Kuhls Kolumne: KING DONG GEGEN BRITISH BIRD

ob-kuhl-0206Er wird fett und sie verhungert. Die letzten Reste des British Empire sowie des Commonwealth gehen gemeinsam mit den USA und Festlands-Europa unter während China Schuldscheine von Bush und Obama aufkauft, um dann zu konstatieren, Amerika habe „ein Problem mit den Wahlen“. Dabei müssen uns die Massenmörder vom „Platz des himmlischen Friedens“ gar nichts mehr beibringen: Hierzulande wird die Demokratie gerade auf den Altären der Finanzmärkte geopfert – während William seine Kate auffrisst – Kannibalismus im Buckingham-Palace zum Vampirismus der Börsen. Enjoy your meal and cheers!

Als Duisburger wundere ich mich, daß inzwischen die ganze Welt die miesen Charaktereigenschaften hiesiger “Ehrenmänner” kritiklos und zügig realisiert. Hier soll aber nicht über Bushs und Blairs Massenmord im Irak, über das Massaker in Peking oder gar die Love-Parade in Duisburg gesprochen werden. Sonst müssten wir uns ja auch noch Gedanken über Volksverdummungsinstitutionen wie den Internationalen Gerichtshof in Den Haag oder das Landgericht in Duisburg machen, wo kleine Lichter wie Milosevic oder die Bandidos verknackt werden während Groß-Täter wie Bush oder Sauerland immer noch frei rumlaufen. Mit Gesetzen ist Polit-Gangstern nicht beizukommen.

„Der Staat ist der großgeschriebene Mensch“ schrieb Platon in seiner „Politeia“ – Untertitel „Von der guten Verfassung“. Gelegentlich bin ich – nach ein paar Pilsken oder Schlafmangel „in schlechter Verfassung“. Damit ist weniger die Befindlichkeit meines Körpers gemeint – das zentrale Arbeitsfeld von Nebenschauplatz-Kamikazes wie Nichtraucherschützern, Körnerfanatikern, Salatkarnickeln, vatikanesischen Triebfeindlern oder Duisburger Rechtsdezernenten – nein, es geht um das Bewusst-Sein. Das Gemeinwesen ist so schlau oder so blöd wie seine Bürger. Und genau da hängt der Hammer.

Platon hält die Monarchie für die beste Staatsform – sofern der Monarch ein Philosoph ist. Das hat es noch nie gegeben. Die zweitbeste, die Oligarchie, die Herrschaft der wenigen, sei vertretbar, wenn es sich um eine Aristokratie (Aristos griechisch „Der Beste“). Nun sind russische oder Deutsche-Bank-Oligarchen eher Bestien (oder Barbaren griechisch „Barbaroi“). Die praktikabelste sei die Volksherrschaft, die Demokratie. Diese stünde aber ständig in der Gefahr, in die Tyrannei, wo nur Ängste und Leidenschsaften regieren, abzustürzen.

Nun muß man in Duisburg niemandem erklären, was Tyrannei ist – in Zeiten demokratischer Notwehr gegen einen vom Volke gewählten Tyrannen. Auch Oligarchen haben wir von Hellmich bis Funke zu bieten. Kleinkriminelle von der Ndragheta bis Bandidos runden unser Menü ab… Das Problem der Demokratie liegt ganz woanders.

In der Antike kam es nach Kriegen schon mal vor, dass Verlierestaaten von den Siegermächten eine Demokratie aufgezwungen wurde – so wie die beiden deutschen Demokratie-Experimente nach den beiden Weltkriegen.

Die Tatsache, dass hier zweimal die Demokratie gescheitert ist, weil die Weimarer Republik dem Tyrannen Hitler und die Bundesrepublik einem Oligarchenkartell namens „Wirtschaft“ mit politischen Handlangern, Lobbyisten und medialen Trend-Prostituierten anheim gefallen ist. Das spricht nicht prinzipiell gegen Demokratie, man hatte bloß nicht aufgepasst.

