Kuhls Kolumne: PROST HIROSHIMA!

ob-kuhl-0206Heute vor sechsundsechzig Jahren wurde die erste Atombombe über bewohntem Gebiet abgeworfen. Und noch immer werden die gleichen Lügen wiederholt. Auch heute wird Amerika weiterheucheln. Rollen wir die völkerrechtswidrigen, militärisch völlig überflüssigen politischen Massenmorde Hiroshima und Nagasaki mal wieder auf:

Wir verwenden die Atombomben, um das Leiden des Krieges abzukürzen, um das Leben von Tausenden und Abertausenden junger Amerikaner zu retten – so belog US-Präsident Harry Truman am 11.August seine Mitbürger. Drei Tage später kapitulierte Japan – das Ende des Zweiten Weltkrieges.

Seine Regierung flunkerte, dieses Ergebnis mit konventionellen Mitteln zu erreichen, hätte mindestens eine halbe Million getöteter oder verwundeter Amerikaner gekostet.

Japan war zu diesem Zeitpunkt am Arsch. Die letzten Kräfte wurden mobilisiert. Militärs forderten die Bevölkerung auf, zur Not mit Bambusspeeren gegen die hoch überlegenen Amerikaner anzurennen. Volksharakiri.

Truman sagt, der 6.August 1945 sei der größte Tag in der Geschichte. Seine Militärs wussten es besser.

Der spätere US-Präsident Eisenhower, damals Oberkommandierender der US-Truppen in Europa war gegen den Einsatz. Ebenso der legendäre General McArthur, Oberbefehlshaber der Truppen im Pazifik. Man hatte den Code der Japaner geknackt und wusste deshalb, dass die zu Verhandlungen über eine Kapitulation bereit waren.

Die Japaner waren schon geschlagen und bereit, sich zu ergeben. Der Einsatz dieser barbarischen Waffe gegen Hiroshima und Nagasaki half unseren Kriegsanstrengungen in keiner Weise.., und … durch ihre Erstverwendung haben wir uns den moralischen Standard von Barbaren des finstersten Mittelalters zu Eigen gemacht… so die Beurteilung des damaligen Generalstabschefs Admiral Leahy. Es gab keinen militärischen Grund, die Atombomben abzuwerfen. Wohl aber politische:

Erstens hatte der Kalte Krieg schon begonnen, bevor der Zweite Weltkrieg vorbei war. Man wollte den Einfluss der UdSSR begrenzen. Die Atombombe sollte der noch mit Amerika verbündeten Sowjetunion zeigen, wo der Hammer hängt, Stalin einschüchtern und seinen Vormarsch in Asien stoppen. Der hatte Japan am 8.August den Krieg erklärt. Amerika musste nun schnellstmöglich zu Potte kommen, sonst hätte Russland Ansprüche anmelden können.

Zweitens hatte die Entwicklung der Bombe zwei Milliarden US-Dollar gekostet. Aus Geheimfonds. Vor dem Kongress war das verheimlicht worden. Der Präsident konnte es sich nicht leisten, illegal solche Beträge zu verballern ohne ein überzeugendes Ergebnis vorzuweisen.

Zwei verschiedene Atombomben waren hergestellt worden. Und Waffen, die in USA entwickelt werden, werden auch eingesetzt. ,,Little Boy“ auf Hiroshima und ,,Fat Man“ auf Nagasaki. Welche Infantilität: Kleiner Junge und Fetter Mann!

Fassen wir zusammen. Hiroshima und Nagasaki mussten militärisch nicht sein. Und die Messgeräte in den überladenen Bombern? Bloß ein Waffentest?

Ja. Einfach Test: Winchester-Repetiergewehre an Indianern – Atombomben an Japanern – Napalm an Vietnamesen – Streubomben an Afghanen – Bunkerbomben an Irakis. Ob man jetzt Kriege macht, um Waffen zu testen, oder die Waffen gleich mittestet, wenn man schon mal Krieg macht – das ist doch nicht so wichtig.

Das Kleinzeug wird zuhause getestet. Faustfeuerwaffen, Gewehre, automatische wie halbautomatische Waffen – man kann sie überall kaufen. Mit einem Unterschied: Privatmörder erwartet die Todesstrafe, die ja auch mal ein Waffentest war. Geheimdienste morden wann, wie und wo sie wollen, Massenmörder können mit Orden rechnen.

Was ist da los hinter dem großen Teich? Angst, Paranoia, Größenwahn, Sendungsbewusstsein – „Bowling For Columbine“ heißt der hellsichtige Film von Michael Moore, den ich Ihnen wärmstens empfehle, wenn Sie die waffenstarrende Psychopathia Amerikana mal im Kino besichtigen wollen.

