Duisburger Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas zur Ungleichbehandlung von gesetzlich und privat Krankenversicherten in Wartezimmern

Duisburg – Zur Aussage der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, es sei völlig in Ordnung, wenn niedergelassene Ärzte für Privatpatienten Termine vorhalten, erklärt die Duisburger SPD-Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas:

Aus Sicht der gesetzlich Krankenversicherten ist es überhaupt nicht in Ordnung, wenn niedergelassene Ärzte Termine ausschließlich für privat Krankenversicherte vorhalten. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass Termine allein nach der Schwere der Erkrankung und nicht nach der Farbe der Versichertenkarte vergeben werden.

70 Millionen GKV-Versicherte zahlen mit ihren Beiträgen den mehr als überwiegenden Teil der Arzthonorare. 2009 gab die GKV 26,4 Mrd. Euro für ärztliche Behandlungen aus. Wenn Ärzte vor diesem Hintergrund GKV-Versicherten freie Termine in Sprechstunden vorenthalten oder trotz großer unbefriedigter Terminnachfrage extra Sprechstunden für Privatzahler einrichten, halte ich das für verantwortungslos. Nach der Logik der KV Nordrhein, könnten Ärzte auch ganz auf die Versorgung von GKV-Versicherten verzichten: Aus rein wirtschaftlichen Gründen wäre es lohnenswerter, nur privat Krankenversicherte zu behandeln.

Diese Absurditäten sind ein weiterer guter Grund für eine Bürgerversicherung. Im Zusammenhang mit unserem Bürgerversicherungskonzept hat die SPD vorgeschlagen, die unterschiedlichen Honorare anzugleichen. Damit gäbe es für Ärzte keinen Anreiz mehr, Patienten in unwürdiger Weise in privat und gesetzlich Versicherte zu trennen. Die 2-Klassen-Medizin mit unterschiedlichen Wartezeiten und Wartezimmern wäre beendet.

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