Als ein Zwangsneurotiker namens Helmut Schmidt 50 Atomkraftwerke gebaut sehen wollte und den Amis (als sie den Russen schon 80fach an Atomschlagkraft überlegen waren) unbedingt noch die Pershing und die Cruise-Missile einflüstern musste, da hätten wir fast eine Mischung aus zivilen und militärischen Atompilzen unsere Heimat nennen dürfen.

Dann kam Kohls „Geistig-Moralische Wende“ (Wende griechisch „Katastrophe“). Hatten die 68er mit ihrer Kultur-Revolution die meisten Nazi-Verkrustungen aufgelöst, so sollte Kohls Konter-Revolution wieder das realisieren, was im tausendjährigen Reich für Tugend gehalten wurde. Sein Nachwuchs waren die Neo-Nazi-Progromtäter nach der „Wiedervereinigung“ des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ – inklusive Euro. Und wie alle großen Europäer seit Karl „dem Großen“ juckten ihn die paar Menschenleben wenig.

Da musste ein Kapitalistenknecht namens Schröder, der von seinen finanzstarken Zuhältern in feinen Brioni-Zwirn gesteckt worden und von Maschmeyer und Co. wie der ebenfalls scheinbar sozialdemokratische Puff-Flug-Finanzier Hartz mit Havanna-Zigarren ausgestattet wurde, nicht mehr lange fackeln, um mit der nichtssagenden Begrifflichkeit „Agenda 2010“ auch die „Hartz-Gesetze“ – gegen seine eigene Partei, aus der dann ein Drittel der Mitglieder austrat – abgeschrieben von Gustav Hartz, der in der Weimarer Republik durch „Rationalisierungen“ die Vorstufe für Hitler leistete und formuliert vom VW-Puff-Havanna-Hartz – zusammen mit seinen Mit-Hartz-Verbrechern GrüneCDUFDP – durchdrücken zu können.

In gewachsenen Demokratien wie in Belgien gab es gegen solch menschenrechtsfeindliche Bestrebungen einen Generalstreik. Doch die deutsche Demokratie war – nachdem Kohl und Schröder die beiden Volksparteien zu lächerlichen Abnicker-Runden degradiert und die beiden kleinen Parteien aus lauter Machtgeilheit jede Scheiße mitgemacht hatten – platt.

Irgendwo auf der Strecke muß dann eine FDJ-Zusche aus dem Arsch von Honneker in den von Kohl gekrochen sein, wurde vom größten Pfälzer aller Zeiten noch „mein Mädchen“ genannt, um dann – Schwupps! – blitzschnell im Gedärm von Bush aufzusteigen – weil sie bereit gewesen wäre, mit dem texanischen Jesus-Junkie im Irak das große Mordspektakel zu verbrechen. Man kann es ihr nicht übel nehmen, dass sie nicht weiß, was Demokratie ist. In den kurzen lichten Momenten zwischen zwei Ärschen, wo man bekanntlich braun wieder rauskommt, sieht man so schlecht, dass man Diktatur und Demokratur schon mal für dasselbe hält.

Während die aristokratische Reichsgebärmutter von der Leyen (noch mehr Kinder als Magda Goebbels), deren Vater Ernst Albrecht als niedersächsischer Ministerpräsident immer für einen Nazispruch gut war und uns Brockdorf eingebrockt hatte, den Reichsarbeitsdienst so pflichtversessen führt, dass über 5 monatliche Euronen mehr für Hartzer drei Monate heftigst diskutiert wird, schmeißt Merkel mal gerade 400 Milliarden für die Banken aus dem Fenster. Soviel wie alle Hartz4-Empfänger zusammen in zehn Jahren bekommen. Aber die Hartzer sind bloß Volk – und die Reichen heilig…

Die magersüchtige Zwangs-Asketin mit dem aufgeblasenen Friseur-Mützchen besäuft sich mit Mineralwasser, um Hartzer das Rauchen und Trinken zu verbieten und den anderen Aristokraten, diese hochinszenierte Knallcharge, der mit Ray-Ban-Brille in Afghanistan gestartet und ohne Doktortitel in Amerika gelandet war, den haben wir schon vergessen…

Demokratie ist kein Mittel zum Finden der richtigen Entscheidung. Sie ist ein Mittel zur Aufsplitterung von Macht. Demokratie braucht zentrale Werte, die Verfassung, und eine soziale Basis der Bevölkerung, damit die überhaupt in der Lage ist, etwas zu entscheiden.

