Schimmernde Farben, zersprengte Form: Saisonauftakt mit Giordano Bellincampi, dem designierten Duisburger GMD

Wenige Wochen, nachdem bekannt wurde, dass Giordano Bellincampi neuer Generalmusikdirektor der Duisburger Philharmoniker werden soll, ist der designierte neue Chef auch schon am Pult des Orchesters zu erleben: Bellincampi, der sein Amt im Herbst 2012 antreten wird, leitet das erste Philharmonische Konzert der neuen Spielzeit am Mittwoch 7. und Donnerstag 8. September um 20 Uhr in der Philharmonie Mercatorhalle. Der Maestro stammt aus Rom, siedelte aber bereits im Kindesalter nach Dänemark über, wo er auch seine musikalische Ausbildung erhielt. Seine Karriere begann Giordano Bellincampi als Posaunist im Königlich Dänischen Orchester Kopenhagen; aber schon bald wechselte er von der Blechbläser-Sektion aufs Kapellmeister-Podest. Nach fünf Jahren als Chefdirigent der Kopenhagener Philharmoniker leitet er seit 2005 die Jutland Opera in Aarhus.

Für das Eröffnungskonzert der neuen Spielzeit hat Bellincampi ein spannendes, konfliktfreudiges Programm erarbeitet, das in besonderer Weise die Schnittstelle zwischen Romantik und Moderne thematisiert – in den schimmernden Farben von Debussys klangzauberndem „Prélude à l’après-midi d’un faune“ ebenso wie in Anton Weberns flammend expressiven Orchesterstücken op. 6, die wie die Trümmer einer zersprengten sinfonischen Großform wirken.

Ungebrochen dagegen ist das weitgespannte romantische Melos im Violinkonzert des Amerikaners Samuel Barber, mit dem der junge Serge Zimmermann bei den Duisburger Philharmonikern debütiert. Der Sohn des aus Duisburg stammenden Weltklasse-Geigers Frank Peter Zimmermann hat sich trotz seiner Jugend – er ist gerade einmal 20 Jahre alt – schon bei größten Aufgaben bewährt. Er musizierte mit Spitzenorchestern wie dem Philharmonia Orchestra, der Tschechischen Philharmonie sowie den Münchner und Bamberger Symphonikern. Sein USA-Debüt gab er im Frühjahr 2011 mit großem Erfolg an der Seite des Pittsburgh Symphony Orchestra. Technische Raffinesse, gestalterische Souveränität, Schönheit des Tons – all das wird dem jungen Musiker in den Medien immer wieder attestiert, dazu jenes sympathisch bescheidene Auftreten, das auch den berühmten Vater charakterisiert.

Die Duisburger Philharmoniker beschließen den Abend mit Robert Schumanns Sinfonie Nr. 4 d-Moll, die der Komponist 1841 in Leipzig geschrieben und zehn Jahre später in seiner glücklosen Düsseldorfer Zeit nochmals grundlegend überarbeitet hat.

1. Philharmonisches Konzert

Mi 07. / Do 08. September 2011, 20.00 Uhr

Philharmonie Mercatorhalle

 

Giordano Bellincampi Dirigent

Serge Zimmermann Violine

 

Claude Debussy

Prélude à l’après-midi d’un faune

Samuel Barber

Konzert für Violine und Orchester op. 14

Anton Webern

Sechs Stücke für großes Orchester op. 6 (Fassung von 1928)

Robert Schumann

Sinfonie Nr. 4 d-Moll op. 120

 

 

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