Tears in Heaven – Livebericht von der Trauerfeier zum Gedenken der Loveparade

Am heutigen Sonntag gedenkt die Welt der 21 Todesopfer der Loveparade vom 21.07.2010.  Trotz des kühlen verregneten Wetters fanden 7.000 Trauernde den Weg in die SchauinsLand-Arena an die Wedau. Bereits zu Beginn wurde darauf hingewiesen, das es der ausdrückliche Wunsch der Angehörigen sei, dass von Beifallbekundungen Abstand genommen wird.

Die amerikanische Opernsängerin Richetta Manager eröffnete die Gedenkfeier passend zum Wetter und zur Stimmung mit dem Eric Clapton-Song „Tears in Heaven“. Bereits vor einigen Minuten hielt der katholische Weihbischof Franz Grave eine tiefgehende Rede. Wie uns eben mitgeteilt wurde, sind bereits die ersten trauernden Angehörigen unter dem emotionalen Druck zusammen gebrochen und werden ärztlich versorgt. Zu tief sitzt die Trauer.

Eine italienische Angehörige verlas alle 21 Namen der bei der Veranstaltung ums Leben gekommenen Opfer. Hierbei handelt es sich um die Mutter der Giulia Minola. Sie berichtet von den zahlreich zerstörten glücklichen Leben. Sie äußert aber auch deutliche Kritik an der Durchführung und Planung der letzten Loveparade. Sie appelliert an die Gerechtigkeit und fragt nach der Verantwortung. Ein Event der Freiheit und Freude endete in einer Tragödie.

Nun titt Dr. Uwe Rieske an die Kanzel und verliest die Namen der 21 Todesopfer. Hierzu hatten sich alle Gäste zu einer Schweigeminute erheben. Bei der Verlesung legten 21 Helfer Blumen nieder. In diesem Moment setzte ein heftiger Regenschauer ein. Rieske sagte: „Der Himmel weint mit uns.“

Nun stimmt der „Graf“ von Unheilig den Song „Geboren um zu leben“ an. Er wurde auf Wunsch der Angehörige dazu eingeladen.

Nun berichtet eine Verletzte hoch emotional von ihren furchtbaren Erfahungen in mitten der Masse. Sie verlor ihre Freundin, ihren Lebensmut und ertrank in Hilflosigkeit. Sie wird von einem Helfer abgelöst. Auch er schildert seine schrecklichen Erfahrungen. Auch er schildert von Hilflosigkeit und Entsetzen. Auch er kann seine Tränen nicht inne halten. Nun hält Gabriela Grillo eine Rede in Vertretung für die Duisburger Bürger. Prägende Satz für sie sei: „Sie kamen zum feiern und fanden den Tod.“ Als „Sprachrohr“ der Bürger der Stadt Duisburg spricht sie Mitgefühl, Trauer und Entsetzen aus.

Nun wird der Song „With a little help from my friends“ gespielt. Dieser Song symbolisiert hiebei den Trauernden, Angehörigen und Opfern, das sie niht alleine mit ihrer Trauer, Wut und Verzweifelung sind. Keiner von ihnen steht alleine.

Nun werden die Fürbitten verlesen. Unter anderem durch die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Diese steht im Regen, völlig ungeschützt von dem herunter prasselnden Regen. Anbei ein Auszug aus Ihrer Fürbitte:

„Wir bitten für uns alle, die wir die Bilder des Unglücks noch immer in uns tragen – im Kopf und im Herzen. Für alle, deren Wunden an Leib und Seele weiter schmerzen. Die Katastrophe hat das Leben von so vielen nachhaltig verändert – hier in Duisburg, in Nordrhein -Westfalen, in Deutschland und weit darüber hinaus.

Wir danken denen, die geholfen haben und bitten dich, lass sie die schecklichen Bilder vergessen. Und wir bitten für jene, die verzweifeln weil sie nicht helfen konnten. Wir bitten für alle, die Fehler gemacht haben, dass sie die Kraft finden, dieses einzugestehen und um Vergebung zu bitten. Es braucht Wahrheit, Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit, damit Trost und Versöhnung eine Chance haben.“

Nun wird darauf hingewiesen, das die Angehörigen das Stadion verlassen werden um ungestört an dem Ort an dem ihre Kinder ihr Leben verloren haben aufzusuchen. Hierbei wird drum gebeten, den Tunnel in den nächsten zwei Stunden nicht aufzusuchen, da dieser nun nur für die Trauenden zugänglich sei. Inteessierte können den Unglücksort ab 18:30 Uhr wieder besuchen.

Mit dem Techno-Song „Remind the love: Hope you can hear me“ findet die emotionale Veranstaltung ihr Ende.

Anschließend, um Punkt 17 Uhr, werden alle Duisburger Kirchenglocken erklingen. Hierbei wird darum gebeten, das ganz Duisburg den Opfern der Tragödie gedenkt.





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