Adolf Sauerlaund, Heuking, GEBAG…

Aktuelles Stadtwappen der Stadt Duisburg

Image via Wikipedia

Mein Omma sacht imma: Wenne nix gutes sagen kannst, sach garnix

Ist in der Causa Sauerland aber vermutlich das Schlechteste, was man machen kann. Denn wenn es um Duisburg geht, muss man von Adolf Sauerland sprechen.
Denn Onkel Adolf ist ja nach wie vor die Unschuld vom Lande:

„Und OB Sauerland versicherte: „Die Verwaltung hat nichts zu verbergen. Alle Zahlungen sind rechtlich korrekt.““

Dabei geht es ja um „nur“ eine knappe halbe Million Euro für das „einzig wahre Opfer der Loveparade„, nämlich ihn selbst und das Gutachten, dass ihn entlasten sollte.

Und Onkel Adolf ist nun mal nach wie vor Chef von Duisburg. Und zu Duisburg gehört die GEBAG.

Die GEBAG wiederum ist als Unternehmen eng verbunden mit der Stadt. Im Vorstand unter anderem unser alter Freund Dressler, im weiteren Personalbau diverse Ratsfrauen und Herren. Soweit nicht ungewöhnlich, gibt es häufiger.

Jetzt ist Cheffe von dem allen natürlich der Chef der Stadt. Und der Chef der Stadt ist ja begeisterter Baggerfahrer und kleiner Baumeister.

Jetzt wollte / sollte die GEBAG ein Vorzeigeobjekt in Duisburg bauen, doch dummerweise geht das schief und zwar total:

Nach NRZ-Informationen bergen die abgeschlossenen Verträge ein hohes Risiko für die Gebag. So sollen pro Tag 5000 Euro an Vertragsstrafe fällig werden, falls der Schuhkarton am 31. Dezember 2011 nicht auf dem Dach des Museums ist. Ebenfalls soll eine Option festgelegt sein, dass der gesamte Bau im Jahr 2020 in den Besitz des Kunstsammler-Ehepaars Ströher übergeht. Kurios: Der Kontrakt soll offenbar kein Kündigungsrecht auf Seiten der Gebag vorsehen. Sprich: Die Gebag ist zum Weiterbauen verdammt. (…)

Bei der Gebag haben wie berichtet wohl bald weder Vorstand noch Aufsichtsrat das Sagen, sondern nur noch die Banken: Der Sanierungsberater Utz Brömmekamp von der Düsseldorfer „mbb consult“ sitzt auf Drängen der Kreditgeber bereits im Vorstand, bei der Umwandlung der Gebag in eine GmbH wird im Aufsichtsrat ebenfalls ein Bankenvertreter an der Spitze stehen.

Die örtliche Nähe der mbb-consult zu einer wohl bekannten Kanzlei kann dabei nur Zufall sein. Denn Heuking, die Kanzlei die das Gutachten für Sauerland schrieb, schreibt über sich selbst:

Ausschnitt aus dem verlinkten PDF der Kanzlei Heuking

Ausschnitt aus dem verlinkten PDF der Kanzlei Heuking

So…

Adolf ist also begeisterter Baumeister. Seine Rechtsberatung im „Küppersmühle-Skandal“ übernimmt ausgerechnet DIE Kanzlei, die ihm einen Persilschein schrieb. Die GEBAG steht vor ernsten Problemen und wird ggf. von Banken übernommen.

Jetzt kann man sich die Frage stellen: Wo genau wird Onkel Adolf eigentlich arbeiten, wenn seine Zeit als OB vorbei ist?

Bei Hellmich?

Bei der GEBAG?

Oder für Heuking?

Und bin ich eigentlich der Einzige, der hier Zusammenhänge sieht?

Enhanced by Zemanta

4 thoughts on “Adolf Sauerlaund, Heuking, GEBAG…

  1. Gut recherchiert und vermutet.
    Für die Zeit nach dem Berufspolitikerleben Weichen zu stellen wird zum Standard.
    Das sieht man am brutalst möglichen Aufklärer, dem mit Gazprom verbandelten Kanzler und auch die Duisburger Szene sollten wir beobachten.
    Nicht nur den Oberbürgermeister.

    Irgendwann muss man dann -wie in jedem guten Wirtschaftsunternehmen- eine Klausel in die Arbeitsverträge aufnehmen, dass man nur nach fünf Jahren Karrenzzeit die Seite wechseln darf.

    Aber das scheinen ja nicht mal die Gewerkschaften zum Standard zu machen.

  2. weiß nicht inwieweit dieser und andere zusammenhänge strafrechtlich relevant sind

    „wider die guten sitten“ allemal

    möchte hiermit ein gemeinschschaftsprojekt anregen

    alldieweil wir hier etliche autoren informanten fachleute undsoweiter versammelt haben sollten wir jetzt beginnen die „sauerland-story“ zu schreiben

    stelle mir das so vor daß wir erstmal ein faktengerüst über den gesamtkomplex zusammentragen

    dann könnten unterschiedliche leute unterschiedliche kapitel schreiben

    und ein angehängter fußnotenapparat könnte den dokumentarischen teil leisten

    sogar eine kinderbuch-version wäre denkbar

    der „nie wieder sowas“-effekt würde sich auch bei noch nicht überzeugten lesern einstellen

    ein regelmäßiger termin der „buchgruppe“ an einem öffentlichen ort könnte den prozeß des mentalen geschäftsabschlusses in sachen rathaus-gang befördern

    das wäre nicht nur stadt-geschichte sondern auch ein diagnostisches kompendium für krebsstadien eines gemeinwesens

  3. Herr Meiners, Sie sind gewiss nicht der Einzige, der das so sieht, allerdings der Erste, der es so ausspricht. Wahrscheinlich hat sich der Sumpf noch viel weiter ausgebreitet, als wir heute ahnen. Es werden wohl erst die allerersten Schritte sein, die hier eingeläutet werden, und am Ende werden wir alle darüber staunen, was es so gibt in dieser Stadt.

    Hellmich brachte doch schon den Wittke lukrativ unter, nachdem der vorübergehend arbeitslos war wegen Verkehrsvergehen. Da wird er ja wohl für seinen Freund Adolf einen Bagger übrig haben, denn der fährt ja nun mal so gern Bagger. Vielleicht kann er ihn einsetzen zum Schuhkarton-Wegräumen.