Duisburger! Ich verstehe Euch einfach nicht!

Aktuelles Stadtwappen der Stadt Duisburg

Image via Wikipedia

Man sagt, Greulich als Mitverantwortlicher der Stadtspitze in Duisburg hat keine Sorge vor Protesten aufgebrachter Bürger – die Duisburger wären schlicht zu träge.

Ist das wirklich so?

Was ist los in Duisburg und mit den Duisburgerinnen und Duisburgern?

Theater am Marientor, GEBAG und die Küppersmühle, die Toten von der Loveparade, das Gutachten und der Druck auf den Rat in Sachen Bezahlung… und das ist bekanntlich nur die Spitze des Eisbergs.

Da fragt man sich, was eigentlich noch in Duisburg passieren kann, was sich Politiker wie Sauerland und Co noch erlauben dürfen, bis man endlich „den Arsch hoch“ bekommt und bis endlich tausende und abertausende Bürger und Bürgerinnen vor das Rathaus ziehen und erst dann wieder gehen, wenn Sauerland „die Stadt verlässt“ (also zumindest sein Amt aufgibt)?

Kann mir bitte irgend jemand erklären, was in Duisburg los ist???

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18 thoughts on “Duisburger! Ich verstehe Euch einfach nicht!

  1. In Duisburg gab es noch nie eine grosse Identität. Der Huckinger war erstmal ein Huckinger … dann je nach Elternhaus, ein Niederrheiner oder Ruhrpottler , dann vielleicht ein Duisburger, bei Hamborner oder Meidericher ist es genauso, Rheinhausen, Walsum usw.. alles das selbe, war vor 30 Jahren schon so ..und ist heute nicht anders.

  2. Allein diese unerträglich arrogante Aussage des Stadtdirektors müsste Motor sein für viele Bürger, sich vor dem Rathaus häuslich einzurichten, solange, bis sich etwas bewegt. Jeder Kleingartenverein, dem das Leben für sein Sommerfest schwergemacht wurde, hat Grund genug, am Burgplatz aufzumarschieren. Und es passiert – nichts. Insofern hat die unfähige Verwaltungsspitze völlig Recht mit ihrem Verhalten, wird sie doch die Lethargie der Bürger immer wieder bestätigt.

  3. 1983 hat mir damals 29jährigem auf dem 2.bildungsweg die zentralstelle für die vergabe von studienplätzen einen solchen in duisburg zugewiesen

    als in bonn geborener rheinländer mit erstausbildung als maschinenschlosser kam ich mit der mentalität hier gut zurecht

    nun lebe ich schon die hälfte meines lebens hier

    angebote aus köln berlin und warschau habe ich abgelehnt

    meine freunde leben hier

    die alten griechen hatten für freiheit und heimat das gleiche wort „eleutheria“

    hier kann ich frei sein

    und das lasse ich mir – verdammte scheiße – von der sauerland-gang nicht versauen

    auch deshalb habe ich in meiner kolumne TAGESBEFEHL DES COMMANDANTE: ARSCH HOCH; DUISBURG! am 11.juli in gleicher intention geschrieben wie meiners heute

    wir müssen uns die stadt zurückholen!

  4. „Kann mir bitte irgend jemand erklären, was in Duisburg los ist???“

    eine wirklich gute frage. eigentlich. man könnte sagen, die leute hätten kein rückRat. woher sollten sie es auch haben? eine andere vermutung könnte sein, man verfalle in ein altes AdolfSchema. von nix gewusst haben ist wie Rad fahren. man verlernt es nicht…

    es wäre so einfach, wären da nicht diese verflixten 50.000 unterschriften. man könnte sich hinstellen und sagen: „was seit ihr doch für ein dummes vieh, dass ihr den metzger noch selbst wählt?“

    Duisburg ist nicht so einfach. das habe ich als zugezogener auch nach zehn jahren noch nicht wirklich verinnerlicht. es ist schwer zu begreifen, wenn nebenan in Frankreich die leutchen das land still stehen lassen, weil sie bis zum 62 (!) lebensjahr arbeiten sollen.

    man wird in der stadt mit über 400.000 einwohnern kein prozent zusammentragen, dass geschlossen etwas darstellen würde, dass sich nicht wie die internetgeschichtchen oder einzelaktionen versprengter wegdiskutieren liesse: protest.

    aber er ist da, wenn die Hüskenzahlen stimmen. es ist, als wolle man den pelz gewaschen bekommen, aber dabei nicht nass werden wollen.

