Schützenfest in Freiburg: FCR Duisburg besiegt SC Freiburg 6:0

Auch der Papst war auch da in Freiburg. Jedoch nicht beim Spiel der Frauen. Doch den, in dieser Höhe hochverdienten 6:0-Sieg schaffte der FCR 2001 Duisburg – bei allem Respekt vor dem Oberhaupt der katholischen Kirche – durchaus ohne dessen Beistand. Belohnt wird der FCR für diese eindrucksvolle Leistung übrigens mit der vorübergehenden Tabellenführung. Vor 250 Zuschauern im herrlich gelegenen Mösle-Stadion begeisterten die Löwinnen mit bemerkenswertem Offensiv-Fußball und hervorragend herausgespielten Toren – kurzum: Der Gast erteilte dem SC Freiburg eine 90-minütige Lehrstunde.

Dabei ließen sich die Duisburgerinnen auch nicht von einem neuerlichen schmerzlichen Ausfall aus der Erfolgsspur bringen: Nach Mandy Islacker (Fußverletzung) konnte auch Linda Bresonik nicht mit in den Breisgau reisen; die Nationalspielerin, die im Pokalspiel gegen Sand eine überzeugende Leistung ablieferte, zog sich im Training eine Zerrung zu und wird einige Zeit ausfallen. FCR-Trainer Marco Ketelaer traf eine mutige Entscheidung und stellte für Linda Cengiz auf die wichtige 6er-Position – und Gülhiye macht ihre Sache wirklich prima, genauso wie das gesamte Team, Respekt!

Wenige Minuten nach Beginn entscheidet sich Ketelaer für eine weitere, taktisch bedingte Umstellung: Weil sich Simone Laudehr von Beginn an mit einer persönlichen ‚Betreuung‘ konfrontiert sieht, schickt der Trainer Simon in den Sturm, so dass Alexandra Popp sich etwas zurückzieht und mehr Freiheiten hat.

Taktik hin oder her: Die Gäste beginnen wie vor zwei Wochen in Sand: Couragiert, selbstbewusst und feldüberlegen; schon nach drei Minuten konnte Kozue Ando zwei Standards in den Freiburger Strafraum heben, die aber keine Gefahr brachten. Da war eine Szene in der 6. Minute schon vielversprechender, doch Ando und Stefanie Weichelt spielen ihr Zusammenspiel nicht konsequent genug aus. Auch an der nächsten Chance ist die Weltmeisterin beteiligt: Nach der bis dahin (11.) besten Kombination kommt Ando recht ungehindert zum Schuss, zielt aber leider am Tor vorbei.

Eigentlich nur logisch, dass die bis dahin in der Vorwärtsbewegung agilste Spielerin dann auch die Führung erzielt: Nach einem sehr sehenswerten Angriff über Laudehr und Popp kommt Kozue erneut frei zum Schuss und zielt diesmal überlegt ins lange (linke) Eck: 1:0, 25. Minute! Bemerkenswert an diesem Spielzug noch, dass nach einem vorangegangenen Foul an Popp im Strafraum Caroline Abbe die gelbe Karte sieht – mit anderen Worten: Hätte Ando nicht getroffen, wäre zwingend ein Elfmeter fällig gewesen.

Wie stark, auch mental, das Team in dieses Spiel gegangen ist, zeigen ganz besonders die nächsten Minuten: Trotz Führung und obwohl ‚Poppi‘ noch behandelt wird, spielen die Löwinnen weiter munter nach vorne und treffen – noch in Unterzahl – ein weiteres Mal: Weichelt initiiert zentral einen neuen Angriff, spielt zu Marina Himmighofen und die linke Verteidigerin flankt mustergültig in den Strafraum, wo Weichelt schon wieder parat steht und mit dem Kopf (!) das 2:0 erzielt (27.).

In der Folge schöpfen die Freiburgerinnen bei zwei Ecken ein wenig Hoffnung auf Ergebnisverbesserung, die klaren, die glasklaren Chancen hat aber weiter der deutlich überlegene Gast: Allein Jennifer Oster muss eigentlich mindestens ein Tor machen, steht sie doch gleich zweimal völlig frei vor Torfrau Brunner – verzieht aber leider jedes Mal. Beeindruckend dagegen die Chancenverwertung von Luisa Wensing: Sekunden vor dem Halbzeitpfiff flankt Ando nach einer Ecke und einer weiteren abgeblockten Flanke zum drittenmal in Serie in den Strafraum, punktgenau auf den Kopf von ‚Lulle‘, die am langen Eck unhaltbar einköpft.

Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft“

15 Minuten Pause ändern nichts am Spielverlauf, im Gegenteil: dem Aufsteiger gelingt der eine oder andere gefällige Spielzug, die Löwinnen bleiben aber drückend überlegen, zeigen wirklich sehenswerte Kombinationen und erzielen auch weiterhin wunderschöne Tore. So in der 55. Minute, als sich ‚Osti‘ nach einer erneut abgeblockten Ando-Ecke ein Herz fasst und mit einem sehenswerten 22-Meter-Schuss trifft, endlich! Verständlich und sympathisch, dass die gesamte Mannschaft zum Gratulieren antritt.

Und wenn es einmal so prima läuft, verwundert auch dieses nicht mehr: in der 59. Minute gelingt Oster einmal mehr eine Lehrbuch-Flanke – und auf wo landet sie? Erneut bei Steffi Weichelt, und mit einem Aufsetzer gelingt dem neuen Kopfball-Ungeheuer des FCR gar das 5:0!

Für den Endstand sorgte dann die wieder sehr einsatz- und spielfreudige Simone Laudehr, die nach 86 Minuten einen Elfmeter unhaltbar verwandelt. Vorher war Jackie Groenen nach einem Slalomlauf durch den halben Strafraum rüde von den Beinen geholt worden.

Danke Ihr Löwinnen für eine Klasse-Leistung! Begeistert war auch Trainer Marco Ketelaer: „Ich bin sehr stolz auf mein Team, das von Anfang an 100prozentig konzentriert war und als Einheit funktioniert hat. Freiburg ist im Prinzip eine gute Mannschaft, wenn man sie spielen lässt – und genau das haben wir verhindert, indem wir den Gegner ernst genommen und als Mannschaft kaum etwas zugelassen haben.“ ‚Kette‘ freute sich auch darüber, dass „heute Vieles umgesetzt wurde, was wir im Training geübt haben, wie z.B. beim Tor durch Himmi und Steffi.“

Und selbst so kurz nach dem Abpfiff dachte der Coach schon an das nächste Spiel: „Nach diesem Erfolg freuen wir uns richtig auf das Topspiel gegen Wolfsburg!“

Fotostrecken zum FCR Duisburg finden Sie unter folgenden Link:

http://xtranews.de/imagedesk/index.php/FCR01-Duisburg

 

FCR Duisburg:

Bellinghoven; Wensing, Krahn, Neboli, Himmighofen (72. Hogewoning); Cengiz; Oster, Laudehr, Weichelt (67. Groenen); Ando (59. Müller), Popp

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