Gutjahr, Piel, Moor oder Werdet endlich erwachsen, Folks

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Allerorten wird über den sogenannten Eklat bei der Eröffnung des MedienForums NRW berichtet. Generell meide ich solche Veranstaltungen inzwischen – heute abend aber findet der Twittwoch NRW statt, zu dem ich eine Karte habe. Das letzte Mal vollständig einen Tag war ich, als das Medienforum einen Podcastday machte – und seitdem dann nie wieder konkret irgendwas zu diesem neuen Medium veranstaltete. Ich sage voraus: Das wird der erste und der letzte Twittwoch NRW in diesem Rahmen gewesen sein.

Bei Veranstaltungen wie diesen jedenfalls kommt letztendlich wenig Neues und viel Aufgewärmtes auf den Tisch. Zudem ist die Diskussion der beste Beweis für den Clash of Generations und das Unverständnis für den relativ neuen Kanal Social Media. Der, wie man aus der Diskussion deutlich hört, für Fernsehen und Co. nur dazu da ist um Zweitverwertung zu betreiben anstatt innovative und frische Ansätze zu bringen. Da ist Al Jazeeera ja deutlich weiter. Denn anders als das ZDF, das im neuen ZDFKulturkanal auch eine interaktive Sendung hat – also mehr oder weniger, die wird übers Netz gestream, einschalten ist möglich und kommenieren auch aber richtige Interaktion findet nicht statt. Da werden dann meistens Tweets und Blogpostings oder Forenpostings vorgelesen. Und damit hat es sich dann. Mehrwert für den Nutzer? Mehrwert?

Jetzt wird natürlich auf Frau Piel eingedroschen werden – also online natürlich – bis zum Gehtnichtmehr. Die Arme kann einem leid tun, dabei hat sie durchaus Recht: Journalistische Sorgfaltspflicht gilt auch für die neuen Medien. Geht auch gar nicht anders. Was aber Frau Piel verkennt ist, dass man seriös und persönlich zugleich sein kann. Wer Social Media macht, muss dies sogar. Das ZDF zeigt doch gerade mit seinem Twitteraccount das es geht – allerdings muss man eingestehen, dass diese Art der Kommunkation von außen zugekauft wurde. Letzendlich egal, es funktioniert und zwar gut.

Andererseits war Herr Gutjahr nun auch nicht unbedingt jemand, der Lösungsansätze zu bieten hatte – das Bild mit den arabischen Diktatoren ist starker Tobak fürwahr und vielleicht nicht gut gewählt. Aber richtige Lösungen oder Vorschläge kamen nun auch nicht von ihm. Das Argument, man hätte ja keine Zeit gehabt lasse ich nicht gelten, Moor hat explizit nachgefragt allein – es kam nichts. Und jetzt ist die Stelle gekommen an der ich mich frage: Wenn man weiß, dass man in eine Diskussion geht, hat man dann nicht vorher Zeit sich Argumente zurechtzulegen, Gründe, um seine Thesen zu bestätigen? War das etwa mangelnde Vorbereitung, Herr Gutjahr? Ausgerechnet Sie? Ich mag es nicht glauben, es liegt aber nahe.

Gebracht hat diese Diskussion vor allem eines: Nichts. Nichts Neues im „Streit“ zwischen Bloggern und Journalisten, nichts Neues zum Verständnis von Socal Media oder gar Beispiele dafür wie es besser geht. Erinnert nicht nur Sie das an eine Phase, in der man Schippchen und Förmchen zur Hand hatte und ganz doll brüllte, wenn jemand die einem wegnehmen wollte? An sowas wie: „Du bist doof.“ – „Nee, du.“ – „Neeeeee, DU!“  Na wie gut, dass wir da einer Meinung sind. Wir sollten erwachsen genug sein um zwei Dinge festzustellen: Es gibt schlechten Journalismus und es gibt guten Journalismus. Um guten Journalismus zu produzieren brauchen einige Menschen halt nur einen Internetzugang. Beide Seiten, Blogger und Journalisten, sind sowieso näher als sie denken.

Ach ja: Herr Moor? Danke.

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