  5. Bei meinen Gesprächen-und ich führe viele-stellt sich meistens heraus, daß die Bürger es als eine Hetzjagd auf Sauerlaund (habe den Namen gerade in einer Überschrift gelesen) sehen und da nicht mitmachen wollen.
    Das wir nur ihn abwählen können und die anderen Beteiligten nicht, ist die Krux.
    Erst wurde Sauerland durch´s Dorf getrieben, jetzt Greulich.
    So wirkt es und das hält viele ab.
    Das als einzigste Erklärung reicht natürlich nicht, ist aber ein wichtiger Gesichtspunkt.
    Außerdem der frühere Klüngel der SPD und jetzt der CDU-Grünen-Klüngel,
    ist hier sehr ausgeprägt. Scheinbar ist kein anderes Denken entwickelt und gefördert worden. Und das ist nervend.
    Es wird viel über den Anderen gesprochen und nicht mit den Anderen.
    Die Angriffe gegenseitig sind überflüssig wie ein Kropf.
    Das Gezänke hat viele Bürger abgehalten.

    • das seh ich auch so

      der gemeine deutsche will ruhe erwartet von der politik keine politik und versteht nicht daß so nix klappen kann

      kaiser wilhelm hitler adenauer kohl sauerland sind hier traditionelle symbole

      willy brandt die spd als sie noch sozialdemokratisch war die grünen als sie noch grün waren die fdp als sie noch liberal war – das scheint vergessen

      demokratie ist diskussion debatte streit

      die gewünschte diskussionslose harmonie das ist chinesische diktatur

      diese politische kultur scheint verloren

      daß straftäter polizeilich verfolgt werden versteht jeder

      daß polit-täter noch nichtmal die politische verantwortung für ihr tun übernehmen (man stelle sich vor die gebag-verbrecher müssten mit ihrem eigenen vermögen für den diebstahl am gemeineigentum einstehn) und durch ihren rücktritt weiteren schaden abwenden ist eine sauerei

      die bürger die sauerland in die fresse hauen wollen kann ich verstehn – obwohl ich es nicht tun würde

      ich fahre da eine doppelstrategie – in meinen artikeln und veranstalltungen bin ich scharf – in persönlichen gesprächen konziliant und geduldig

      duisburg ist nach 50jahren spd und sieben sauerläntischen total am arsch

      das muss verstanden sein

      und wir müssen erklären erklären erklären

      und wir müssen die frustration aushalten daß so viele menschen mit aller gewalt blöd bleiben wollen

  6. Aller fünf Jahre sind knapp 100.000 Einwohner weg, statistisch als Fortzüge erfasst; in zehn Jahren also 200.000. Die 100.000 Leute, die bis 2016 abhauen, sitzen heute schon auf halb gepackten Koffern.

    Und warum soll man da noch den Mund aufmachen?

    Wer das versucht hat, ist gnadenlos dem Bürgermobbing ausgesetzt – oder wird davor gewarnt: „Überleg was Du tust! Vielleicht willst mal einen Balkon anbauen? Da kannst Du jahrelang auf die Genehmigung warten!

    Aber bei allem, es gibt auch Fortschritt zu berichten: http://negationmark.wordpress.com/2011/09/19/neinzeichen-gegen-griechische-verhaltnisse-bei-stadtverwaltung-duisburg-qualitatsmanagement/

  7. … vielleicht noch eine Zahl, um die gestellte Frage zu beantworten. Etwa 45 Prozent der Duisburger sind „Eingeborene“, also Geburtsort Duisburg. Ganz anders bei den Politiker im Stadtrat und seinen Ausschüssen: um die 90 Prozent.

    Wer sind das genauer anschauen will, kann sich die Listen der letzten Kommunalwahl beim Statistikamt der Stadt Duisburg über das IFG NRW bestellen. Als PDF, sonst zahlt man 1 Euro pro Seite.

    Die politische Mafia in Duisburg ist bei manchen Prinzipien ausgesprochen einhellig. Wer als Einzelner mit Kritik daher kommt, wird mit vereinten Kräften brutal gemobbt. Vor sechs Jahren hat ein (zugereister) Chef eines Duisburger Werberings neue Ideen vorgestellt. Die Politik gemeinsam mit der Verwaltung hat das als „Dreck!“ (wörtlich, kann man nachlesen) beschimpft. Der hat daraufhin seinen Unmut geäußert und bekam noch mehr Knüppel zwischen die Beine geworfen: Bürgermobbing.

    Der Witz, für die gleiche Nummer hat der Kulturbeirat letztes Jahr für einen anderen Stadtteil Fördergelder bewilligt.

    Genau das waren ja auch vom Wesen her die Klagen des Polizisten Eich bei den Vorbereitungen der Loveparade-Gedenkfeier, obwohl er die Landesregierung im Rücken hatte.

