Der Bund. Die Bahn. Die Überraschung. Nicht.

Erinnert Ihr Euch noch an das ausbleibende Gefühl von Überraschung, als das Bundeskartellamt vor einigen Tagen mitteilte, dass die Mineralöl-Konzerne zwar die Preise nicht „absprechen“, aber sich „beobachten“ und auf einander reagieren? Mein Gott, was war das für eine Neuigkeit. Nicht.

Und heute haut derWesten die nächste geile Nummer raus, die man kaum glauben mag:

Der Verdacht: Für die Bahn könne „es betriebswirtschaftlich sinnvoll sein, ihre Instandhaltungsleistungen so weit zu reduzieren, bis diese Anlagen zu Lasten des Bundes erneuert werden müssen“.

Nein, echt?

Demnach hat der Bundesrechnungshof die oben genannte Feststellung gemacht. Und ich denke mir: Hallo, was geht?

Seit Jahren kritisiere ich, dass die Bahn zwar mittlerweile ein „privatwirtschaftliches Unternehmen“ ist, aber unfassbare Vorteile aus ihrer Zeit als Staatsunternehmen behalten durfte. Dazu gehört unter anderem seit ewigen Zeiten folgender „Deal“:

Sind Bahnstrecken zu reparieren, ist dies in der (finanziellen Verantwortung) der Bahn. Sind Gleisstrecken jedoch in einem Zustand der eine komplette Erneuerung erfordert, ist dies plötzliche in der finanziellen Verantwortung des Bundes.

Wenn ich jetzt Chef im Haus der Bahn wäre und ich wäre meinen Stakeholdern verpflichtet, würde ich mir doch auch denken: warum soll ich die Reparatur bezahlen, wenn der Bund letztlich zahlt – es muss nur kaputt genug sein? Der Treppenwitz an der Sache ist ja, dass die Bahn zwar formal eine AG ist, aber nicht an der Börse gehandelt wird. Vielmehr ist der Stakeholder hier… der Bund. Und der beißt sich damit natürlich doppelt in den Hintern, weil er als Eigentümer der Bahn zulässt, dass sein Unternehmen so lange Reparaturen schlampt, bis es für ihn erst so richtig teuer wird.

Wobei das halt auch wieder so eine Sache ist: Der Bund. Denn bei näherer Betrachtung lebt der Bund ja gut von den abgeführten Gewinnen der Bahn. Und Mehrausgaben? Die kann man ja direkt über die Fahrpreise und indirekt über Steuern decken. Es ist also in letzter Instanz wieder der Bürger, der im besten Fall einfach, im schlimmsten Fall zweifach abgezockt wird.

Die Management-Gehälter allerdings sind natürlich von der Ertragslage des Unternehmens mit abhängig … 😉

5 thoughts on “Der Bund. Die Bahn. Die Überraschung. Nicht.

  1. wolfgang waer mir auch aufgefallen dass dass mit den stakes und claims wohl nicht verstanden und die bloss phonetische vertrautheit mit dem begriff zu etymologisch falschem schluss geführt hatte

    fand ich aber zu pisselich dazu watt zu sagen

    stefan eine freudsche fehlleistung kommt über eine libidinöse verstrickung zustande

    also niur wenn man geil auf wen oder was ist

    „wenn der schwanz steht ist der verstand am arsch“ formuliert der volksmund zutreffend

    ist also eine „schwere“ störung

    im gegensatz tum blossem vertippen

    einen freudschen vertipper kann es also gar nicht geben

    vertippen passiert mir hier im blog dauernd und ich halte das für eine „lässliche sünde“

    in artikeln versuche ich es zu vermeiden – überarbeite mehrmals – und finde doch nicht alles

    man entgeht dem schwereren problem indem man begriffe die man sich selbst nicht ganz genau erklären kann vor verwendung nachschlägt was den vorteil mit sich bringt bei rückfragen immer die richtige patrone im magazin zu haben und so auch dem vorwurf von dümmlicher plapperei zu entgehn

    • Ich mach gelegentlich den ehrenamtlichen Korrektor und weise auf irgendwelche Fehler hin. Als pisselige Korinthenkackerei sehe ich das nicht, sondern als (marginalen) Beitrag zur Qualitätssteigerung.

      Verständnisprobleme konnte ich Stefan Meiners gar nicht unterstellen, dazu fehlt mir die Expertise, den Link hatte ich zur Hand weil ich selber erst nachsehen musste.