Luxushotels-Abseits vom Mainstream?

LeRoyalMeridienHamburg-gIn unserer neuen Reihe besuchen wir Hotels der 5-Sterne Kategorie. Wie verläuft ein Aufenthalt in Häusern wie diesen? Hotelinspektor Roman Romero geht ins Detail. Diesmal berichtet er vom Aufenthalt im „Le Royal Meridien“ in Hamburg.

Ankunft:

Die Ankunft mit dem Taxi wird schnell von einem überaus freundlichen Bediensteten zur Kenntnis genommen. Er nimmt die Koffer entgegen und begleitet uns den Weg zum Check-In. Man ist schon ein wenig erstaunt, dass die Rezeption dermaßen abseits liegt. Bei genauerem Betrachten fühle ich mich aber genau deshalb auch ein wenig wohler beim Ein- und Aus-checken, weil es eine Art von Diskretion und Ruhe erzeugt.
Die junge Dame an der Rezeption wirkt angenehm freundlich und fragt beinahe schon routiniert nach meiner Anreise, wobei sie mehrmals meinen Nachnamen nennt. Insgesamt gesehen erfolgte der Check-In schnell und reibungslos. Direkt im Anschluss stellte sich Frau von H. Vor, welche uns den Weg zum Zimmer mit ein paar Anmerkungen über das Hotel begleiten möchte. Ein Eskortieren aufs Zimmer ist zwar für mich persönlich nicht wichtig, sollte aber vor allem für Neukunden im 5-Sterne Hotelsegment Standard sein, weil es einfach eine Frage der Höflichkeit ist. Leider ist dies nicht überall zu erkennen und gilt daher in diesem Fall als Pluspunkt. Wir fahren mit dem Fahrstuhl zur am höchsten gelegenen 9. Etage, welche im Gegensatz zu den anderen Etagen mit einer automatischen Glastür verbunden ist, welche sich im Übrigen auch ohne Zimmerkarte öffnen lässt. Wie immens wichtig die persönliche Begleitung aufs Zimmer sein kann, erweist sich hier besonders. Frau von H. erklärt detailliert die Ausstattung der sich über zwei Etagen erstreckenden "Duplex-Suite". Zum Abschluss fragte sie nach besonderen Wünschen, wobei sie auch erwähnt, ob eine zweite Oberdecke gewünscht wird. Die Betten sind grundsätzlich mit einem sehr großen Oberbett ausgestattet welches auch ausreichend ist. Frau von H.´s Beobachtungsgabe in diesem Zusammenhang erscheint sinnvoll und professionell.

Zimmer:
Wir bewohnten die Duplexsuite No.917 mit dem Schlafzimmer im unteren Geschoss sowie dem Wohnzimmer in der 1. Etage. Zudem ist die Suite mit einem Gäste-WC und mit einem überaus großzügigen Badezimmer versehen, wobei eine freistehende Badewanne besonders hervorsticht. Das Bad verfügt nicht über ein Bidet. Leider sind die Wasserhähne ein wenig zu tief ins Becken geraten, welches ein wenig umständlich erscheint. Die Powerdusche ist vom Schlafzimmerbereich leicht einsehbar. Angenehmerweise steht das Bad natürlich nicht unter Wasser wenn man die Dusche benutzt. Dies soll in früheren Fällen allerdings anders gewesen sein. Das dem nicht mehr so ist, ist lobenswert.

Was sofort ins Auge fällt sind die großen Fenster mit einem sensationellen Blick über die Alster. Diese erstrecken sich über zwei Etagen , wobei sich die Vorhänge durch verschiedene Schalter im oberen und unteren Bereich der Suite bedienen lassen. Alles erstrahlt im beinahe einzigartigem Art&Tech-Stil, welchen ich so in dieser Form zumindest in Deutschland bisher nicht gesehen hatte. Zeitlos und auch zu jeder Saison passend erscheinen die Möbel sowie die übrige Einrichtung, wobei besonders die Lichtverhältnisse einen harmonischen Eindruck erzeugen.
Hierbei sei ganz besonders die beleuchtete Rückwand des Bettes erwähnt. Die Suite machte einen tadellosen, sauberen Eindruck. Selbst die Bilderrahmen waren staubfrei. Der Garderobenbereich verfügte über ausreichend Kleiderbügel und die Kofferablage erwies sich als groß genug. Die Minibar war gut gefüllt, wobei das Wasser täglich inclusive ist. Leider war im gesamten unteren Schlafzimmerbereich kein Mülleimer vorhanden, so dass man jedes Mal ins Badezimmer gehe musste, um Müll zu entsorgen. Ein etwas ärgerlicher Umstand.
In der oberen Etage ist die Aussicht in dieser Suite noch spektakulärer mit Blick auf den "Michel", das Rathaus, die Hotels "Vier Jahreszeiten" sowie "Atlantic" und eben den auch hier herrlichen Blick über die Alster. Neben dem zweiten, großen freistehenden Flatscreen gibt es eine Musik-Anlage von "Bose" welche aber ungenutzt blieb. Ganz im Gegensatz zum Schlafzimmerbereich, indem sich praktischerweise eine iPhone-kompatible kleine Anlage mit akzeptablem Klang befand. Darüber befand sich der an der Wand installierte Fernseher, welcher mich mit Namen begrüßte. Darüber hinaus gab es einen Willkommensgruß mit einem Obstteller, ein paar Pralinen, Gebäck sowie einen Bildband über die im gesamten Hotel befindliche Kunst.

