FCR 2001 Duisburg gegen Wolfsburg: „Dieses Spiel ist richtungweisend!“

marco-kDuisburg – „Keine Frage, dieses Spiel ist ein big point – und den wollen wir uns holen.“ Vor dem ersten Topspiel der Saison des FCR 2001 Duisburg am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg (11 Uhr, PCC-Stadion in Duisburg-Homberg) zeigt sich Trainer Marco Ketelaer als Freund der klaren Ansage: „In dieser Begegnung entscheiden Nuancen, Wolfsburg hat eine prima erste Halbzeit gegen Potsdam gespielt; das wird eine schwere Herausforderung, aber gerade deshalb freuen wir uns ja so auf dieses Kräftemessen, das wir unbedingt bestehen wollen.“ Auch, weil im Falle des Sieges eine eindrucksvolle Tabellenkonstellation winkt: Geheimfavorit Wolfsburg wäre zunächst einmal auf acht Punkte Abstand distanziert.

Wirft man einen Blick auf die aktuelle Tabelle erscheint die Aufgabe auch machbar:

Zwölf Punkte gegenüber sieben Zählern, stolze 14 Treffer gegenüber sieben des Gegners, vier Siege gegenüber zwei Erfolgen – kurzum: Tabellenführer gegen den Fünften: Was soll da passieren? Doch genau diese Zahlenspiele zeigen, wie sehr Papier doch zu trügerischen, leichtfertigen Folgerungen verleiten könnte; denn die andere Hälfte der Wahrheit ist, dass der Gast bisher das vergleichsweise schwierigere Programm zu absolvieren hatte. So lieferten die Wölfe am vergangenen Sonntag gegen den deutschen Meister Potsdam vor der Pause eine überragende Leistung ab und mussten klar in Führung gehen. Genauso erwähnenswert: Die Auswärtsspiele in Jena und vor allem bei den Bayern wurden souverän (zweimal 3:0) gewonnen.

Mit Ausnahme des Remis im Heimspiel gegen Neuenahr haben die Gäste also trotz ihres Tabellenstandes bewiesen, warum sie von allen TrainerInnen vor der Saison zum Favoritenkreis gezählt wurden; belegt wird diese Prognose neben den gezeigten Leistungen besonders durch einen Blick auf den Kader: Mit Martina Müller und dem Frankfurter Neuzugang Conny Pohlers präsentiert der VfL ein Sturm-Duo der internationalen Spitzenklasse; Conny schaffte bekanntlich in der letzten Saison das Kunststück, von der Bank aus die Torjägerkanone zu gewinnen und führt auch aktuell schon wieder die Torjägerliste an.

Zudem hat Ralf Kellermann, der sportliche Leiter und Cheftrainer, das Team gezielt und spürbar verstärkt: Neben Pohlers kamen aus Potsdam die gute Abwehrspielerin Josephine Henning und Mittelfeldmotor Nadine Keßler, die trotz ihrer 1,69 Meter auch eine gefährliche Kopfballspielerin ist. Aus Neuenahr wurde Lena Goeßling als souveräne Abräumerin vor der Abwehr geholt und mit Verena Faißt verstärkt bereits seit der letzten Saison eine weitere WM-Teilnehmerin die Hintermannschaft. Auf das herausragende Können der Torfrau Alisa Vetterlein sei hier nur der Ordnung halber hingewiesen.

Die Wölfinnen kommen heute also hoch motiviert und als echtes Spitzenteam ins PCC-Stadion, wo sich Coach Kellermann durchaus etwas ausrechnet: „Ich erwarte ein Duell auf Augenhöhe. Es stehen sich zwei offensiv ausgerichtete Mannschaften gegenüber, die ein hohes Tempo gehen werden. Ich bin optimistisch, dass wir Zählbares aus Duisburg mitnehmen werden.“

14 Tore, sieben Torschützinnen

linda-bViel Positives – und Erfolgreiches – gab es in den letzten Wochen allerdings auch bei den Löwinnen zu sehen: So den unbändigen Siegeswillen beim knappen 2:1 zu Saisonbeginn gegen Aufsteiger Leipzig oder aber die spielerisch herausragenden Aufführungen gegen Leverkusen und zuletzt in Freiburg. Man sieht, dass die Mannschaft allmählich umsetzt, was Ketelaer vor Saisonbeginn angekündigt hat und im Training immer wieder üben lässt: Gegner früh attackieren, schnelle Balleroberung, zügiges Kombinationsspiel anstelle von vorhersehbaren langen Passbällen.

Bemerkenswert zudem – und ein Ergebnis dieser Spielphilosophie: Bei den 14 Toren haben sich gleich sieben Löwinnen in die Torschützenliste eingetragen. Außerdem funktioniert das Team als Mannschaft und konnte so, z.B. in Freiburg, die schmerzlichen Ausfälle von Mandy Islacker und Linda Bresonik kompensieren.

Trotzdem können die Löwinnen die bisherigen Erfolge und den heutigen Gegner richtig einschätzen, wie Ketelaer betont: „Natürlich freuen wir uns über das Erreichte, das ist doch selbstverständlich; aber wir wissen, dass heute mit Wolfsburg ein topbesetztes Team auf uns wartet, das ebenfalls sehr hochgesteckte Ziele hat und uns alles abverlangen wird – aber die Fans können sicher sein, dass wir darauf vorbereitet sind und als Mannschaft antworten wollen; dieses Spiel ist ganz klar richtungweisend.“

Dementsprechend hat man sich auch vorbereitet: Intensives Training, Viedeoanalyse, viele Gespräche. Seit Donnerstag sind auch Islacker und Bresonik wieder dabei – mit unterschiedlichen Perspektiven für den Sonntag: „Für Mandy kommt das Spiel auf jeden Fall noch zu früh, Linda kann dagegen eine Option sein.“

Doch egal, wer nun mit der Startelf aufläuft: Wenn die Löwinnen die konzentrierte Vorstellung aus Freiburg wiederholen können, wenn sie genauso von der ersten Sekunde an fokussiert sind wie im Breisgau, dann ist auch gegen diesen starken Gegner ein Sieg möglich – vor allem dann, so der große Wunsch von Trainer und Mannschaft, „wenn uns unsere fantastischen Fans wieder so unterstützen wie in den ersten Saisonspielen, und vielleicht noch etwas zahlreicher kommen als zuletzt“.

Aus der vergangenen Saison stehen gegen den VfL übrigens eine 2:3-Auswärts-Niederlage und ein 2:1-Heimsieg zu Buche, damals das erste Spiel unter der Verantwortung von Marco Ketelaer.

 

Bildstrecken zum FCR 2001 Duisburg finden sie unter http://xtranews.de/imagedesk/index.php/FCR01-Duisburg

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