Kennedy hatte Atomraketen in der Türkei positioniert, um Moskau anzuvisieren. Die UdSSR wehrte sich und installierte nun ihrerseits Atomraketen auf Kuba, die Washington hätten erreichen können. Nun ging der US-Präsident aufs Ganze: Showdown im Atlantik: Amerikanische Marine gegen mit Atomraketen bestückte sowjetische Transportschiffe. Die sogenannte Kuba-Krise. Chrustschow war besonnener. Er gab dem US-Hitzkopf keine Chance zum Weltkrieg. Er ließ seine Schiffe abdrehen.

Präsident Nixon war aufgekippt mit seinem Einbruch bei der gegnerischen Partei. Watergate-Affäre. Niemand glaubte ihm nichts mehr. Völlig durchgeknallt drückte er auf den Roten Knopf. Da der Generalstab ihn schon lange als gefährlich eingestuft hatte, war die Anlage sicherheitshalber deaktiviert. Sonst hätte auch das einen Atomkrieg ergeben.

Der spätere US-Präsident Carter, ein frommer Erdnußfarmer, schien richtig nett zu sein. In seiner Amtszeit wurde die Neutronenbombe entwickelt: Menschen verdampfen und Gebäude bleiben intakt. Richtig nett, dieser Südstaatenprediger.

Präsident Reagan bezeichnete die Sowjetunion als ,,Reich des Bösen“ und glaubte, dass die apokalyptische ,,Schlacht von Armageddon“ unausweichlich sei. Deshalb begann er mit der Militarisierung des Weltraums. Dieser Idiot wollte wirklich ,,Star Wars“ spielen.

Präsident Clinton hat sich von einer Praktikantin einen blasen lassen. Das fand Bush so schlimm, dass er erklärte, er werde ,,diese Schmach vom Weißen Haus abwaschen“, was er mit einer Million Toten im Irakkrieg auch getan hat. Was dieser texanische Hooligan noch so zum Testen auf Lager hatte, das weiß ich nicht. Schaun wir mal, wir werden schon sehn.

Ich stelle mir jetzt mal vor, ich wäre der Hitler.

Dann hätte ich die Juden im guten Glauben gelassen. Und Einstein, Teller, Bohr, die ganze Atombombenbauerbande wäre hiergeblieben und hätte mir ein schönes Bömbchen gebastelt. Vielleicht zusammen mit Wernher von Braun, der mir damals feine Raketen für London und den Amis später die Raumfahrt gestrickt hat. Dann hätte ich die ganzen Juden irgendwo in die Pampa transportiert, von Brauns Rakete mit Einsteins Bömbchen drauf – und vorbei die Judenpest.

Aber Adolf war ja doof: Auschwitz bauen, Personal aussuchen, ein Gas finden, Krematorien installieren, arbeiten schicken (,,Arbeit macht frei“), vergasen, Besitz sortieren, Leichen verbrennen, Asche entsorgen – soviel Arbeit. Der Führer hatte eben keine Ahnung – vom Testen.

Prost Hiroshima!

PS:

Dies war das Vorspiel zur nächsten Kolumne. Und die heißt POLITIKER SIND MÖRDER. Aktuelle Bezüge zu Duisburger Rathaus-Bandidos sind da durchaus nicht auszuschließen…

3 thoughts on “Kuhls Kolumne: PROST HIROSHIMA!

  1. Die historischen Fakten sind recht eigenwillig dargestellt. Nur ein Beispiel: Der vermeitliche Atom-Pazifist Mc Arthur wollte im Koreakrieg als Oberbefehlshaber Atombomben gegen die Nordkorea unterstützenden chinesischen Einheiten einsetzen, wurde deswegen abgelöst.
    Abgesehen davon: Der Tenor ist zutreffend. Wenn ich auch die Hitler-Passage für mehr als geschmacklos halte. Ich bin selber bei dem, was und wie ich schreibe, nicht zimperlich. Für mich ist da aber eine Grenze überschritten.
    Kurt Tucholski hat formuliert. „Alle Soldaten sind Mörder.“ Um zum Nachdenken aufzuregen. Was ihm leider nicht besonders gut gelungen ist. In diesem Kontext bin ich auf den nächten Kommentar unter dem Titel „Politiker sind Mörder“ gespannt. Aprops: Ich habe die Krefelder Stadtdirektorin -im Web nachzulesen- öffentlich als Totschlägerin qualifiziert. Ich beschreibe immer Realität. Deswegen ist von ihr -wie von anderen wie Eurem SPD-Jäger- bis heute keine formelle Reaktion gekommen.

  2. richtig lothar

    der „frühe“ mcarthur hatte noch skrupel während der „späte“ gelernt hatte daß man damit durchkommt

    die hitler-polemik ist eine überdosis zum aufrütteln vom wegnicken in die unmenschlichkeit

    zu tucho mehr in der nächsten kolumne

    politiker werden da wo sie scheße sind dahingehend beraten das nicht noch an die große glocke zu hängen