Housekeeping:
Ich möchte meine Anzughose reinigen lassen. Diese ist mit Schokolade behaftet und sehr zerknittert. Nachdem ich die Servicenummer wählte, nimmt es ein überaus freundlicher junger Mann entgegen. Als ich erwähnte, dass ich die Hose innerhalb von vier Stunden fertig gereinigt und gebügelt haben wollte, kam zwar bei dem Mitarbeiter leichte Skepsis auf, aber auch ein "…das machen wir schon". Tatsächlich wurde der Auftrag erfüllt. Die Zimmer wurden an den jeweiligen Tagen mit dem üblichen Turndownservice stets bedient. Als ich bemerkte, dass ich meine Zahnbürste vergessen hatte, wurde dies schnell und ohne weiteren Kosten in Form einer neuen Zahnbürste samt Zahnpasta aufs Zimmer gebracht.

Service:
Der Zimmerservice war freundlich, höflich und voller Elan. Wir hatten nachts Besuch auf dem Zimmer, welcher eine Flasche edlen Wodka mitbrachte. Ich hatte daher die telefonische Bitte, mir Eis und Gläser bringen zu lassen. Eine eher ungewöhnliche Anfrage also. Was folgte war eine äußerst sympathische junge Frau, welche einen Kübel voller Eis und Gläser brachte, mit dem Hinweis "…wir sind gerne die ganze Nacht für Sie da. Wenn sie Wünsche haben einfach anrufen." Superb. Dummerweise funktionierte gegen 23h die Klimaanlage im oberen Bereich nicht mehr. Ich lande beim Concierge #2, welcher umgehend einen Techniker hoch schicken will. Nach 40 Minuten erkundigte sich der Concierge, ob mittlerweile alles behoben sei. Mitnichten, denn der Techniker erschien bis dato leider nicht. Der Concierge erwähnte, dass er ihn nicht erreichen kann und versuchen würde, das Problem zu beheben. Leider kam bis 3h niemand aufs Zimmer, um sich der Sache anzunehmen, was natürlich völlig inakzeptabel für ein Haus dieser Kategorie ist. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt bei unserem viertägigen Aufenthalt.

Spa:
Den Weg vom Zimmer zum Spa kann man als gelungen bezeichnen. Man muss
nicht mit dem Bademantel durch die Lobby laufen, was ja durchaus in manchen Hotels der Fall ist. Verlässt man den Fahrstuhl, führt sofort links ein Gang zum Spa. Der Spa-Bereich mit einem Pool samt Whirlpool sowie einer Trocken- und Dampfsauna und den Behandlungsräumen sowie einer Sonnenbank ist gut ausgeleuchtet und besticht durch schöne Details, wie den wechselfarbigen Leuchtdioden an der Decke des Dampfbads. Die Umkleidekabinen sind von der Größe her grade eben ausreichend. Die Liegen am Poolbereich habe ich als angenehm empfunden. Leider war am Samstag früh der Wasserspender über eine Stunde ohne Becher bestückt, welche auch nur nach Nachfrage nachgefüllt wurden. Die Dame entschuldigte sich mit dem Hinweis, dass sie soeben in einer längeren Behandlung war. Der Fitnessbereich war mit modernsten Geräten ausgestattet und ist mit der Zimmerkarte zugänglich .

Restaurant "Le Ciel":
Ich hatte nachmittags die eher spontane Idee, ein Menue ab 18h im Restaurant zu mir zu nehmen. Trotzdem bekam ich dank Concierge #1, noch einen passablen Tisch. Vor dem Restaurant begrüßte mich ein Mitarbeiter mit Handschlag und Nennung meines Nachnamens, obwohl ich ihn zum ersten Mal während meines Aufenthalts begegne. Hut ab! Die Aussicht auf die Alster ist auch hier erstklassig. Der Service war bei dem 4-Gang-Menue ausgesprochen umsichtig. Das Carpaccio vom Lachs und Zander mit Limonensauce und grünem Spargel war ausgesprochen köstlich und geriet tadellos. Die Consommé von Tomaten war angenehm. Die Tournedos vom Rind mit Riesengarnele und sautierten Pilzen waren nahezu erstklassig und mit höchster Sorgfalt zubereitet. Ein angenehmer Aufenthalt ohne ersichtliche Schwächen.

Concierge:
Der Frühdienst, den ich mal hier Concierge #1 nenne, hat einen erstklassigen Job gemacht. Ich nahm ihn gleich für mehrere Tage in Anspruch Sowohl bei Restaurant-Tipps oder allgemeine Fragen touristischer Art wirkte er souverän und wirklich sympathisch. Auch bei einer Nachfrage eher diskreter Art hinsichtlich des Abendprogramms kam er nicht ins Straucheln und informierte mich detailliert. Concierge # 2 im Spätdienst wurde wenig in Anspruch genommen. Auch er machte eine gute Figur welche aber insgesamt eher negativ durch oben erwähnten Ausfall der Klimaanlage auffiel.

Check-Out:
Der Angestellte am Empfang begrüßt mich mit Namen und fragt nach, ob der Aufenthalt gefallen hat. Die Abwicklung erfolgt schnell und unkompliziert. Die Rechnung wurde mir in einem Umschlag ausgehändigt. Nachdem ich mich am Bahnhof schon zur Rückreise befand, bemerkte ich, dass ich meinen Restaurantgutschein der Deutschen Bahn für das Bordrestaurant vergessen hatte. Beim Anruf im Hotel erreichte ich eben jenen Mitarbeiter, der mich beim Check-Out betreute. Er versprach nachzuschauen. Nach fünf Minuten klingelte mein Handy, mit dem Hinweis, dass die Gutscheine gefunden worden seien. Da ich genug Zeit bis zur Abreise hatte, war es mir eine Freude, den kurzen Spaziergang zurück zum Hotel anzutreten und mich für den Fund zu bedanken.

http://www.leroyalmeridienhamburg.com/

An der Alster 52 – 56

20099 Hamburg

Tel.: 040-2100 0

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