Offener Brief von Duisburg21 an die Mitglieder des Rates der Stadt Duisburg

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Gestern gab Herr Sauerland zu Beginn der Ratssitzung eine persönliche Erklärung ab. Er sagte: „Als Oberbürgermeister dieser Stadt trage ich moralische Verantwortung für dieses Ereignis. Es ist mir ein persönliches Bedürfnis, mich an dieser Stelle bei allen Hinterbliebenen und Geschädigten zu entschuldigen.“ Diese Erklärung überzeugt nicht, denn sie bleibt konsequenzlos. Ohne Konsequenzen ist sie vollkommen sinnlos. Auch nach einem Jahr hat der Oberbürgermeister noch immer nicht die politische Verantwortung übernommen und die daraus entstehenden Konsequenzen gezogen.
Kurz nach der Love-Parade richtete Jupp Krings die Worte an Sauerland: „Wer ein Amt übernimmt, der übernimmt auch die Verantwortung.“ Dies gilt aber nicht nur für einen Oberbürgermeister, das gilt auch für die Mitglieder des Stadtrates. Von Herrn Sauerland war nach nunmehr einem Jahr keine andere Erklärung zu erwarten.
Was uns aber erschreckt, ist Ihr Verhalten. Niemand gebietet ihm Einhalt. Niemand ruft: So geht das nicht. Niemand fragt nach den Konsequenzen seiner Erklärung, sondern Sie gehen alle sang- und klanglos zur Tagesordnung über, ganz so als habe es diesen peinlichen Auftritt Ihres Ratsvorsitzenden nicht gegeben. Und genau wie bei der Planung der Love-Parade, genau wie unmittelbar nach der Love-Parade, werden Sie wieder tausend und mehr Gründe nennen, warum Sie zur Tagesordnung übergehen, gar nicht anders konnten.
Verantwortung sieht anders aus. Wolfgang Borchert schrieb 1947: Verantwortung ist doch nicht nur ein Wort, eine chemische Formel, nach der helles Menschenfleisch in dunkle Erde verwandelt wird. Man kann doch Menschen nicht für ein leeres Wort sterben lassen. Irgendwo müssen wir doch hin mit unserer Verantwortung. Die Toten –
antworten nicht. Gott – antwortet nicht. Aber die Lebenden, die fragen.
Wir fragen Sie: Wann stehen Sie öffentlich zu Ihrer Verantwortung und gebieten diesem Oberbürgermeister Einhalt?
In den Straßen unserer Stadt werden unter dem Motto „Neuanfang für Duisburg“ Unterschriften für die Abwahl von Adolf Sauerland gesammelt. Aber was nützt uns Bürgern die Abwahl des Oberbürgermeisters Sauerland, wenn die anderen Bürgervertreter sich nicht verantwortungsvoller verhalten? Mit der Abwahl von Oberbürgermeister Sauerland allein ist für uns Bürger noch kein Neuanfang erreicht, wenn nicht auch die Ratsmitglieder öffentlich eindeutiger Stellung beziehen.
Freundliche Grüße
Duisburg21
Dirk Weil

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5 thoughts on “Offener Brief von Duisburg21 an die Mitglieder des Rates der Stadt Duisburg

  1. bestandsaufnahme

    die politische spitze ist sich keiner schuld bewußt – lallt von „moralischer verantwortung“ – und will weiterrödeln wie bisher

    der rat hätte unter protest den saal verlassen müssen – ist aber zu verfilzt

    die verwaltung funktioniert nicht – regelmäßig muß ich telefonisch daran erinnern müll gelbe tonnen oder papier bei uns abzuholen während saubermann rabes chaosamt junkies obdachlose journalisten und wehrlose bürjer schickaniert oder radfahrer anfährt um zu vertuschen daß es zusammen mit dem bauamt das hauptkontingent der lopa-angeklagten stellt

    jupp krings war immer gut für pathos und repräsentation und ist dafür auch immer gut von den machern in der spd mißbraucht worden – er ist ebensogut im kneifen wenns heikel wird – damals wurde aus solidarität mit nicaragua „kritische solidarität mit nicaragua“ während eine nicaraguanische delegation im rathaus weilte – die müssen sich genauso scheiße gefühlt haben wie die demonstranten fürs djäzz als jupp vorbeikam und „nur gucken aber nichts sagen wollte“ – adolf anzugreifen ist gut um über spd-verfehlungen wegzutäuschen – ob jetzt verantwortung oder moralische verantwortung – jupp und adolf merken nichts mehr

  2. @Judas: „jupp und adolf merken nichts mehr“
    Was erwartest Du ? Damit liegen sie doch im Politischen Mainstream.
    Haben doch Vorbilder genug. Warum sollten Sie zurücktreten ? Hält Irgend jemand ihnen eine Uzzi an die Schläfe ? Bedroht irgendwer Ihre Familien ?
    Menschen von dem Schlag nehmen sich was Sie wollen und werden jeden Anderen als Idioten bezeichnen.
    Asoziale Raffgeier.
    Und NEIN ! Herr Sauerland. Sie haben ihere Position nicht ERARBEITET !
    Arbeit ist was ehrliches.