Rot Weiss Essen – SV Elversberg 2-0 – Erst Flop, dann top

Am Samstagnachmittag empfing Regionalligist Rot Weiss Essen (Rang acht) den SV Elversberg an der Hafenstraße. Der als Tabellen-Zweiter in die Partie gingen. Bereits eine Stunde vor der Partie pilgerten die Massen in Richtung Georg-Melches Stadion Essen, um „ihren“ RWE zu sehen.

Bei herrlichem Wetter und optimalen Spielbedingungen pfiff Schiedsrichter Dominik Schaal die Partie um Punkt 14 Uhr an.

Beide Mannschaften tasteten sich zunächst vorsichtig ab, so ließ die erste Torchance lange auf sich warten. Die Zuschauer sahen teilweise gute Passkombinationen, aber Offensivaktionen waren in den ersten 30 Spielminuten Mangelware. Beide Mannschaften waren nicht in der Lage das Spiel zu gestalten. Denn irgendwo fehlte die Konsequenz. Doch gute Ansätze waren bei beiden Teams zu erkennen.

Ab der 35. Minute setzten die 6.360 Zuschauer an der Hafenstraße ein klares Zeichen. Sie feuerten die Elf von RWE-Coach Waldemar Wrobel lautstark an. Das schien sich auf die Spieler zu übertragen und setzten klare Zeichen in der Offensivabteilung. Dieser Effekt verpuffte schnell, nach dem Elversberg ein Freistoß aus rund 23 Metern erhielt und dieser knapp am Gehäuse von RWE-Keeper Dennis Lamczyk vorbei ging. Einen weiteren Negativeffekt stellte die Haupttribüne dar. Bereits gegen Mainz ertönten einzelne Protestpfiffe. Aber die treuen Anhänger erinnerten sich an die tollten Erlebnisse aus der vergangenen Spielzeit und übertönten die Pfiffe einer deutlichen Minderheit.

Dann der Pfiff von Schiedsrichter Schaal zur Halbzeitpause. Beide Teams mussten sich mit einem 0:0 zufrieden geben, denn Torchancen waren beiderseits Mangelware, doch
RWE war leicht dominierend und Schiedsrichter Schaal wirkte in einigen Situationen klar überfordert.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit wendete sich das Blatt. Beide Teams wurden von ihren Trainern ordentlich aufgeweckt und zeigten Kampf und Willen. In der 48. Spielminute dann die Erlösung. Das Team von RWE-Coach Waldemar Wrobel ging durch ein Traumtor von Holger Lemke, dass er nach einem Abpraller erzielte, in Führung. Anschließend bebte die Hafenstraße wie gewohnt. Fans, sowie Spieler kämpften als Einheit in Richtung drei Punkte.

In der 65. Spielminute versuchte es RWE erneut. Um es genauer zu nehmen, Timo Brauer der RWE-Kapitän, zog aus rund 14 Metern ab, doch einen Strich durch die Rechnung machte ihn Elversberg Keeper Daniel Kläs, der mit einer faszinierenden Flugeinheit sein Team im Spielgeschehen hielt.

Nach der erneuten Offensivaktion der Rot-Weissen knickte Elversberg nach und nach ein. Die Mannschaft von RWE-Coach Wrobel drehte auf und bot den Zuschauern eine Offensivaktion nach der anderen.
Die Spieler zeigten nun Leidenschaft, Kampf, sowie ihr spielerisches Können.
Elversberg versuchte sich mehrmals über Foulspiele im Spiel zuhalten, doch davon ließen sich die Rot Weissen kaum beeindrucken und zogen konsequent ihre Linie durch.
Mit Erfolg, denn in der 69. Spielminute machte „Benni“ Koep dann den Sack zu. Er erzielte den 2:0-Führungstreffer für die Rot Weissen. Von Elversberg kam wenig Gegenwehr außer Foulspiele, die mit Fußball wenig zu tun hatten. Davon ließen sich die RWE-Anhänger nicht beeindrucken. Sie drehten voll auf und rissen die „Ruine“ weiter ab.
In der 75. Spielminute erneut RWE in einem Konter, eingeleitet von RWE-Keeper Dennis Lamczyk. Doch Lukas Lenz verpasste nur knapp. Wenige Sekunden später versuchte es dann der Kapitän persönlich. Timo Brauer zog aus rund 6 Metern ab, traf allerdings nur die Arme von Elversberg-Rückhalt Daniel Kläs. Wer dachte, RWE gab au,f der täuschte sich gewaltig. 6.360 Zuschauer puschten ihre Mannschaft von einer Offensivaktion zur anderen. Essen dominierte das Spielgeschehen nun komplett.
„Eckball – Flanke – Tor“, hieß das Motto nun. Aber so doll sollte es dann doch nicht werden, denn RWE vergab einige Chancen.

 

Dann der Schlusspfiff. Das Endergebnis lautete 2:0 für die Gastgeber. Klar verdient, obwohl es in der ersten Halbzeit nicht so aussah, als wenn Essen noch hätte irgend etwas reißen können. In der Halbzeitpause muss es in der Kabine ordentlich gerumst haben, da auf dem Rasen eine komplett andere Truppe auflief, die Offensiv-Fußball vom Feinsten bot.

Nach der Partie feierten Fans und Spieler gemeinsam den zweiten Dreier der laufenden Spielzeit.
Für die Mannschaft von RWE-Coach Waldemar Wrobel geht es nun am kommenden Freitag weiter, denn da reisen die Rot Weissen nach Koblenz, zum Absteiger aus der dritten Liga. Das Team von Elversberg-Coach Günter Erhardt empfängt die Zweitvertretung vom VfL Bochum.

Die Bilder zur Partie finden Sie unter dem folgenden Link: http://xtranews.de/imagedesk/index.php/Fu-ball-Regional–und-3-Liga/Rot-Weiss-Essen—SV-Elversberg

Der Ex-Duisburger Kevin Grund im Interview nach der Partie:

In der ersten Hälfte habt ihr nicht gerade überzeugend gespielt. War die
Kabinenansprache von Waldemar Wrobel und Michael Dier so laut wirksam?

Kevin Grund:
„Ich glaub die Ansprache war ganz gut von ihm und wir haben einfach zu ängstlich gespielt in der ersten Hälfte.“

Heute waren wieder über 6.000 Zuschauer an der Hafenstraße. Was sagst du zu dieser Kulisse?

Kevin Grund: „In der Regionalliga vor 6.000 Zuschauer zu spielen ist sicher einmalig und macht uns sehr stolz und ohne die Fans würden wir das auch nicht schaffen.“

Euer Trainer sagte auf der Pressekonferenz, ihr hattet keinen Respekt vor dem Gegener. Würdest du das unterstreichen?

Kevin Grund: „Das kann man bei der Menge an Spielern nicht erkennen und auch nicht beurteilen.“

Am kommenden Freitag geht es auf nach Koblenz. Ein Verein mit Bundesliga-Erfahrung. Was erwartest du dort und wie wird man in diese Partie gehen?

Kevin Grund: „Wir erwarten, dass wir die kompletten 90 Minuten voll Gas geben werden. Und wenn wir so wie in der zweiten Halbzeit spielen, dann werden wir in Koblenz sicher punkten können.“

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