturellen Gegenoffensive für Duisburg. Das ist gut!

            Bei allem! Wer aufmuckt, kriegt in Duisburg heimlich und verdeckt eins auf die Fresse.

            Das ist in der Geschichte von Duisburg gut bekannt. Einst waren es die Nazis, die sich in manche Duisburger Stadtteile nicht hinein getraut haben, weil ihnen massiv Prügel drohte. Heute gibt es Hiebe von offizieller Seite wie der Stadtverwaltung Duisburg; zuletzt bei der Feuerwehr Duisburg.

            Wer bei der Feuerwehr Duisburg aktuell den Mund aufmachte, kann sicher sein, über die nächsten fünf Jahre gemobbt zu werden. Der Widerstand in Duisburg wird auf einem geheimen Scheiterhaufen verbrannt und hingerichtet.

          • Der Judas, das ist ein frischer Kopf. Man merkt, der will etwas in Duisburg mit Xtranews bewegen. Ganz großen Dank an euch!

            Aber irgendwie habe ich das Gefühl: Am Ende steht die ganz Große Integration Duisburg für Kuhl und Xtranews.

            Das ist doch nicht das erste Mal in den letzten zwanzig Jahren, dass Leute unter großem persönlichen Einsatz sich ins Zeug schmeißen und für die Stadt kämpfen. Wieviel wurde da schon kaputt gemacht?

  6. @ von daneben-an: daneben ist ein geisteszustand und „außenseiter“ hab ich nicht gesagt wohl aber festgestellt daß eine person die glaubt hier bei der westen.de zu sein sich offensichtlich in der adresse geirrt hat und ganz am rande frage ich mich was das für proxy-gespenster sind die unter mehreren identitäten mit sich selbst diskutieren und sich gegenseitig zitieren

  7. @ josipa: höre ich natürlich gern und frage mich manchmal auch ob ich don quichote oder sysiphos bin – uns integriert keiner aber leider ist tatsächlich vie porzellan zerdeppert worden in den letzten duisburger dekaden

  8. AN ALLE

    seit heute hab ich schon wieder ne neue kolumne raus und möchte jetzt nicht mehr auf diese antworten

    anfang dezember erscheint wieder mein judas-kulturmagazin das nix kost und an jeden geht der mir unter thomaskuhl@gmx seine emailadresse gibt

    menschen die ernsthaft was verändern möchten können sich gerne auch unter dieser adresse bei mir melden

    leute die in den bereichen politik-kultur-soziales engagiert sind kann es nie genug geben

    sonst säuft die stadt mit dem gräßten binnenhafen europas in ihrer eigenen pisse ab

  9. Jakobswege - nur noch für kurze Zeit Mi, 11 Jan 2012 at 20:35:48 -

    Duisburg erweckt ja zunehmend den Eindruck, von der Entwicklung dieser, unserer morgen- und abendländischen Leitkultur abgeschnitten zu sein.

    >>> Inzwischen ist der Lobotomisierungsprozeß soweit fortgeschritten …

    http://de.wikipedia.org/wiki/Lobotomie

    Es besteht die Ehrfurcht vor der historischen Entwicklung von Duisburg, Ruhrgebiet und NRW, dass hiervon geprägte Leser zum Begriff „ Lobotomisierungsprozeß“ eine gewisse kulturelle Distanz haben. Integration Duisburg ist ein Referat im Dezernat des Oberbürgermeister Duisburg.