Grüne Jugend NRW: “Das Ziel nicht aus den Augen verlieren!”

Zu den jüngst veröffentlichten Eckpunkten des „Schulkonsens“ zwischen SPD, CDU und Grünen in NRW erklärt Marie Dazert, Sprecherin der Grünen Jugend NRW:

„Dieser Konsens ist für die GRÜNE JUGEND NRW kein Grund zum Feiern. Die rot-grüne Minderheitsregierung musste deutliche Zugeständnisse an die überholten schulpolitischen Vorstellungen der CDU machen, um zu einem beidseitig tragfähigen Konsens zu kommen. Was jetzt vorgestellt wird, ist eine Minimallösung. Schwerwiegende Kritikpunkte sind vor allem die fehlende Oberstufe für Sekundarschulen, welche die Rolle der Gymnasien in NRW auch langfristig festigt und der Idee „einer Schule für alle“ in weiten Teilen widerspricht. Zudem wird durch die neue Verfassungsformel, welche neben dem integrierten Schulsystem auch das gegliederte Schulsystem schützt, ebendies auf unabsehbare Zeit zementiert.“

Alexander Ringbeck, Sprecher der Grünen Jugend NRW, ergänzt: „Dennoch erkennen wir die wichtigen Schritte, die mit diesem Konsens gemacht werden, an. Die Hauptschule wird endlich aus der Verfassung verwiesen und die Kommunen, die schon lange in den Startlöchern stehen, werden noch in diesem Jahr eine gesetzliche Grundlage für längst notwendige Reformen erhalten. Der Schulkonsens gibt dem nordrhein-westfälischen Schulsystem die Möglichkeit, sich in die richtige Richtung zu entwickeln – der große Wurf zu „einer Schule für alle“ ist er jedoch nicht. Vielmehr wird er mittelfristig ein hauptsächlich zweigliedriges Schulsystem etablieren. Wir appellieren daher an die Grüne Partei und Fraktion, das langfristige Ziel „eine Schule für alle“ auch nach der Umsetzung des Schulkonsens nicht aus den Augen zu verlieren. Der zwölfjährige Schulfrieden gibt der Schullandschaft die Möglichkeit sich zu entwickeln. Der Grünen Partei gibt er die Möglichkeit die eigenen Konzepte für flächendeckendes, gemeinsames Lernen weiter zu diskutieren und den Schulkonsens als das zu betrachten, was er ist: Ein Kompromiss.“

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