DGB-Niederrhein unterstützt Diakonie bei Kritik am Duisburger Arbeitsmarkt

Duisburg – Ausdrücklich unterstützt der DGB-Niederrhein die heutige Analyse und Kritik des Diakonischen Werkes an der Situation des Duisburger Arbeitsmarktes. Die Äußerungen der Evangelischen Einrichtung seien mehr als berechtigt und geeignet, die wirklichen Tatsachen ans Licht zu bringen.

„Wir stellen seit Monaten fest“, so der Vorsitzende der DGB-Region Niederrhein, Rainer Bischoff, „dass der Duisburger Arbeitsmarkt massiv den Entwicklungen in Land und Bund hinterherhinkt, was durch die jüngsten Arbeitsmarktzahlen noch einmal erschreckend bestätigt wird. Und wir beobachten ebenfalls mit einer gewissen Fassungslosigkeit eine Schönrederei und Missinterpretation dieser Zahlen, die keine Grundlage haben. Wichtig wäre die Offenlegung und Anerkennung dieser negativen Entwicklung in unserer Stadt, um so gemeinsam Strategien zur Linderung der Arbeitslosigkeit ergreifen zu können. Davon scheint es weit entfernt.“

Eine seriöse Betrachtung der Arbeitslosenzahlen geschieht im Vergleich mit dem Vorjahresmonat. Hier ist die Arbeitslosigkeit in Duisburg nach den Zahlen der Arbeitsagentur der letzten Woche wiederum um 0,4 % gestiegen. Landesweit ist sie im selben Zeitraum um 6,8 % gesunken. Bei den über 55-jährigen Arbeitslosen ist die Arbeitslosigkeit in Duisburg um 20,3 % gestiegen, landesweit um 2,2 % gesunken. Dies betrifft auch die Bezieher des Arbeitslosengeldes I, bei der die Anzahl der über 55-jährigen Arbeitslosen um 16,7 % gestiegen ist.

„Wie man hieraus nun“, so Rainer Bischoff weiter wörtlich, „folgern kann, im Bereich des Arbeitslosengeldes würden alle Altersgruppen von der guten Arbeitsmarktsituation profitieren, ist uns nun mehr als schleierhaft und verschleiernd. Genau dies behauptet allerdings die Duisburger Arbeitsagentur in ihrer Pressemitteilung zur Arbeitsmarktsituation. Eine Steigerung der Arbeitslosigkeit der über 55-jährigen um 16,7 % bei hervorragender Konjunktur so zu erklären – da fällt uns GewerkschafterInnen nicht mehr viel ein. Ähnlich verhält es sich bei dem hochgepriesenen Zugang an neuen, offenen Stellen. Die Lobeshymnen täuschen darüber hinweg, dass in Wahrheit Duisburg der Landesentwicklung auch hier deutlich hinterherhinkt.“

Gegenüber dem Vorjahr gab es in Duisburg, so der DGB, einen Zuwachs an gemeldeten Arbeitsstellen um 20,8 %. Eine durchaus positive Entwicklung. Im Land Nordrhein-Westfalen lag dieser Zugang allerdings bei 33,9 % im selben Zeitraum, was die Duisburger Entwicklung deutlich relativiere. Diese Tatsache könne man allerdings dem Duisburger Bericht nicht entnehmen.

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