Talfahrt kaum zu stoppen: MSV Duisburg unterlag Eintracht Frankfurt 3:0

Am Sonntagnachmittag wurde es richtig emotional in der Commerzbank-Arena in Frankfurt, denn zwei Traditionsvereine trafen aufeinander. Der Tabellen-Dritte der zweiten Bundesliga, Eintracht Frankfurt, empfing den MSV Duisburg der momentan auf dem 14. Platz der 2. Liga gastiert. Während der Start für die Eintracht wie geschmiert verlief und sich somit vor der Partie nicht in einer Drucksituation befand, sah es beim MSV Duisburg anders aus. Das Team von Milan Sasic und Fuat Kilic hängt seinen Erwartungen weit hinterher, denn nach der Euphorie vom DFB Pokalfinale rechnete keiner der Verantwortlichen mit einem Klassenkampf in der nächsten Saison. Die Meidericher konnten sich bisher nur neun Punkte von 33 möglichen aus elf Spielen erkämpfen.

Für Bruno Hübner, Sportdirektor der Eintracht, sollte die Partie eine emotionale Veranstaltung werden. Denn er leitete über 3 Jahre die Lizenzspielerabteilung der Gäste aus Meiderich. Vor der Partie begrüßte er seine alten Mitarbeiter herzlich. „Duisburg wird immer in meinem Herzen bleiben“, äußerte der ambitionierte Manager, der mit der Eintracht zurück ins Oberhaus des deutschen Fußball möchte. Aber auch mit Stürmer „Mo“ Idrissou stand ein ehemaliger Duisburger in den Reihen der Eintracht. Damit nicht genug. Auch Abwehr-Riese Gordon Schildenfeld kickte beim MSV Duisburg.

Um Punkt 13:30 Uhr pfiff Schiedsrichter Markus Schmidt die Zweitliga-Partie an. Die Zuschauer versuchten sich gegen die Kälte mit Fangesängen zu wärmen.

Zu Beginn der Partie tasteten sich beide Teams vorsichtig ab, Torchancen waren Mangelware. In der 14. Spielminute dann die erste Gefahr für die Gäste aus Meiderich, denn Schiedsrichter Schmidt entschied auf Freistoß für die Eintracht, doch Alexander Meier vergab aus rund 23 Metern.

Ab der 18. Spielminute fingen beide Teams an Offensivfußball zu spielen. Beide Teams versuchten den Führungstreffer zu erzielen. Mo Idrissou vergab nach einer Vorlage von Djakpa per Kopf, denn er verfehlte das Gehäuse von MSV-Keeper Fromlowitz um wenige Meter.

Im direkten Gegenzug versuchte es MSV-Stürmer Emil Jula. Err zog aus rund 20 Metern ab, doch Eintracht-Legende Oka Nikolov konnte den Distanzschuss von Jula mit einer tollen Flugeinlage in der 19. Spielminute entschärfen.

In der 31. Spielminute dann die nächste Chance für die Mannschaft von Eintracht-Coach Armin Veh. Erwin Hoffer versuchte es aus rund 30 Metern und traf dabei die Latte, so mussten die 1.000 mitgereisten MSV-Fans kurz die Luft anhalten.

Der MSV bis dato mit vielen Fehlpässen. So konnte die Eintracht, die ebenfalls keine Bestleistung abrief jedoch ohne große Probleme den Ballbesitz erlangen.

Und in der 35. Spielminute war es dann soweit. Der MSV wurde in Grund und Boden gespielt, Eintracht Spieler Erwin Hoffer konnte über die gesamte linke Außenbahn einen Sololauf starten. Anschließend setzte er sich dann auch noch gegen die MSV Defensive durch und konnte flach zum 1:0-Führungstreffer für die Eintracht einschieben. Riesen Erleichterung nach dem Führungstreffer konnten die Zuschauer den Eintracht-Verantwortlichen ansehen. Diese stürmten vor Freude auf dem Platz, doch nur einer blieb sitzen: Eintracht Manager Hübner hatte Mitleid mit seinem ehemaligen Arbeitgeber.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff erneut die Eintracht im Sechzehner des MSV. Alexander Meier konnte sich bis auf eine kurze Distanz zu Florian Fromlowitz vorkämpfen. Nachdem Meier abzog hielt Fromlowitz die Gäste mit einer Glanztat im Spiel.