    • Mein Reden.
      Selbst wenn gute Vorschläge kommen!
      Der Duisburger Sumpfklüngel ist so ausgeprägt, so festgefahren.
      Gibt es Duisburger Scheuklappen. Sehr wohl.
      Man rennt gegen Mauern und wenn man den Klüngel, egal ob rechts oder links, nicht mitmacht, ist man außen vor.
      Hier ist jede Gruppe von sich eingenommen und arrogant.
      Jede Seite ist nur von sich überzeugt. Dann kann man natürlich nicht offen sein für Kritiker, Andersdenkende.
      Sagt die böse Katharina
      Nun kann man verbal über mich herziehen.
      Ich schreibe nur, was ich in 3 Jahren Duisburg erlebt und gesehen habe.

      • > Der Duisburger Sumpfklüngel ist so ausgeprägt, so festgefahren.

        Katharina, meintest Du Duisburger Klügel oder eher Duisburger Kreml?

        Manchmal frage ich mich, wo bin ich eigentlich.

        Die Oase Duisburg treibt gar manches seltsame Kraut: Der Feudalismus von historischen Monopolen wie Montanindustrie, Parteihochburg und Mediengiganten (WAZ und WDR).

  8. Duisburg verstehen lernen? „Hier macht keiner mehr mit!“

    Zur Zeit läuft in NRW eine kleine Studie: „Wieviel Spielplatzpaten hat die Stadt oder Gemeinde pro zehntausend Einwohner?

    Nach den bisher eingegangenen Antworten der Verwaltungen in NRW (Zwischenergebnis):

    Spielplatzpaten Spitzenreiter: über 15
    Spielplatzpaten in Duisburg: 0,5

    „Hier macht keiner mehr mit!“ Die sog. Bürgernähe von Politik und Verwaltung in Duisburg ist eine Heuchelei. Unsere Region in der Parteihochburg ist heruntergekommen. Kaputt machen uns „machtversessene und pflichtvergessene“ (Altpräsident Weizsäcker) Systemfuzzies.

    Kann mir bitte jemand sagen, welcher Politiker oder Verwalter ihn persönlich noch motiviert? Man kämpft doch nur gegen P-R-O-L-L = „Projektion Ruhrgebiet Ohne Langfristige Lösung“ – und wird dabei mit seinem Bürgerengagement in Duisburg verschlissen.

    „Hier macht keiner mehr mit!“ Deshalb gibt es den Vorschlag für das neue Neinzeichen. http://www.negationmark.wordpress.com – Schriftmark: Duisburg setzt ein Zeichen.

  9. > Duisburger! Ich verstehe Euch einfach nicht!

    Vielleicht gehört judas thomas kuhl zu einer bisher nicht identifizierten Klasse der Immigranten (Zuwanderer nach Duisburg), der noch nicht seinen sozialen Kontext im neuen städtischen Gemeinwesen gefunden hat?

    http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Bericht-zum-Bildungs-not-stand-id5113312.html
    Bericht zum Bildungs(not-)stand in Duisburg
    WAZ-Duisburg, 29.09.2011

    | Festgestellt wurde in dem Bericht u.a., dass der Anteil der Duisburger,
    | die eine Hochschulreife erreicht haben, in allen Stadtbezirken gestiegen
    | ist. Doch: Immer mehr gut ausgebildete Menschen kehren Duisburg den
    | Rücken, während schlecht ausgebildete nach Duisburg ziehen.

    Ich fühle mit jtk und bin sehr einsam. In der Politik und Verwaltung mehren sich die Leute, die hier bleiben. Die anderen sind schon weg. Kennt ihr den Begriff „Prämigrant“? Das sind die Leute, die es hier zum Kotzen finden wegen gewisser ‚Jäger mit Sauerland‘ und auf halb gepackten Koffern sitzen.

    Adolf Sauerland (CDU) sitzt sein Problem aus. Ralf Jäger (SPD) auch. Jäger hatte die schlechteste Wahlbeteiligung bei der letzten Landtagswahl von NRW.

    Rangfolge der Wahlbeteiligung zur Landtagswahl 2010
    http://www.wahlergebnisse.nrw.de/landtagswahlen/2010/aktuell/dateien/a137lw1000.pdf

    jtk meint: „Duisburger! Ich verstehe Euch einfach nicht!“ – Ich auch nicht! Hier macht keiner mehr mit! Bloß weg scheint das einstimmige Motto in Duisburg zu sein.

    Ejh, hörma jtk: „Bist Du eigentlich als Zugereister je in Duisburg integriert worden, wenn Du meinst: „Duisburger! Ich verstehe Euch einfach nicht!“

    Diese unseren sog. Volksparteien wurden vom Feinstaub des Reviergeist verblödet – stimmt´s?