Als die DUITYourself-Leute mit basisdemokratischem Gelulle verschleiern wollten, dass sie sich nicht entscheiden konnten, das zu tun, wofür sie immer demonstriert hatten, wurde das Problem deutlich, was der Theatermacher, der Szenewirt und viel andere noch immer nicht begriffen haben.

Man muß wissen, was man will, sich entscheiden können, das zu tun – und es dann auch tun. Man braucht Werte, demokratische Prozesse und Handlungsfähigkeit. Da muss man denken, diskutieren, handeln.

Duisburg muß sich klar werden, ob neunzig Prozent der Bevölkerung sich tatsächlich weiterhin krummbuckeln wollen für die Oligarchenbande, die von dem Tyrannen im Rathaus repräsentiert wird.

Oder ob man nicht besser den Tyrannen abwählt, um der Oligarchen-Hydra im nächsten Schritt die Köpfe abzuschlagen.

Die Ägypter dieser Stadt haben ihrem Mubarak in der letzten Ratssitzung die Schuhe nachgeschmissen.

Jetzt gibt’s viel zu tun. Diskussionen über den besten Weg. Aktionen in allen gesellschaftlichen Bereichen. Überzeugen, dass unser Handeln Notwehr ist – und nicht Hetzjagd, wie uns die Täter einreden wollen.

Stuttgart 21 hat unsere Ratsmafia bundesweit aus den Medien gekickt. Die haben sich dann von Geißler verarschen lassen.

„Krise“ heißt in der Medizin, dass am Ende entweder der Tod oder das Leben steht: Duisburg liegt im Koma. Duisburg läuft Amok. Es ist dasselbe Wort. Eine Frage der Perspektive.

Und die müssen wir uns schaffen!

Seit Stunden ists schon hell. Ich muß ins Bett. Duisburg und sein Oberbürgermeisterkandidat – eine „Lady Sunshine – Mister Moon“-Beziehung. Ein wunderschöner Song von Chris Kristoffersen. Der Soundtrack diese Samstagmorgens, mit dem ich ins Bett gehe während ihr aufsteht.

Fortsetzung folgt…

PS zur Entstehung dieser Kolumne

Hab mir gegen Ende dieser Nacht im Graefen und im Goldengruen Notizen gemacht und mich dann hier gleich an den Computer gesetzt. Wollte eigentlich über William und Kate schreiben. Was im Intro begann, führte dann im Verlauf zu einer Vorgedanken-Kaskade.

Ein viel zu langer Einstieg – und eine Vertagung des Angedachten auf den Regeltermin. Kuhls Kolumne erscheint montags.

„Enjoy your meal and cheers!” war schon richtig. Nur haben wir uns zu lange beim Aperitif festgequatscht. Aber der kam ja auch zwei Tage zu früh. Bis dann zum Hauptgang am Montag. Ahoi!

2 thoughts on “Kuhls Kolumne: KING DONG GEGEN BRITISH BIRD

  1. >Die letzten Reste des British Empire sowie des Commonwealth (…)

    Da fängt der wirre Blödsinn schon an.

    Das Commonwealth ist stark wie nie, weil etwa Indien wächst. Und Pakistan.

    Ich sag‘ ja auch immer gern, daß Churchill bei Ork den Rhein überquert hat und dann dann, nebenbei, den Ruhries Zivilisation hat lehren lassen.

    http://www.derwesten.de/nrz/niederrhein/Churchill-war-auch-schon-hier-id1107349.html

    Weiterhin viel Spaß bei praktikantenartiken Rundumschlägen.

    Im Prinzip kann man damit nur im Gräfen landen.

    Und aus diesem letzten Rest hervorgehen.

    (-:

  2. den commonwealth gibts nur noch symbolisch

    daß einzelne staaten wachsen und prosperieren das soll sogar in der „europäischen gemeinschaft“ vorkommen

    wirtschaftsbeziehungen entwickeln sich nach anderen kriterien

    weiterhin spaß bei traumzänzerischen „kritiken“