Kurz vor der Halbzeitpause hatte Bruno Soares in der 44. Spielminute eine riesige Chance zum 1:1-Ausgleichstreffer, doch der Brasilianer scheiterte gegen den starken Eintracht-Keeper Nikolov, der erneut seine Mannschaft vor einem Gegentor bewahrte. Der 36 Jährige setzte sich gegen Neuzugang Keßler (St. Pauli) durch.

Um Punkt 15:16 Pfiff Schiedsrichter Markus Schmidt zur Halbzeitpause. Die Eintracht ging verdient mit einer 1:0 Führung in die Kabine. Der MSV anfangs ziemlich sicher doch nach und nach unsicherer. Die Mannschaft von MSV Trainer Milan Sasic verfiel immer weiter dem „Angsthasen-Fußball“, so, das das Team von Armin Veh das Spiel gestaltete.

Zu Beginn der zweiten Hälfte trafen sich beide Teams auf Augenhöhe. Doch die Eintracht begann schnell erneut dort, wo das Team von Armin Veh in der ersten Hälfte aufgehört hatte. Die Offensivaktionen der „Adler“ nahmen zu, so gelang es erneut Erwin Hoffer ohne jegliche Gegenwehr zum Abschluss zu kommen. Dieser dankte es, in dem er den Ball ähnlich, wie bereits beim 1:0 einschob und erzielte das 2:0 für die Eintracht.

In der 62. Spielminute zeigte MSV-Trainer Milan Sasic an der Seitenlinie Emotionen pur. Der MSV-Coach faltete die Hände zusammen und starrte in den Himmel. Er konnte es nicht so recht glauben, was seine Mannschaft ablieferte. Die mitgereisten MSV-Anhänger dagegen riefen „Wir wollen euch kämpfen sehen.“

Doch die Rufe brachten nicht viel. Die Mannschaft wirkte immer unsicherer. Somit  wurde es der Eintracht leicht gemacht den „Sack“ zu schließen. Denn Alexander Meier verwandelte sicher 3:0 für die Hessen.

Die Reaktion auf der Eintracht-Bank war eindeutig. Alle freuten sich geschlossen, außer Bruno Hübner der ehemalige „Sportchef“ der Zebras konnte nicht so richtig zuordnen, ob er sich freuen sollte oder nicht.

Die Fans skandierten „Wir haben die Schnauze voll“. – Anzumerken sei aber auch, dass Trainer Sasic und Kilic an der Seitenlinie vollen Einsatz gezeigt haben.

Die Kulisse auf Seiten der Eintracht dagegen prächtig. Die Fans feierten ihre Mannschaft und vor allem einen Mann: Oka Nikolov. Der 36-Jährige, der immer wieder aufsteht. Er setzte sich immer wieder gegen seine Konkurrenten durch und brachte eine konstante Leistung. Das ein ganzes Stadion einen Torwart so feiert ist sicher nicht alltäglich, doch Nikolov schien es verdient zu haben. Sein Mitspieler Erwin Hoffer äußerte sich nach der Partie wie folgt: „Ich denke schon, dass Oka diese Rufe verdient hat, denn er ist wirklich einer der die Eintracht im Herz trägt, wer in 20 Jahren nach so vielen Rückschlägen immer den Verein in Vordergrund hält der kann sich dann auch mal feiern lassen.“

Um punkt 15:19 Uhr erlöste Schiedsrichter Schmidt die Duisburger Anhänger. Endstand 3:0 für die Gastgeber die nun auf Rang zwei der 2. Bundesliga stehen.

Der MSV Duisburg dagegen befindet sich nun im Abstiegskampf.

Fotostrecken zum MSV Duisburg können Sie unter folgenden Link einsehen:

http://xtranews.de/imagedesk/index.php/MSv-Duisburg

 

Eintracht Frankfurt:

Nikolov – Jung, Anderson, Schildenfeld, Djakpa (86. Korkmaz) – Schwegler – Rode (82. Matmour), Köhler – Meier – Hoffer (77. Friend), Idrissou

 

MSV Duisburg:

Fromlowitz – Bollmann, Bruno Soares, Bajic, Berberovic – Benjamin Kern, Gjasula – Brosinski (72. Lazok), Pamic (59. Kastrati), Wolze (76. Domowtschiski) – Jula
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)

Tore: 1:0 Hoffer (35.), 2:0 Hoffer (53.), 3:0 Meier (65.)

Zuschauer: 39.900

Gelbe Karten: Bollmann, Bruno Soares (5)

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